Vahrenheide. Bis April will der Kaufinteressent noch warten, dann wird er sich anderweitig umsehen. „Uns wurde eine gute Kaufsumme angeboten, die wir so schnell nicht wieder bekommen“, sagt die zuständige Maklerin Silvia Pape. Es handele sich um einen Betrag in sechsstelliger Höhe.
Das Geschäftshaus ist schon jahrelang ein Problemfall, dabei galt im Frühsommer des vergangenen Jahres die Neuvermietung schon so gut wie sicher – dennoch: Das Gebäude steht weiterhin leer. „Die Eigentumsverhältnisse sind noch nicht vollständig geklärt, deswegen kann die Immobilie nicht als Ganzes verkauft werden“, berichtet Lutz-Rainer Hölscher von der Interessengemeinschaft (IG) Vahrenheider Gewerbe. Es handele sich dabei um ein internes Problem der Eigentümergemeinschaft, der das Geschäftshaus gehört.
Das Problem liege beim Eigentümer des Erdgeschosses und der ersten Etage. „Sie gehören einer Immobiliengesellschaft in der Nähe von München“, meint IG-Sprecher Hölscher. Eine Einigung mit dem Eigentümer steht noch aus. Das bestätigt auch Maklerin Silvia Pape: „Es geht im Moment nicht weiter.“
Ansonsten stehe dem Verkauf des Geschäftsgebäudes Vahrenheider Markt 10 nichts mehr im Weg. „Ich habe schon eine ganze Liste von Interessenten für das Haus“, sagt Pape. Das derzeit beste Angebot gelte jedoch nur noch bis „allerspätestens April“. So lange reiche die Geduld des Interessenten. Er will im oberen Bereich Wohnungen einrichten und den unteren Teil des Gebäudes an einen Gewerbetreibenden vermieten.
Unterdessen soll bis zum Frühjahr der Brunnen auf dem Vahrenheider Markt repariert werden. „Die Stadt wird den Brunnen zum Start der Brunnensaison 2012 in einen funktionsfähigen Zustand versetzen“, sagte Stadtbezirksmanagerin Martina Raab. Bezirksratsherr Thomas Fischer (FDP) hatte in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Bothfeld-Vahrenheide nachgefragt, ob das Wasser zur kommenden Saison wieder problemlos sprudeln wird. Raab sicherte zu, dass der Brunnen in diesem Frühjahr repariert und nachgebessert wird. Die Anlage solle mit „geringem Aufwand“ so gestaltet werden, dass sie leichter gewartet werden kann. Es habe sich gezeigt, dass die Düsen nicht einfach zu reinigen sind.
Darin sieht auch Fischer das Problem des Brunnens. „Es war immer wieder zu beobachten, dass spielende Kinder die Brunnendüsen mit kleinen Ästen und Steinchen verstopften“, meinte er. Der Wasserdruck der Anlage sei nicht ausreichend, um die Düsen wieder freizuspülen. An dieser Stelle will die Stadt nachbessern. „Wir werden die Düsen etwas tiefer setzen, damit Kinder nicht so leicht herankommen“, sagte Raab. Außerdem sollen die Pausen zwischen den Wasserstößen verkürzt werden.
„Die Kosten für die Neugestaltung bewegen sich im dreistelligen Bereich“, sagte Raab. Außerdem würde mit dem Brunnenbauer verhandelt, damit er die Reparatur innerhalb die Gewährleistungspflicht durchführt. Der Brunnen war erst Anfang September 2011 eröffnet worden. Die neue begehbare Anlage entstand im Rahmen der Neugestaltung des Platzes am Vahrenheider Markt. Zuvor hatte dort ein Betonbeckenbrunnen aus den 1970er Jahren gestanden. Der gesamte Platzumbau kostete rund 420 000 Euro. Er markierte das Ende der offiziellen Förderung des Sanierungsgebiets Vahrenheide-Ost durch das Programm „Soziale Stadt“. Im Sanierungsgebiet wurden fast 20 Millionen Euro in die Aufwertung investiert.
Von der Sanierung hat auch das Einkaufszentrum Vahrenheider Markt profitiert. „Über die Jahre hat sich einiges verbessert, aber es haben sich auch die Einkaufsgewohnheiten der Menschen geändert“, sagt Hölscher. Der neu gestaltete Brunnenplatz sei grundsätzlich eine dieser Verbesserungen. „Die Mehrzahl der Leute findet ihn richtig gut – wenn er so funktioniert wie er soll“, sagt Hölscher.
Abgesehen vom defekten Brunnen steht das Einkaufszentrum derzeit gut da. „Es gibt fast keinen Leerstand“, sagt Hölscher. Neben dem Geschäftshaus mit der Nummer 10 hat sich nur für das ehemalige Wettbüro noch kein Nachmieter gefunden. Der Laden musste aufgeben, weil im Rahmen des Sanierungsprogramms Spielhallen und Vergnügungsstätten am Vahrenheider Markt verboten wurden.
Christian Link
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