Weil die zentralen Versorgungsleitungen der Herrenhäuser Gärten quer über den Ehrenhof laufen, müssen sie weiträumig verlegt werden – bevor im Herbst die eigentlichen Bauarbeiten für das Schloss beginnen.
Eigentlich sollten die neuen Leitungen schon pünktlich zum Saisonstart in Herrenhausen am 28. März unter der Erde sein. Doch der strenge Winter hat den Zeitplan durcheinandergebracht. Nun werden die Bauarbeiter erst Ende April abrücken. „Das ist früher leider nicht mehr zu schaffen“, bedauert Beate Reinhold von der Volkswagenstiftung. 20 Millionen Euro investiert die Stiftung in den Bau des Schlosses; im Inneren sollen ein modernes Tagungszentrum und ein Museum entstehen, das sich vor allem Leibniz und seiner Epoche widmet. Noch ist offen, wie das Gebäude, das sich an der einst von Hofbaumeister Laves gestalteten klassizistischen Fassade orientieren soll, im Detail aussehen wird. Die Sieger des Architektenwettbewerbs, an dem sich 15 Büros beteiligt haben, kürt die Jury am 30. März. Tags darauf will die VW-Stiftung die Namen der ersten drei Preisträger bekannt geben, deren Entwürfe sollen der Öffentlichkeit aber erst Mitte April präsentiert werden.
Fest steht bereits, dass das Schloss exakt dort stehen wird, wo sich das Original befunden hat. Bei Grabungen konnten Bauarchäologen vom Landesamt für Denkmalpflege im vergangenen Jahr Fundamente aus der Zeit um 1700 freilegen, mit deren Hilfe sich die Position des ursprünglichen Schlosses genau rekonstruieren lässt. Auch bei den Leitungsarbeiten haben die Archäologen stets einen Blick auf die Baustelle – falls weitere historische Funde zutage treten.
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Kommentare
Schloß herrenhausen Peters, Falko – 24.03.10
Was wollen die hier eigendlich mit einem Schloß wo sie doch Ihre Königliche Majestät Kronprinz Ernst August von Hannover vertrieben haben? Ein Schloß für unsere Politiker? Hochmut kommt vor dem Fall!Eine kleine Architekturkunde Bürger – 24.03.10
Bevor es wieder ein Feuerwerk an Vorurteilen gibt, hier einige Anmerkungen zum Thema Architektur. Baukunst kann Symbole errichten, es kann auf sich selbst hinweisen, kann sogar als Weltanschauung sichtbar werden. Zur Festigkeit und Statik, die Schutz garantiert, kommt das „Monumentale“. Das Erinnern, das Fordern von Aufmerksamkeit und Bewusstheit. Monumentales Bauen errichtet Plätze und Schauplätze, es nimmt auf die Zeit bezug. So entstehen Handlungsorte und der Bau selbst handelt als Schauplatz mit. Ein Bauwerk ist meist mehr als nur ein Rahmen, sondern Teil der Handlung. So bezeichnet ein Bauwerk etwas. In einer durch Technik möglichen Form kann ein Symbol entstehen. Formen werden dann zu Bildern. Bei diesem „Schloss-Projekt“ geht es um eine historische Projektion, um die Erstellung eines historischen Bildes. Die interessante Frage ist: Haben wir es hier mit einer Art „Disneyland“ oder „Las Vegas"- Konzeption zu tun, für den Massen-Tourismus geplant?@Lister BRA – 24.03.10
Also, Architekten von heute müssen im Auftrag ihrer Bauherren sparen wo sie können. Zum Beispiel am "C" im Archite"c"kten, aber auch bei Materialien und in der Kubatur. Es kann und will sich heute offensichtlich niemand mehr 3,5 m hohe Räume leisten, keinen Stuck und keine echten Holzfenster. Wenns aber nur für wenig Raum, Plastiksprossen und Styroporornamente reicht, dann vielleicht lieber eine entsprechend zurückhaltende Architektur, die wenigstens materialgerecht und ordentlich ist. Echte Schlossarchitektur will sich ja niemand selbst leisten, sondern erwartet nur, dass diese von anderen realisiert wird oder dass man sie billig irgendwo mieten kann.OFFTOPIC Ich – 24.03.10
Ich klick auf "Kommentare" und es kommt eine ganzseitige Werbung, die mich sofort in voller Lautstärke volllabert und die ich unmittelbar wegklicke, sprich den Browser schließe. Was hat die HAZ eigentlich für Berater? Sowas ist doch absolut geschäftsschädigend. Jede Zumutung dieser Art macht es unwahrscheinlicher, dass ich irgendwann mal wieder Abonnent werde.List Lister – 24.03.10
hat sich schon mal ein Architeckt gefragt warum so viele Leute gerne in der List in den alten unmodernen Häusern wohnen und nicht in den modernen Glaspalästen? Für wen bauen diese so genannten Stararchiteckten eigentlich?Traurig DA – 24.03.10
Traurig für unsere Zeit, dass der seit langem erste ästhetische "Neubau" gerade "nur" eine Rekonstruktion darstellt, weil Architekten hier keine Möglichkeit haben sich zu verewigen und dieses Gebäude noch zu verunstalten!Weiter so!