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Nord Zehn Jahre Haft für Obdachlosen
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Zehn Jahre Haft für Obdachlosen
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19:36 28.04.2012
Von Juliane Kaune
Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Vinnhorst

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts verurteilte ihn am Freitag wegen Totschlags und blieb damit zwei Jahre unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. „Das war ein sehr schrecklicher Vorgang, auch das Gericht steht ratlos vor diesem Geschehen“, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Rosenbusch. Gleichwohl hielt die Kammer dem Verurteilten zugute, dass er zur Tatzeit über die Maßen alkoholisiert war. „Ohne den Einfluss des Alkohols wäre diese Tat nicht denkbar gewesen“, sagte Rosenbusch.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass A. sein Opfer im September 2011 im Alkoholrausch tötete. Um die 15 Flaschen Bier und eine Flasche Schnaps sollen beide zusammen geleert haben. Irgendwann sei die Stimmung gekippt, erklärte Rosenbusch. Die Männer seien in Streit geraten, L. habe A. aus dem Zimmer werfen wollen und ein Messer in die Hand genommen. Daraufhin habe der 31-Jährige seinem älteren Zechkumpan die Waffe entwendet und diesem in den Rücken gestochen. Dann muss der Täter jegliche Kontrolle verloren haben. Eine „Lust“ an der extrem grausamen Art des Tötens hat er dabei nach Ansicht des Gerichts nicht empfunden. Festgenommen wurde A., der sich nur lückenhaft an die fragliche Nacht erinnerte, die Tat in Teilen aber zugab, am Morgen danach – es klebte noch Blut an seinen Schuhen.

In das Urteil fließt auch ein Delikt gefährlicher Körperverletzung ein, das A. laut Rosenbusch ebenfalls unter Alkoholeinfluss begangen hat. Die Kammer ordnete an, dass der Verurteilte drei Jahre der Gesamtstrafe im Maßregelvollzug in einer Entziehungsanstalt verbringen muss. Anwalt Holger Nitz hatte für seinen Mandanten auf eine Freiheitsstrafe von vier Jahren plädiert.

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