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Nord Zwei Arbeiter sterben durch Stromschlag
Hannover Aus den Stadtteilen Nord Zwei Arbeiter sterben durch Stromschlag
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21:10 16.07.2012
Von Tobias Morchner
Bei einem Unfall am Bahnhof Nordstadt sind am Montag zwei Bahnmitarbeiter durch einen Stromschlag getötet worden. Quelle: Elsner
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Bahnhof Nordstadt

Gegen 15 Uhr hatten ein 45-Jähriger und sein 21 Jahre alter Kollege auf dem Bahnsteig eine Leiter aus Aluminium an die Fassade gestellt, um die Glasbausteine besser säubern zu können. Plötzlich kippte die Metallleiter nach hinten und kam mit der 15000-Volt-Hochspannungsleitung der Bahn in Kontakt. Die beiden Arbeiter erlitten vor den Augen zahlreicher Fahrgäste, die am Bahnsteig auf ihre Züge warteten, die tödlichen Stromschläge und verbrannten.

Einige der Augenzeugen wollten den Verunglückten zu Hilfe eilen, wurden aber zum Glück von einem anderen Fahrgast davon abgehalten. Die Helfer hätten sich beim Kontakt mit den Verletzten ebenfalls schwere Verletzungen zuziehen können. Auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr, die innerhalb kurzer Zeit mit einem Großaufgebot am Bahnsteig erschienen, konnten sich den Arbeitern zunächst nicht nähern. Die Aluminiumleiter lehnte beim Eintreffen der Brandbekämpfer noch immer an der Oberleitung, sodass der Strom weiter durch die Körper der beiden Opfer floss.

„Wir mussten warten, bis die Bahn den Strom der Oberleitung abgeschaltete hatte und wir Erdungen vornehmen konnten“, sagt Andreas Hamann von der Feuerwehr. Bis dahin versuchten die Einsatzkräfte den beiden Arbeitern aus sicherer Entfernung mit Pulverlöschern zu helfen. Erst als die Einsatzstelle abgesichert war, konnte sich der Notarzt mit seinem Team den Opfern nähern. Doch für die beiden Arbeiter aus Halle kam jede Hilfe zu spät.

Bei einem Unfall am Bahnhof Hannover-Nordstadt sind im Juli 2012 zwei Reinigungsarbeiter ums Leben gekommen.

Wegen des tödlichen Unfalls war der Bahnhof Nordstadt mehrere Stunden lang gesperrt. Die Bahn leitete die Fernzüge um, was Verspätungen von je fünf bis zehn Minuten zur Folge hatte. Die S-Bahnen konnten den blauen Bahnhof gar nicht anfahren. Fahrgäste mussten auf Ersatzbusse umsteigen.

Die Ermittlungen der Polizei zum Hergang des Unfalls dauerten am Nachmittag noch an. Bisher ist nicht geklärt, warum die Leiter plötzlich gegen die Oberleitung kippte. Plötzlich aufkommende Starkwindböen - zum Zeitpunkt des Unfalls am Nachmittag hatte der Wind merklich aufgefrischt - kommen ebenso in Betracht wie Unachtsamkeit. Auch ist offen, ob beide Arbeiter auf der Leiter standen, als das Unglück geschah, oder ob einer die Leiter vom Bahnsteig aus festhielt und der andere hinaufgeklettert war.

Fraglich ist zudem, ob die beiden Glasreiniger überhaupt mit einer Leiter in unmittelbarer Nähe der Hochspannungsleitung hätten hantieren dürfen. „Für jedes Projekt, das wir in Auftrag geben, wird ein eigener Sicherheitsplan aufgestellt, der von der beauftragten Fachfirma unterzeichnet werden muss - so auch in Hannover“, sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Zu der Frage, was im Einzelnen in dem Sicherheitsplan zum Bauprojekt „Blauer Bahnhof“ festgelegt worden war, wollte er sich nicht äußern. Auch die Geschäftsführer der betroffenen Glasfirma, die ihren Hauptsitz in Peine hat, antworteten am Montag auf HAZ-Anfragen nicht.

Der S-Bahnhof Hannover-Nordstadt ist seit 1997 in Betrieb. Der Neubau erhielt als Expo-Projekt zur Weltausstellung 2000 seine markanten blauen Glasbausteine. Mit den Jahren war die Fassade verblasst und beschmiert worden. Am Montag vor einer Woche hatten die Reinigungsarbeiten an dem Gebäude begonnen.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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