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Nordstadt Anlieger wünschen sich öffentliche Toilette
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt Anlieger wünschen sich öffentliche Toilette
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02:15 08.10.2016
Von Bärbel Hilbig
Beliebter Treffpunkt: Der Platz rund um die Lutherkirche ist tagsüber und nachts vielbesucht. Die Kirchengemeinde plädiert deshalb für eine Toilettenanlage. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

„Die Nordstädter Kirchengemeinde und andere Anlieger wären begeistert“, berichtete Stadtbezirksmanagerin Astrid Schepers in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Nord. Vor einigen Wochen hatten Bürger sich über Autos in der Fußgängerzone und nächtlichen Lärm durch Partygänger beklagt und nun nachgefragt. Nach Gesprächen mit Aha, dem städtischen Fachbereich Recht und Ordnung sowie der Gemeinde seien erste Besserungen in Sicht. „Wir haben ein Auge darauf. Es könnte noch mehr geschehen, wenn der Bezirksrat sich damit beschäftigt“, sagte Schepers.

Für die Kirchengemeinde bringt die Lage mitten in dem quirligen Viertel Freude und Leid zugleich. Mit ihren eigenen Veranstaltungen passt die Jugendkirche gut an den Ort und belebt selbst den Platz. In den wärmeren Monaten treffen sich ganz unterschiedliche Grüppchen und Passanten in verschiedenen Ecken des Platzes. Cafés, Lokale, der Kiosk Onkel Ollis, Bänke und die Außentreppe der Berufsschule sind Tag und Nacht Anziehungspunkte.

Allerdings halten sich manche Pinkler auch vor dem altehrwürdigen Kirchengebäude nicht zurück. Pastor Matthias Grießhammer kann das beim Blick durch sein Bürofenster sogar tagsüber häufig beobachten. „Ich sehe, wie Leute sich die Hosen runterlassen und an die Kirche pinkeln. Schön ist das nicht.“ Andere Kenner der Szene berichten von weiteren Ecken am Platz, die sich regelrecht als Pinkelnischen etabliert haben.

Pastor Grießhammer betont, die Gemeinde wende sich nicht gegen feiernde und trinkende Menschen. Müllmengen und öffentliches Urinieren hätten allerdings enorme Ausmaße. Zuständig für die Reinigung ist die Stadtverwaltung, die diese Aufgabe auch für den Teil des Platzes übernommen hat, der zum Kirchengelände gehört. „Wir würden uns freuen, wenn die Stadt häufiger reinigt, denn das macht sie zu selten.“

Eine öffentliche Toilette am Platz war bereits einmal in der Diskussion, als die Nordstadt noch den Status eines Sanierungsgebiets hatte. Um das Jahr 2000 herum trafen sich rund 20 bis 30 Punker regelmäßig auf dem Kirchenvorplatz, erinnert sich Detlev Schmidt-Lamontain. „Im Vergleich zu damals wäre ein Toilettenhäuschen übertrieben“, meint der scheidende SPD-Bezirksratsherr. Ob der neue Bezirksrat das Thema aufgreift, muss sich erst noch erweisen. Das Gremium trifft sich nach der Kommunalwahl zum ersten Mal im November.

Weil immer weniger Flüchtlinge nach Hannover kommen, wird die Stadt mehrere Unterkünfte schließen oder nicht mehr verwirklichen. Auf der Streichliste, die Stadtbaurat Uwe Bodemann am Montag vorstellte, steht auch die Flüchtlingsunterkunft am Engelbosteler Damm.

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