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Nordstadt Bauernmarkt-Verein feiert 20. Geburtstag
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt Bauernmarkt-Verein feiert 20. Geburtstag
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00:15 06.09.2016
Obst und Gemüse aus eigenen Anbau: Der Stand von Klaus Hahne vor dem Hauptbahnhof. Quelle: Schwarzenberger
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Hannover

Ab 11 Uhr spielt das Ensemble Ellingtons am 4. September auf der Bühne, während frische Äpfel, Milch vom Bauernhof, Blumen, Eier und die Forellen von Karl-Heinz Jäger präsentiert, verkostet und verkauft werden. „Lebenswichtig“ nennt Jäger die Bauernmärkte in der Region für seinen Springer Betrieb Sedetal-Forellen. Sie machen heute gut 60 Prozent seines Umsatzes aus. Der Erfolg der Bauernmärkte brachte vielen Produzenten neue Einkünfte.

Mit den Supermärkten kam die Konkurrenz

Jäger erinnert sich noch an die Zeit, als die Kunden einfach frischen Fisch kauften und die Tiere manchmal auch selbst erst daheim schlachteten und ausnahmen. Mit den Supermärkten kam dann die Konkurrenzware aus dem Kühlregal. Die Lust an frischer Ware verloren die Hannoveraner nie so richtig; seit Jahrzehnten gibt es etliche Wochenmärkte. Mit einigen zugkräftigen Klassikern wie auf dem Stephansplatz in der Südstadt und dem Lindener Markt, aber auch kleineren Märkten, die manchmal nur von zwei oder drei Beschickern belebt werden. 1994 richtete die Stadt erstmals einen Bauernmarkt aus, zwei Jahre später gründete sich ein Verein. Neben Jäger, seit 2006 dabei, gehören ihm heute rund 40 Mitgliedsbetriebe an. Sie sind es, die die derzeit neun Bauernmärkte im Stadtgebiet mit ihren eigenen Waren bestücken. Das ist der wichtigste Unterschied zum Wochenmarkt. Während dort viele Beschicker Waren ankaufen und - oft durch eigene Verarbeitung veredelt - an ihre Kundschaft weiterreichen, sind die Bauernmarkt-Mitglieder allesamt die Produzenten ihres Angebots. „Mindestens 70 Prozent müssen selbst hergestellt sein“, sagt Vereinsgeschäftsführerin Ulrike Fricke.

"Das ist schon anders als früher"

Sedetal-Chef Jäger räuchert und filetiert seine Fische, er macht Soßen und Aufstriche. „Das ist schon anders als früher“, sagt er. Anders als andere Verkäufer auf den Wochenmärkten, kennt Jäger seinen Fisch wirklich in- und auswendig und kann zu Aufzucht, Wasserqualität und Futter alles erzählen, was einen Kunden interessieren könnte. So ist es auch bei der Hofmolkerei von Bauer Joachim Banse aus Wittingen. Banse braucht pro Markt gut 150 Kunden, um auf seine Kosten zu kommen. „Kein Problem“, sagt er und schenkt frische Milch zum Probieren aus. Sein Betrieb stellt auch eigenen Joghurt und andere Milcherzeugnisse her. Das macht ihn unabhängiger als viele andere Milchbauern, die ihre Rohmilch derzeit zu Dumpingpreisen bei den Molkereien abgeben.

Brot aus der eigenen Bäckerei

Familie Bundschuh baut Getreide an und verarbeitet es gleich in der eigenen Bäckerei zu Brot und Kuchen. Die werden dann auf den Märkten angeboten. Vereinsvorsitzender Klaus Hahne leitet in zweiter Generation die Obstplantage Hahne; seine Tochter mischt im Geschäft mit. Hahne lässt einen Schluck Apfelsaft - eigene Pressung - in einen Becher fließen, deutet zum Metzgerstand von Max Lars Matzeik aus Porta Westfalica hinüber und sagt: „Er war mal Banker, wurde dann Metzgermeister und führt einen vorbildlichen Hof.“ Also einen, der bestens ins Bauernmarkt-Konzept passt. Matzeik züchtet Gallowayrinder und lässt seine Tiere auf dem eigenen Hof schlachten und verarbeiten.

Beschicker gesucht

Maximal 100 Kilometer dürfen die Betriebe von Hannover entfernt sein. Das und die Anforderungen in Sachen Eigenproduktion schränkten die Auswahl an Beschickern auf den städtischen Bauernmärkten ein. Unendlich wachsen kann der Verein also nicht. Für manche Standorte suche man noch Beschicker, sagt Fricke. „Etwa für die Bult.“ Aber in Gefahr sei kein Markt. Anders als bei den Wochenmärkten, die von der Stadt kontrolliert werden. Bei ihnen kränkeln einige Standorte so sehr, dass im Rat der Stadt über ein neues Konzept nachgedacht wird, das nach der Wahl vorgelegt werden soll. Unter anderem ist von einem Nachtmarkt die Rede. Das sei nichts für den Bauernmarkt-Verein, findet Hahne. „Wir produzieren selbst, da können wir nicht noch nachts auf dem Markt stehen.“

Bauernmärkte im Norden

Mitte: Ernst-August-Platz, montags 14-18 Uhr und freitags 14-18 Uhr. An der Marktkirche, donnerstags 14-18 Uhr.

Nordstadt: An der Lutherkirche, donnerstags 14-18 Uhr.

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