Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nordstadt „Die Partei“ sorgt für Eklat bei Straßenfest
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt „Die Partei“ sorgt für Eklat bei Straßenfest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:30 02.07.2017
Von Bärbel Hilbig
„Wenn jemand den Bezirksrat verhohnepipelt, geht mir das zu weit“: Edeltraut Geschke kritisiert den Auftritt von Julian Klippert (links). Quelle: Christian Behrens
Hannover

Bekannt wurde der Eklat vom Asternstraßenfest jetzt vor allem, weil Julian Klippert und seine Ratsfraktion ihre Sicht der Dinge in einer Pressemitteilung öffentlich gemacht haben. Darin attackieren mehrere Mandatsträger von „Die Partei“ die Bezirksbürgermeisterin und werfen ihr „Zensur“ vor. Marc-Oliver Schrank, bekannt als „Onkel Olli“ spricht von „Gutsherrenart“ und unterstellt einen Zusammenhang mit dem Zuschuss von 1000 Euro, den der Bezirksrat Nord für das Fest gewährt hat.

Orga-Team lehnte Infostand ab

Wilhelm Bamming, Mitorganisator des Asternstraßenfests, weist diese Darstellung zurück. „Dann hätte es ja in der Macht der Bezirksbürgermeisterin gelegen, Klipperts Auftritt abzubrechen. Das hat sie aber nicht.“ Im Vorfeld des Nordstädter Fests hatten Mitglieder von „Die Partei“ beim Organisationsteam angefragt, ob sie einen Stand aufbauen dürften. „Das haben wir abgelehnt“, sagt Bamming. Als Klippert daraufhin mit einer Politsatire auftreten wollte, stimmte die Mehrheit im Orga-Team zu. „Uns war nicht klar, was da inhaltlich laufen sollte“, räumt Bamming ein.

Klippert soll Politiker aus dem Bezirksrat Nord, den er selbst kürzlich verlassen hat, bei seinem Auftritt lächerlich gemacht haben. Edeltraut Geschke hörte sich das an, dann protestierte sie und holte den Veranstalter. „Ich habe Sinn für Sarkasmus. Aber wenn jemand den Bezirksrat verhohnepipelt, geht mir das zu weit“, sagt sie. In dem Gremium engagierten sich Ehrenamtliche, die das nicht verdient hätten.

Organisator stoppt Auftritt

Festorganisator Bamming sah das Programm erst, als er dazugebeten wurde. Und was er da hörte, passte ihm nicht. „Das Verächtlichmachen anderer Parteien und damit Wahlwerbung für die eigene hat auf einem Nachbarschaftsfest nichts verloren.“ Deshalb habe er Klippert gebeten, den Auftritt abzubrechen.

Von der gegen sie gerichteten Pressemitteilung erfuhr Geschke erst durch den Stadt-Anzeiger. Für sie selbst sei das „keine Staatsaffäre. Aber wenn die eine draus machen wollen, bitte.“

Mit dem Zuschuss des Bezirksrats hätten die auftretenden Bands übrigens eine kleine Aufwandsentschädigung bekommen, berichtet Bamming. Für den selbsternannten Satiriker Klippert war nichts vorgesehen. Aus der Erfahrung mit seinem Auftritt haben die Leute vom Asternstraßenfest aber eine Lehre gezogen: Politikern wollen sie nie wieder eine Bühne geben.

Spaßvögel im Sinkflug

Sicherlich, die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Daraus aber für sich selbst das Recht abzuleiten, auf einem Nachbarschaftsfest die Feiernden mit seiner hämischen Sichtweise zu traktieren, kann wohl nur den selbsternannten Spaßvögeln von „Die Partei“ einfallen. Wenig spaßig ist es allerdings, dass die Truppe um Julian Klippert im Nachhinein mit dem Vorwurf der Zensur hantiert. In Zeiten erstarkender Autokratien sollte man damit vorsichtig und vor allem exakt umgehen. Hat hier wirklich ein Staatsvertreter der missliebigen Opposition den Mund verboten? Oder hat ein Festveranstalter per Hausrecht einen misslungenen Auftritt abgekürzt?

Die Organisatoren des Asternstraßenfests waren sicherlich etwas naiv, als sie darauf verzichteten, sich den geplanten Redebeitrag genauer schildern zu lassen. Besonders, wenn er von der nicht immer stilsicher auftretenden Satirepartei kommt. Doch die Festveranstalter sind schließlich Ehrenamtliche, die ihre Freizeit dafür aufgewendet haben, den Nordstädter Nachbarn einen netten Tag zu bereiten. Da kann man nicht an alles denken. Immerhin hatten die Organisatoren deutlich gemacht, dass sie keinen Werbestand einer Partei auf der Veranstaltung dulden. Das hätten auch die Leute von „Die Partei“ verstehen und akzeptieren können. Das Recht auf populistischen Klamauk ist bisher nicht im Grundgesetz verankert.

Ein Kommentar von Bärbel Hilbig

Der alteingesessene Sanitär- und Elektrogroßhandel Bumke verlässt voraussichtlich Ende 2019 die Nordstadt. Das Gelände, auf dem der Großhändler bisher Handwerkern alles rund um Elektro, Heizung und Bad anbietet, steht bereits zum Verkauf. Auf dem Gelände soll Wohnraum entstehen.

Bärbel Hilbig 03.07.2017

Die Wohnungsgenossenschaft Woge Nordstadt will eine Baulücke in der Straße Am Puttenser Felde schließen – und ruft damit heftige Gegenreaktionen bei einem Teil der eigenen Mieter hervor. 

Bärbel Hilbig 23.06.2017

In der Nordstadt ist ein Pfau gesichtet worden. Gleich mehrere Leser berichten von dem Tier, dass sich an Haltenhoffstraße, Rehbockstraße und Lutherkirche zeigte. Die Tierrettung der Feuerwehr versuchte den Pfau einzufangen, blieb aber zunächst erfolglos.

Bärbel Hilbig 19.06.2017