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Nordstadt Eine Nacht in Hogwarts
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt Eine Nacht in Hogwarts
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00:15 30.01.2016
Von Bärbel Hilbig
Aufs Detail kommt es an: Evelina, Fiona und Paula (von links) haben die perfekte Uniform für das Zauber-Internat Hogwarts. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Nordstadt

Den Spitznamen Hogwarts trägt die Lutherschule bei den älteren Schülern seit vielen Jahren. Mit ihren dicken Mauern und filigranen Zinnen erinnert sie fantasiebegabte Kinder einfach leicht an das berühmte Zauberer-Internat aus den Harry-Potter-Büchern. Für die Fünftklässler haben die angehenden Abiturienten ihre Schule nun tatsächlich mit viel Liebe zum Detail als Kulisse für eine Harry-Potter-Nacht ausgestaltet. 92 aufgeregte Kinder, viele mit Umhang und Zauberhut ausgestattet, strömten Freitagabend in das altehrwürdige Gemäuer und sahen manches mit neuen Augen. Spinnweben (aus Watte) überzogen die schmiedeeisernen Geländer im Treppenhaus. Die beiden steinernen Figuren dort - Eule und Rabe - trugen geheimnisvolle versiegelte Umschläge und in der historischen Aula wartete auf der Bühne bereits der „sprechende Hut“, der im Roman die Neuankömmlinge im Internat einem der vier Häuser zuteilt.

„Das ist richtig gut, voll cool“, urteilt die zehnjährige Evelina strahlend. Ihre Freundinnen Fiona und Paula stimmen mit heftigem Kopfnicken zu. Die drei haben sich - unabhängig voneinander - aber auch besondere Mühe mit ihrer Verkleidung gegeben. Die Mädchen tragen neben Umhängen und weißen Blusen internatstypische gelb-rot gestreifte Krawatten. „Das sind die Gryffindor-Farben“, erläutern die Expertinnen. Sie hoffen, ins Gryffindor-Haus zu kommen, denn im Roman gehört Harry Potter in diese Gruppe des Internats.

Mittlerweile wird ein Kind nach dem anderen auf die Bühne gerufen und bekommt den sprechenden Hut aufgesetzt. „Du erinnerst mich an eine Schlange. Geh nach Slytherin“, donnert der Hut beispielsweise (die Stimme aus dem Nirgendwo stammt aus der Lautsprecheranlage). Einen Jungen, der mit seinem roten Haar und Ringelpulli stark an Harry Potters Freund Ron erinnerte, schickt der sprechende Hut tatsächlich passend ins Gryffindor-Haus. Jede Zuteilung begrüßen die Kinder mit Klatschen und Kreischen. An vier langen Tischen empfangen die älteren Schüler die Neuen.

„Wir sind alle mit Harry Potter aufgewachsen und wollen den Zusammenhalt unter den Fünftklässlern fördern“, erzählt Jeremias Garve aus dem Organisationsteam. Die Abiturienten erfüllen sich mit der Harry-Potter-Nacht aber auch eigene Kinderfantasien. „Manche von uns haben immer davon geträumt, mal in der Schule zu übernachten“, verrät die 18-jährige Tamina Buchner.

Der eine oder andere habe sogar gehofft, eines Tages in ein Internat wie Hogwarts zu kommen, behauptet Abiturient Felix Muschner, im grauen Bademantel seines Vaters als Oberzauberer Dumbledore verkleidet.

Beim gemeinsamen Bankett gibt es nun zwar Hotdogs statt Brathähnchen („Das hätten wir uns nicht leisten können“, meint Felix Muschner), danach geht es aber stilecht weiter. Die Aula verwandelt sich in ein Feld fürs Quidditch-Spiel. Danach durchstreifen die Kinder in kleinen Gruppen in Begleitung der Älteren die dunkle Schule. Bei dem strengen Professor Snape müssen sie in Reagenzgläsern Zaubertränke brauen und bekommen dafür Noten, bei Schulleiter Dumbledore sollen sie durch geschicktes Kombinieren Kartentricks durchschauen. Schulsekretärin Birgit Kleinert stellt mit dickem Bart und grobem Gewand den Halbriesen und Wildhüter Hagrid dar. Im Keller lauert sogar der böse Voldemort, zum Glück noch in seiner frühen Phase als Kind. Im Wettkampf der Häuser sammeln die Schüler beim Lösen der Aufgaben Punkte.

Und zur Nachtruhe kramen die Abiturienten in den vier „Häusern“ ihre Harry-Potter-Bände hervor, damit die jungen Schüler auf ihren Isomatten die Geschichte noch einmal hören.

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