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Nordstadt "Luthern" ist das neue "Limmern"
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt "Luthern" ist das neue "Limmern"
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02:15 25.09.2016
Von Bärbel Hilbig
Während in Linden das „Limmern“ auf der Limmerstraße angesagt ist, ist in der Nordstadt das „Luthern“ rund um die Lutherkirche beliebt. Quelle: Foto: privat
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Hannover

Besonders im Sommer verlagert sich das Leben auf die Straßen und Plätze, wo Gastronomen ihre Terrassen aufgebaut haben und viele Passanten aber auch ohne Konsumzwang auf Bänken und Mäuerchen einen Platz finden. Einigen Anwohnern geht das inzwischen zu weit. Gleich mehrere Anlieger beklagten sich jetzt im Bezirksrat Nord über nächtlichen Lärm und liegen gelassenen Müll.

„Der Lutherkirchenplatz ist seit drei Jahren in einem solchen Zustand, dass ich mich sorge“, sagt Jan-Jakob Winkler, der seit rund 20 Jahren schräg gegenüber in der Straße Im Moore wohnt. Im Sommer sei es jeden zweiten Abend notwendig, die Polizei zu rufen, so stark sei die Lärmbelästigung durch trinkende und feiernde Menschen. „Auch die Hahnenstraße hat sich zu einer mittelprächtigen Partymeile entwickelt.“

Winkler, der sich selbst als überzeugten Nordstädter bezeichnet, lebt mit drei Kindern im Viertel und fragt sich, wie lange er die Situation noch erträgt. „Gibt es noch eine Möglichkeit, den Platz zu retten, oder muss ich nach Wennigsen ziehen?“, wendet er sich an die Politiker im Bezirksrat. Eine schnelle Antwort hat an dem Abend niemand parat.

Unter der sommerlichen Geräuschkulisse leidet auch Carola Wanser, die ebenfalls in der Nähe wohnt. Gegenüber ihrer Wohnung liegt die Anna-Siemsen-Schule mit ihrer beeindruckenden Freitreppe. Die Stufen bieten sich als Sitzgelegenheit geradezu an, die Treppe hat sich zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt. „Auf der wunderschönen Treppe sitzen abends Menschen mit erhöhtem Alkoholpegel und singen“, berichtet die Nachbarin. „Wir schlafen einfach nicht mehr.“

Die Anwohnerin stört sich aber auch am Müll, den Nachbarn nicht zum Abholtermin, sondern weit vorher vor die Tür stellen. „Altpapier, das nicht in blaue Säcke verpackt ist, bleibt liegen. Und die gelben Säcke werden nur alle 14 Tage abgeholt und fliegen überall auf dem Platz herum“, beklagt sich Carola Wanser. Nachbar Sebastian Ricken bestätigt, dass die Müllsäcke oft zwei Wochen lang an der Straße stehen.

In der Callinstraße plagt Anwohner Jörg Jerusel ein anderes Problem. Er wohnt mit Familie über einem Café, das tags für eine gewisse Geräuschkulisse sorgt, abends aber schließt. Doch die Terrassenmöbel bleiben stehen und werden auch noch spätnachts gerne von Kneipenbummlern genutzt. „Wenn die Kneipen nebenan voll sind, setzen sich die Besucher ans Café“, berichtet der Anlieger. Für Beschwerden fühlt sich keiner der Gastronomen zuständig, berichtet Jerusel. „Der Kneipier sagt, das sei ja nicht seine Außenbestuhlung, der Cafébetreiber, das seien nicht seine Gäste. Wen kann ich da ansprechen?“

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