Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Gibt es bald Bierbänke im Georgengarten?

Gastronomie im Park Gibt es bald Bierbänke im Georgengarten?

Der Brauhaus-Chef Rainer Aulich schlägt mehr Gastronomie im Park vor. Doch die ablehnenden Stimmen überwiegen.

Voriger Artikel
Weiterbildung für Mentoren von Jugendlichen
Nächster Artikel
Das ist das Programm beim Mimuse-Festival

Am historischen Milchhäuschen im Georgengarten nahe dem Großen Garten können Spaziergänger und Radfahrer schon jetzt eine Pause einlegen.

Quelle: Christian Link

Hannover. Fehlt es dem Georgengarten an Gastronomie? Brauhaus-Chef Rainer Aulich hat den historischen Park jüngst ins Gespräch gebracht, als es eigentlich um Einkehrmöglichkeiten am Maschsee ging. Der gewiefte Gastronom hat auch gleich zwei Standorte ins Auge gefasst: Im Kutscherhäuschen mitten im Georgengarten kann er sich gut eine Gaststätte vorstellen. Neben dem riesigen Parkplatz am Großen Garten hat Aulich außerdem einen Biergarten vor Augen - die Haltestelle Appelstraße liegt ebenfalls ganz dicht und dürfte weitere Kundschaft bringen. „Eine einfache Gastronomie könnte dort im Sommer den Bedarf abdecken und im Winter wieder zurückgebaut werden“, schildert Aulich.

Idee stößt bei Stadt auf Kritik

Bei der Stadt hält man von den spontanen Ideen nicht viel. Der Georgengarten steht wie die gesamten Herrenhäuser Gärten als Gartendenkmal unter Schutz. Das Kutscherhäuschen, ebenfalls denkmalgeschützt, stellt die Stadt nicht zur Disposition. Dort bestehen traditionell seit 1870 Pferdeställe. „Es ist nach wie vor an den Anbieter der Kutschfahrten in der Allee vermietet, der dort seine Pferde und Kutschen unterstellt. Und das wird auch so bleiben“, erklärt Stadtsprecherin Ulrike Serbent. Der zweite von Aulich angesprochene Standort neben dem Parkplatz gehört ebenfalls direkt zum geschützten Georgengarten und ist außerdem nicht erschlossen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite entsteht gerade ein Neubau, in dem die Bäckerei Steinecke im Erdgeschoss eine neues Café mit über 100 Plätzen einrichten will. Ein Biergarten träte mit dieser längst genehmigten Neuansiedlung in Konkurrenz.

Gastronomische Angebote rund um den Park

Rund um den historischen Park gibt es tatsächlich bereits einige ganz unterschiedliche gastronomische Angebote: die Vereinsgaststätte mit Biergarten an der Minigolfanlage, den eher studentisch geprägten Leibniz-Lounge-Biergarten am Königsworther Platz, das Gartencafé im Wilhelm-Busch-Museum, Milchhäuschen und Kiosk kurz vor dem Großen Garten und das Bistro im Sealife. Die Vereinsgaststätte in der Kleingartenanlage fasse bis zu 350 Personen und sei deshalb auch Anlaufstelle für Reisebusgesellschaften, betont Sprecherin Ulrike Serbent. „Und die Menschen kommen gern in den Georgengarten, um hier Picknick zu machen und auch um zu grillen, da es hier erlaubt ist. Die Stadt hält das Angebot also für ausreichend.“

Bezirksrat ist geteilter Meinung

Unter den Politikern im Bezirksrat Nord sind die Meinungen zu dem Vorstoß geteilt. SPD-Fraktionschef Yasin Herar würde neue Ideen begrüßen - wenn sie durchdacht sind und zum Gartenensemble passen. „Eine Bierbude mit Biertischgarnituren ohne Abstimmung mit Naturschutzbelangen kann ich mir dagegen nicht vorstellen.“ An beiden vorgeschlagenen Standorten gebe es zudem bereits Gastronomie mit Außenbestuhlung in direkter Nähe. Auch Grünen-Fraktionschef Stefan Winter lehnt die Vorschläge wegen der Konkurrenz zu den bestehenden Angeboten ab. Das Kutscherhaus liegt neben Wilhelm-Busch-Museum und Vereinsgaststätte, am Parkplatz stehen bereits Kiosk und Milchhäuschen. Außerdem hielten sich an schönen Tagen bereits sehr viele Menschen im Georgengarten auf, betont Winter. „Eine zusätzliche Gastronomie würde die Übernutzung dieser schönen Grünanlage im Herzen der Stadt noch verstärken.“

Biergarten kann Angebot ergänzen

Unter dem Vorbehalt, ob eine Genehmigung in dem historischen Park überhaupt möglich ist, sieht CDU-Fraktionschefin Angelika Jagemann die Vorschläge positiv. „Man muss natürlich abwägen, ob die Kioske darunter leiden würden. Aber bei gutem Wetter und bei Veranstaltungen im Großen Garten sind dort viele Menschen unterwegs.“ Ein Biergarten könnte die bestehenden Angebote ergänzen. Auch eine Gastronomie im Kutscherhäuschen könnte andere Zielgruppen ansprechen als die benachbarte Vereinsgaststätte. Eine Gaststätte in dem Backsteinhaus sei eine charmante Idee, meint Thomas Grote (Piraten). „Das wäre eine Attraktion mehr und Tische im Innenhof würden das Aussehen des Gartens nicht beschädigen.“ Gegen eine „sanfte Gastronomie“ hätte auch Michael Spatzker (FDP) nichts einzuwenden. „Ein Riesenbiergarten mit viel Tamtam passt dagegen nicht in den Georgengarten.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nordstadt
So schön ist die Nordstadt
Nordstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Nord, 13. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 30.106
  • Einwohner je Stadtteil: Nordstadt (16.604 Einwohner), Hainholz (6.664 Einwohner), Vinnhorst (6.698 Einwohner) und Brink-Hafen (140 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.777 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30167, 30165, 30179
  • Markantes aus der Geschichte: Die Nordstadt hat sich aus der "Steintor-Gartengemeinde" entwickelt, einer einst zum Amt Langenhagen gehörigen, ländlich strukturierten Verwaltungseinheit, die 1793 zum Amt Hannover kam.
Hannover – tierisch!

Kein anderer hat Hannover so fotografiert wie Wilhelm Hauschild. Anlässlich seines 30. Todestages widmet ihm die HAZ eine Bilderserie. Heute: Hannover – tierisch!

Augenblicke: Die Bilder des Tages

Klicken Sie sich durch spektakuläre Fotos – ausgewählt von der HAZ-Redaktion.