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Hausbesitzer müssen gestiegene Sanierungskosten zahlen

Nordstadt Hausbesitzer müssen gestiegene Sanierungskosten zahlen

In der Ratspolitik laufen längst Diskussionen, Anlieger nicht mehr für die Straßensanierung zur Kasse zu bitten. Hausbesitzer in der Straße Auf dem Loh sorgen sich aktuell aber noch ganz konkret darum, wie viel Geld sie wohl nach den Bauarbeiten überweisen müssen.

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Anwohner der Straße Auf dem Loh sind unzufrieden, dass die Sanierung ihrer Straße teurer wird als gedacht.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. In diesem Sommer sind die Baumaschinen angerückt. Ausreichend informiert fühlen sich die Hauseigentümer allerdings bisher nicht. Vor zwei Jahren hatten sie in einer Sitzung des Bezirksrats Nord die grobe Vorabinfomation bekommen, Neuaufbau der Fahrbahn, Regenwasserablauf, Fußweg sowie Fahrradbügel kämen insgesamt auf rund 450 000 Euro. Da Auf dem Loh als Anliegerstraße gilt, tragen die Grundstückseigentümer 75 Prozent der Kosten. Wie hoch der Anteil für jeden Einzelnen ausfällt, wollte die Stadt damals nicht beziffern.

Jetzt bekam Anlieger Andreas Nehm auf Nachfrage in der Verwaltung die Auskunft, die Arbeiten kosteten insgesamt voraussichtlich rund 544 000 Euro. Einem anderen Hausbesitzer soll eine Summe von 587 000 Euro genannt worden sein. Dazu kämen noch 30 000 Euro für den Regenwasserablauf. „Das ist eine Menge Geld, viel mehr als zunächst genannt. Und ich kann mich bisher auf nichts einstellen. Mir fehlen dazu wichtige Anhaltspunkte“, klagt Nehm. Der Angestellte in einer Landesbehörde hatte zunächst mit rund 20 000 Euro Kosten für die eigene Familie kalkuliert, auch ob er damit damals richtig lag, ist unklar.

Gestiegener Umfang

Ute Jürgens, Nehms Ehefrau, hat das Mehrfamilienhaus aus Familienbesitz gemeinsam mit ihrem Bruder geerbt. Um den Bruder auszuzahlen, hat sie Kredite aufgenommen, die nun mit den Mieteinnahmen abbezahlt werden. Viel Spielraum für Reparaturen bleibt nicht. Das Ehepaar hat erst einen Bruchteil der zu erwartenden Kosten für die Straßensanierung zurücklegen können.

Mit dem Beginn der Sanierung stellten die Anlieger jetzt außerdem fest, dass sich der Umfang der Bauarbeiten verändert hat. Damit Kinder sicherer die Grundschule Auf dem Loh erreichen, sind nun zwei neue Aufpflasterungen eingeplant. Außerdem befürchten die Anlieger, dass bei der Umgestaltung der Bürgersteige Parkplätze wegfallen.

"Niemand hat mit uns gesprochen"

„Niemand von der Stadt hat mit uns Eigentümern darüber gesprochen. Es hieß, die Straße bleibt, wie sie ist“, kritisiert der 52-jährige Nehm. Tatsächlich hatte Oberbürgermeister Stefan Schostok das Sonderprogramm Grunderneuerung mit dem Versprechen gestartet, Straßen ohne große Umgestaltung zu sanieren, damit die Kosten für Anlieger überschaubar bleiben.

Auf Nachfrage nennt die Stadtverwaltung eine aktuelle Kostenschätzung von rund 565 000 Euro. Bei der im Jahr 2015 überschlägig ermittelten Summe waren Entsorgungskosten noch nicht berücksichtigt. Die Aufpflasterungen müssen die Anlieger mittragen - der Bezirksrat hat sie zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beschlossen.

Die Straße ist nur auf einer Seite bebaut, mit Mehrfamilienhäusern in privater Hand. Auf der anderen Seite liegen Grundschule, Bahngelände und ein großer Spielplatz. Nun sollen die Parkplätze auf der Häuserseite wegfallen, Bauarbeiter pflastern den Bereich bereits. Dort sind Fahrradbügel eingeplant. „Die Parkplätze werden neu geordnet, ihre Anzahl bleibt in Summe aber erhalten“, sagt eine Sprecherin.

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