Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Hier ist Musik drin

Nordstadt Hier ist Musik drin

Zahlreiche Bands sind in den vergangenen zwei Jahren in der Strangriede Stage aufgetreten. Die Kneipe am nördlichen Engelbosteler Damm bietet vor allem lokalen Newcomern eine Bühne – bei freiem Eintritt für die Zuhörer.

Voriger Artikel
Eine Nacht in Hogwarts
Nächster Artikel
Dieb erbeutet wertlose Kette

Kurt Waag (Bild) betreibt die Musikkneipe seit zwei Jahren mit Kompagnon Max Joseph Diba. Die Einrichtung ist ihnen nebensächlich, der Sound zählt.Fotos: Surrey (3)

Quelle: Rainer Surrey

Nordstadt. Die Kneipe fällt nicht jedem sofort ins Auge, denn die Strangriede Stage liegt in der Tiefe des kleinen Platzes an der Haltestelle Strangriede. Für manche Musikfans hat sich das schlicht eingerichtete Lokal am nördlichen Ende des Engelbosteler Damms jedoch längst zu einer festen Adresse entwickelt. Die Singer-Songwriterin Noam Bar, mit ihrem Indie-Soul-Blues eine Art Lokalgröße, ist hier aufgetreten oder Planet Emily, die jetzt im Capitol eine große Bühne finden. Mit ihrer Strangriede Stage bieten die Betreiber Kurt Waag und Max Joseph Diba meist jungen lokalen Bands ein Podium. „Wir wollen eine Mischung anbieten, die junge Leute ins Viertel zieht oder auch mal alte Nordstädter anspricht“, erläutert Waag. Manchmal finden sich im Programm deshalb lokale Punk-Veteranen neben sanften Indie-Pop-Singern oder Rockmusikern.

Als Waag und Diba ihre Musikkneipe vor fast genau zwei Jahren am 14. Februar 2014 starteten, ging es beiden auch um einen persönlichen Feldzug. Polizei und Stadtverwaltung mühen sich seit einigen Jahren, den offenen Drogenhandel am nördlichen E-Damm einzudämmen. „Damals fuhren hier noch Nobelkarossen vor, und Dealer quatschten unsere Jugendlichen an“, berichtet Waag. Der 52-Jährige, mit seiner Familie selbst Hausbesitzer im Quartier, engagiert sich mit anderen Anliegern im Verein Engelbosteler Damm Nordstadt. Die Wohnungseigentümer, Geschäftsleute und Nachbarn wollen gemeinsam mit der Stadtverwaltung das Image der Gegend verbessern. Dazu organisieren sie seit 2013 das Strangriede-Fest (dieses Jahr am 2./3. September) und achten darauf, dass sich keine offensichtlichen Zeichen von Verwahrlosung bilden. Verstärkte Polizeipräsenz und geschickte Neuansiedlungen haben manches verbessert. Kneipen wie die Strangriede Stage und die Große Welt beleben das Viertel.

„Es entsteht ein bisschen Licht, und das scheuen die Dealer“, beschreibt es Waag. Die Veränderungen in dem eher armen, von sozialem Wohnungsbau geprägten Gebiet verlaufen jedoch schwerfällig, betont er. Der Kneipier, der schon als Pyrotechniker, Radladerfahrer, Groß- und Außenhandelskaufmann sowie Veranstaltungsorganisator gearbeitet hat, lebt seit 1995 in der Nordstadt. Mit der Entwicklung der Strangriede Stage ist er zufrieden.

Im Januar zog You silent I Bird 180 Leute in den Laden, weitere mussten abgewiesen werden. Die Veranstalter waren komplett überrascht vom meist sehr jungen und weiblichen Publikum. Mit Glück kommen inzwischen auf Tournee internationale Musiker wie der Kanadier David Celia und die Niederländer VanderLinde vorbei. „Topmodern und schick wird der Laden nie werden. Es war uns wichtiger, Geld in die Anlage zu investieren.“ Für ihr Programm sammeln Waag und Diba Bewerbungen von Bands, hören auf Tipps von ihren Technikern und kooperieren mit Radio Leinehertz sowie der Landesarbeitsgemeinschaft Rock. „Es ist unglaublich, was in Hannover an jungen Bands nachwächst. Das Musikzentrum hat dabei eine ganz wichtige Rolle.“

The Noisy Black (Alternative Acid Blues-Rock) geben am Sonnabend, 13. Februar, eine CD-Relase-Show. Hage, Frontmann von Seedcake, steht am Sonnabend, 20. Februar, unplugged mit der jungen Singer-Songwriterin Chiara auf der Bühne. Die Konzerte in der Strangriede Stage, Engelbosteler Damm 106, beginnen jeweils um 21 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Kneipe öffnet Montag bis Sonnabend von 11.30 bis 15 Uhr sowie ab 17 Uhr.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nordstadt
So schön ist die Nordstadt
Nordstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Nord, 13. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 30.106
  • Einwohner je Stadtteil: Nordstadt (16.604 Einwohner), Hainholz (6.664 Einwohner), Vinnhorst (6.698 Einwohner) und Brink-Hafen (140 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.777 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30167, 30165, 30179
  • Markantes aus der Geschichte: Die Nordstadt hat sich aus der "Steintor-Gartengemeinde" entwickelt, einer einst zum Amt Langenhagen gehörigen, ländlich strukturierten Verwaltungseinheit, die 1793 zum Amt Hannover kam.
Hannover – tierisch!

Kein anderer hat Hannover so fotografiert wie Wilhelm Hauschild. Anlässlich seines 30. Todestages widmet ihm die HAZ eine Bilderserie. Heute: Hannover – tierisch!

Augenblicke: Die Bilder des Tages

Klicken Sie sich durch spektakuläre Fotos – ausgewählt von der HAZ-Redaktion.