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Klangbüchse feiert 40. Geburtstag

Kleinkunst im Norden Klangbüchse feiert 40. Geburtstag

Kein Jubiläum im klassischen Sinne, aber doch eine runde Sache: Die Klangbüchse feiert in diesem Jahr ihr 40. Jubiläum. Der Verein schafft ein bemerkenswertes Kleinkunstangebot im Norden.

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Aula statt Open Air: Das erste „Sunday Folk Meeting“ musste 1977 kurzfristig in die Friedrich-Ebert-Schule verlegt werden. Dokumentiert haben das die Klangbüchse-Hausfotografen Wilfried Essing und Dirk Lange.

Quelle: privat

Hannover. Die Klangbüchse, Ausrichter zahlreicher Musik- und Kleinkunst-Veranstaltungen, wird 40 Jahre alt. Gegründet wurde sie 1976 in Gailhof als Arbeitsgruppe im Stadtjugendring Langenhagen - mit der Aufgabe, Folkmusikkonzerte und Festivals zu organisieren. Seit 1977 haben unzählige Besucher auch aus den nördlichen Stadtteilen Hannovers die Veranstaltungen in Langenhagen gesehen. Udo Püschel, Gründer der Klangbüchse, blickt auf die Anfänge zurück - und auf einen Versuch.

„Bevor ich nach Langenhagen kam, war ich in Osnabrück zweiter Vorsitzender in einem Jazz-Club. Dort gab es regelmäßig Musik- und Folklore-­Festivals mit einer großen Resonanz“, erinnert sich Püschel. „Da habe ich das einfach in Langenhagen probiert, zumal sich zu diesem Zeitpunkt die Folklore-Clubs in Hannover auflösten.“ Und es klappte. 1977 veranstaltete die Klangbüchse das erste „Folk Meeting“, bis 1983 sollten jährlich weitere folgen.

Premiere unter widrigen Bedingungen

Bei der Premiere spielte jedoch das Wetter nicht mit. „Es waren 800 Leute da. Wegen des starken Regens sind wir dann in die Aula der Friedrich-Ebert-Schule umgezogen, die Musik hat von 14 Uhr bis in den späten Abend gespielt“, erzählt Püschel, der sogar noch das Datum der Premiere weiß. „Es war der 11. September 1977. Der Anlass des Festivals war die Einweihung einer Fußgängerbrücke am Silbersee.“

Seit 1981 hat zudem das Kleinkunstfestival Mimuse seinen Platz im Terminkalender. Das Prinzip damals wie heute: Die Zuschauer sehen talentierte Nachwuchskünstler, denen eine Zukunft auf den großen Bühnen der Welt zuzutrauen ist. Schon bei der ersten Mimuse trat der nur im Raum Stuttgart bekannte Matthias Richling auf, heute gehört er zu den erfolgreichsten Kabarettisten in Deutschland. Auch ein 1996 nur Insidern geläufiger Michael Mittermeier war in jenem Jahr zu Gast in Langenhagen.

Besetzung wechselte mehrfach

Und auch wenn die Kleinkunst immer stärker im Kommen und das Interesse an Folk bald vorbei war - Musik ging natürlich trotzdem immer. Auf das Konto des Langenhagener Vereins Klangbüchse gingen auch die Jazzmatineen (erstmals 1980) oder das Stadtfest, dessen Wurzeln in den legendären Airport-Partys Mitte der Achtziger liegen. Spielstätten der Mimuse sind heute neben dem daunstärs (99 Plätze) der Theatersaal mit knapp 600 Plätzen.

Die Besetzung der Klangbüchse wechselte im Verlauf von 40 Jahren mehrfach. Das Erbe von Udo Püschel hat inzwischen Franz Gottwald übernommen. Der Grafiker, Kulturpädagoge und Flamenco-Gitarrist ist Vorsitzender des Trägervereins und Programmgestalter in Personalunion.

Püschel ist bis heute Mitglied der Klangbüchse - und wenn Not am Mann ist, dann hilft der 74-Jährige aus. Der umtriebige Langenhagener ist übrigens noch nicht im Ruhestand: Er gestaltet Kleinkunstprogramme in Freiburg, Hamburg und auf der Insel Rügen.

Von Stephan Hartung

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