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Landesfrauenklinik wird kein Flüchtlingsheim

Nordstadt Landesfrauenklinik wird kein Flüchtlingsheim

Die ehemalige Landesfrauenklinik wird nicht zur Notunterkunft für Flüchtlinge. Der Bezirksrat Nord hatte im November vorgeschlagen, das bisherige Krankenhaus am Herrenhäuser Kirchweg auf seine Eignung als Flüchtlingsheim zu prüfen.

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Kurzfristige Investitionen in die Landesfrauenklinik, um Flüchtlinge unterzubringen, wären „unangemessen und unwirtschaftlich“.Foto: Krajinovi

Quelle: Marta Krajinović

Nordstadt. Die ehemalige Landesfrauenklinik wird nicht zur Notunterkunft für Flüchtlinge. Der Bezirksrat Nord hatte im November vorgeschlagen, das bisherige Krankenhaus am Herrenhäuser Kirchweg auf seine Eignung als Flüchtlingsheim zu prüfen. Denn Haupthaus und Nebengebäude, die zum Nordstadtkrankenhaus gehörten, stehen bereits seit Mai vergangenen Jahres leer. Die Politiker regten an, die Stadt möge mit der Region Hannover als Eigentümer darüber verhandeln, die Immobilie befristet anzumieten oder auch kostenfrei zu nutzen.

Die Stadtverwaltung hat den Vorschlag jetzt abgelehnt. Bereits kurz vor Weihnachten haben Mitarbeiter des Klinikums sowie Fachleute der Stadt für Brandschutz, Stadterneuerung sowie Immobilien das alte Krankenhaus gemeinsam mit dem technischen Leiter der Immobilie inspiziert. Dabei stellten sie fest, dass das Hauptgebäude mit rund 5500 Quadratmeter Nutzfläche stark sanierungsbedürftig ist. Nach einer groben Kostenschätzung dürfte es allein schon mehr als drei Millionen Euro kosten, die Räume halbwegs nutzbar zu machen.

Damit Menschen dort, wenn auch vorübergehend, wohnen können, müssten umfangreiche Arbeiten erfolgen. Dringend erforderlich wären die Instandsetzung oder Erneuerung von Sanitäranlagen, Heizungen sowie elektrischen Leitungen, eine Teilsanierung feuchter Wände und Decken, ein Brandschutzkonzept und zusätzlich Umbauten der Küchen.

Die Stadtverwaltung verweist in ihrer Begründung auch auf die Erfahrungen mit dem ehemaligen Oststadtkrankenhaus, das seit geraumer Zeit als Flüchtlingsunterkunft dient. Obwohl es bis kurz vor der Umnutzung als Klinik in Betrieb war, habe die Umrüstung erhebliche Arbeit erfordert. Weiterhin seien dort immer wieder Sanierungsarbeiten notwendig. In der ehemaligen Landesfrauenklinik ließen sich dagegen auf keinen Fall kurzfristig Flüchtlinge unterbringen.

Im Fall der Landesfrauenklinik sprechen jedoch auch andere Motive gegen den Vorschlag. Das Klinikum Region Hannover als direkter Eigentümer will das weitläufige geschichtsträchtige Gelände vermarkten, allein eine kurzfristige Zwischennutzung sei denkbar, so heißt es. Die Stadtverwaltung versucht aber, für Gebäude, die als Flüchtlingsheim dienen sollen, möglichst Mietverträge für rund zehn Jahre abzuschließen. Das historische Gemäuer der Landesfrauenklinik mit seinem markanten Giebel und einem filigranen Glockenturm steht unter Denkmalschutz. Aus Sicht der Stadt eignet sich das Gelände gut für Wohnungsbau, sie hat es deshalb auch in ihrem langfristigen Wohnbaukonzept verankert. Interessenten stehen längst bereit, die einen Umbau in Wohnungen planen.

Vor diesem Hintergrund bezeichnet es die Stadtverwaltung als „unangemessen und unwirtschaftlich“, erhebliche Investitionen für eine zeitlich befristete Notunterbringung aufzubringen, die sich bei einer späteren Umnutzung zu Wohnungen nicht wertsteigernd auswirkten.

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Nordstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Nord, 13. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 30.106
  • Einwohner je Stadtteil: Nordstadt (16.604 Einwohner), Hainholz (6.664 Einwohner), Vinnhorst (6.698 Einwohner) und Brink-Hafen (140 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.777 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30167, 30165, 30179
  • Markantes aus der Geschichte: Die Nordstadt hat sich aus der "Steintor-Gartengemeinde" entwickelt, einer einst zum Amt Langenhagen gehörigen, ländlich strukturierten Verwaltungseinheit, die 1793 zum Amt Hannover kam.
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