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Nordstadt Müll weht weiter durch die Nordstadt
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt Müll weht weiter durch die Nordstadt
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16:46 25.05.2016
Von Bärbel Hilbig
Stehen oft mehrere Tage an den Straßen: Gelbe Säcke in der Nordstadt.Foto: Franson Quelle: Samantha Franson
Nordstadt

Verpackungsmüll und aufgeplatzte gelbe Plastiktüten werden wohl auch in Zukunft durch die Nordstadt wehen. Mike Renneberg vom kommunalen Abfallentsorger Aha machte Bürgern und Politikern in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Nord wenig Hoffnung, dass die Gelben Säcke eines Tages häufiger abgeholt werden. Bisher nehmen die Müllwerker von Aha die gelben Wertstoffsäcke alle 14 Tage mit, Säcke mit Papiermüll jedoch wöchentlich. Manche Anwohner schert das wenig, sie stellen die gelben Tüten manchmal schon eine Woche vor dem Abholtermin an die Straße. Da die dünnen Plastiksäcke leicht aufreißen, ergießt sich der Inhalt meist bald auf den Bürgersteig.

„Für eine Erweiterung des Abfuhrrhythmus müssten die Dualen Systeme allerdings mehr zahlen, und dazu sind sie natürlich gar nicht geneigt“, erklärt Renneberg. In der ursprünglichen Vereinbarung aus den Neunzigerjahren war für die Stadt Hannover ein 14-Tage-Turnus festgelegt worden. Nur für einige wenige Stadtteile (Linden-Mitte, Linden-Nord, Oststadt, Südstadt und List) sei es damals gelungen, wöchentliche Abholtermine durchzusetzen. „Wir versuchen bei der erneuten Ausschreibung jedes Mal, das auf weitere Stadtteile auszuweiten“, berichtet der Abteilungsleiter für Abfall- und Wertstoffabfuhr. Die dicht besiedelte Nordstadt werde dabei immer wieder wie auch andere - erfolglos - ins Feld geführt. Das Duale System, das den Auftrag für das Einsammeln und Verwerten der Leichtverpackungen vergibt, verfolgt dagegen das Ziel, die gelben Wertstoffsäcke möglichst in allen Stadtteilen nur 14-tägig abholen zu lassen. Vor der aktuellen Ausschreibung ist es jetzt wieder gescheitert, für zusätzliche Stadtteile eine wöchentliche Abfuhr zu vereinbaren.

Dem Zweckverband Aha kommt beim Gelben Sack eine Doppelrolle zu. Als öffentlich-rechtlicher Abfallwirtschaftsbetrieb verhandelt er mit dem Dualen System über die Standards der Entsorgung. Zum anderen muss er sich selbst bewerben, wenn er weiter die Gelben Säcke abtransportieren will. Aktuell läuft die neue Ausschreibung für die Abfuhr, die in Hannover bisher jedes Mal Aha gewonnen hat. Im Umland ist jedoch seit Kurzem der private Entsorger Remondis am Zuge - und hatte in der Anfangsphase deutliche Schwierigkeiten.

Aus Sicht des Aha-Manns Renneberg bereitet das System an mehreren Stellen Probleme. „Manche Bürger hauen den Gelben Sack vor die Tür und gehen davon aus, dass er irgendwann schon abgeholt wird.“ Andere stecken Essensreste oder Plastikgegenstände in die Wertstoffsäcke, für deren Entsorgung die Verpackungshersteller nicht zahlen. Die Müllwerker lassen diese Tüten auf ihrer Gelben-Sack-Tour stehen.

Für die Entsorgung falsch gefüllter oder aufgerissener Säcke ist der Verursacher verantwortlich - oder am Ende die Anlieger und auf öffentlichen Flächen der von der Stadt beauftragte Abfallbetrieb Aha. „Wenn ich das Entstehen von Müllecken verhindern will, muss ich diese Reste schnell abholen. Aber dann bestätige ich diejenigen, die ihre Säcke zu jeder Zeit rausstellen“, erläutert Renneberg. Aha verzögert das Abholen deshalb. In manchen Fällen verhängen Abfallfahnder auch ein Bußgeld. Eine Erhöhung der Strafzahlungen ist in Vorbereitung. Bisher kostet es 20 Euro, wenn die Abfallfahnder denjenigen dingfest machen können, der Tüten falsch befüllt oder Abfall früher als am Abend vor der Abfuhr an die Straße gestellt hat. Doch den Verursacher zu finden ist erfahrungsgemäß schwierig. Wenn sich in einer Straße oder Häuserzeile Probleme ballen, reagiert der Entsorger ansonsten mit Hauswurfsendungen oder informiert auf Mieterversammlungen.

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