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Nordstadt Politik will preiswerte Wohnungen auf Bumke-Gelände
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt Politik will preiswerte Wohnungen auf Bumke-Gelände
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02:15 17.09.2017
Von Bärbel Hilbig
Die Politik möchte bei der Neugestaltung des Bumke-Geländes mitreden. Wie das am Besten geschehen soll, darüber sind sich Bezirks- und Stadtrat uneins. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Das alteingesessene Unternehmen Sanitär- und Elektrogroßhandel Bumke gibt seinen Standort am Engelbosteler Damm bis Ende 2019 auf. Die Nachlassverwalter bieten das 9000 Quadratmeter große Grundstück, das sich auch über mehrere Hinterhöfe nördlich der Oberstraße erstreckt, seit geraumer Zeit zum Verkauf an. Für das Filetstück in Innenstadtnähe haben sich schnell Investoren interessiert.

Die Fraktionen von SPD und Grünen im Bezirksrat fordern von der Stadtverwaltung, das Gelände frühzeitig als Wohngebiet auszuweisen. Bisher ist im Bebauungsplan Gewerbe vorgeschrieben. Außerdem wollen SPD und Grüne dort einen „städtebaulichen Entwicklungsbereich“ nach Baugesetzbuch festlegen. Die Politiker gehen davon aus, auf diese Weise Ziele festlegen zu können, die für künftige Investoren bindend sein sollen. Sie wollen damit erreichen, dass nach Sanierung oder Neubau auf dem Gelände auch Wohnungen im niedrigen Preissegment angeboten werden.

Stadt will mitentscheiden

Stadtplanerin Edda Rabe hatte allerdings in der vorherigen Sitzung vor einer schnellen Änderung des Bebauungsplans gewarnt, denn das löse bereits vor dem Verkauf eine Wertsteigerung des Grundstücks aus. Die Einflussmöglichkeiten der Stadt seien danach geringer. „Wir wollen der Verwaltung aber keine freie Hand lassen, sondern formulieren ein deutliches Ziel. Der Investor soll nicht allein entscheiden“, beharrt Grünen-Ratsherr Patrick Drenske.

Der Antrag fand mit den Stimmen von SPD und Grünen eine Mehrheit, die CDU stimmte dagegen, die Einzelvertreter von Linke, die Partei und Piraten enthielten sich. Die CDU forderte in einem eigenen Antrag, die Eigentümer größerer Grundstücke in der Umgebung nach ihren Wünschen zu befragen. Das lehnte die Mehrheit im Bezirksrat ab. „Nachbarn wollen keine Neubauten. Das habe ich im Bauausschuss schon oft erlebt“, wandte Ratsherr Oliver Förste (Linke) ein und nannte als Beispiel die Wasserstadt Limmer. „Eine Bürgerbeteiligung ist bei einem Projekt dieser Größenordnung eine Selbstverständlichkeit“, sagt Drenske, eine eigene Befragung von Grundstückseigentümern sei daher überflüssig.

Preiswertes Wohnen erhalten

In Hannover lässt es sich weiter wesentlich preiswerter und entspannter leben als in Städten wie Hamburg. Dennoch steigen Mieten und Immobilienpreise inzwischen auch bei uns spürbar an. Auf die Nordstadt, die sich stetig weiter zum Trendviertel mausert und zugleich eine familiäre Atmosphäre bewahrt, trifft das besonders zu. Der leicht abgewetzte Charme des Viertels ist dabei offenbar kein Hinderungsgrund, macht vielleicht sogar einen Reiz aus. Zu Recht sorgen sich deshalb Bürger, wo Menschen mit geringem Einkommen noch eine Wohnung finden können. Es ist zu begrüßen, wenn sich Lokalpolitiker dafür einsetzen, bei Neubebauung auch preiswertes Wohnen einzuplanen. Ob die gewählten Mittel greifen, muss sich allerdings erweisen.

Ein Kommentar von Bärbel Hilbig

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