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Sparkasse: Diese Filialen schließen im Norden

Neues Konzept Sparkasse: Diese Filialen schließen im Norden

Vor einer Woche gab die Sparkasse ihr umfangreiches Konzept zur Einsparung und Neuausrichtung bekannt. Auch Filialen in den nördlichen Stadtteilen sind von den einschneidenden Veränderungen betroffen.

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Wird zum SB-Standort reduziert: die Filiale im Sahlkamp in der Elmstraße 17a. Trotzdem wirbt das Plakat im Fenster mit dem Slogan: „Lächeln ist einfach“.

Quelle: Moers

Hannover. Insgesamt 19 Filialen in Stadt und Region werden demnach bis Ende 2019 geschlossen, 14 weitere zu Selbstbedienungs-Standorten reduziert. Auf dem Engelbosteler Damm verschwindet die Sparkassenfiliale im Bereich der Stadtbahnhaltestelle Strangriede ersatzlos. In Vahrenheide wird die das Stadtteilbild prägende Filiale am Sahlkamp-Markt zu einem Automaten-Standort zurückgebaut. Im Umfeld der betroffenen Standorte macht sich unter Sparkassen-Kunden und einigen Bezirksratspolitikern Ernüchterung breit. Die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Bezirksrat Nord, Angelika Jagemann, kritisiert den Beschluss der Bank als rücksichtslos gegenüber der Kundschaft vor Ort.

„Für die Entscheidung können wir kein Verständnis aufbringen“, ärgert sich Jagemann. Sie verweist dabei auf den öffentlichen Auftrag, der das kommunale Geldinstitut von einer privatwirtschaftlichen Bank unterscheide. „Nach meinem Verständnis muss die Sparkasse der Bevölkerung in ihrem Einzugsgebiet ein Finanzdienstleistungsangebot zur Verfügung stellen“, kritisiert Jagemann die Ausdünnung des Filialnetzes.

"Es gib ja weitere Filialen"

Ihr Bezirksratkollege Stefan Winter von den Grünen dagegen hält die Einschnitte im Norden für erträglich. „Es gibt in der Nordstadt und sogar auf dem Engelbosteler Damm ja weitere Filialen“, so Winter. Im Übrigen habe man mit der im Sommer an den Hainhölzer Markt umgezogenen Filiale eine Aufwertung des Sparkassen-Angebots vor Ort erfahren. „Die Versorgung für Sparkassen-Kunden mit Bargeld ist also gesichert. Ich sehe deshalb keine große Betroffenheit“, so der Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Wie begrenzt die Möglichkeiten der Bezirksräte in Sparkassen-Standortfragen tatsächlich sind, zeigte sich bereits bei dem Streit um die Schließung einer Filiale in Burg. Trotz langwieriger und engagierter Proteste von Anwohnern und des Bezirksrats Herrenhausen-Stöcken schloss die Sparkasse den Standort in der Harzburger Straße zum Jahresende 2015. Keine Petition, keine Verhandlungen mit Bankvorstand Heinrich Jagau und dem Oberbürgermeister konnten daran etwas ändern. Auch dieses Mal lässt die Sparkasse keinen Zweifel an der Realisierung ihres Vorhabens. „Die Entscheidung ist endgültig“, zementiert Sparkassensprecherin Renate Schmidt-Temmelmann das Sparkonzept. Damit erteilt die Bank möglichen Einwänden und Änderungsgesuchen eine deutliche Absage.

Protest gegen Schließungen

Der Vize-Vorsitzende des Seniorenbeirats Klaus Dickneite hatte in einem Interview angekündigt, gegen die Schließungen zu protestieren. Senioren seien die klaren Verlierer der Neuausrichtung. Viele würden dem von der Bank forcierten Trend zum Online-Banking nicht folgen können. Senioren-Vertreter Dickneite setzt auf die Unterstützung der Bezirksräte. Die können an dem Beschluss des Bankvorstands allerdings nichts mehr ändern.

Vor Ort bei den direkt betroffenen Kunden gibt es derweil wenig Begeisterung für die Sparpläne. Im Verbund mit weiteren Umstrukturierungen und Personalkürzungen (200 Stellen) sollen diese insgesamt 30 Millionen Euro im Jahr einsparen. „Das ist schon blöd, dass man jetzt weiter laufen muss“, findet der 19-jährige Johannes Kestler. Seine Bankgeschäfte erledigt er gerne in der Filiale um die Ecke. „Auf Online-Banking habe ich keinen Bock“, erklärt er. Vor ihm im Schaufenster weist ein Werbeplakat auf das digitale Angebot der Sparkasse hin. „Sicher online zahlen ist einfach“, steht ermunternd darauf. „Einfach im Online-Banking registrieren“, empfiehlt die Sparkasse. Kestler wurde bereits am Schalter von einem Berater nahegelegt, auch ins digitale Bank-Zeitalter aufzubrechen. „Unsere Kunden verlangen nach neuen Lösungen“, heißt es in der Presseerklärung zur Neu-Ausrichtung. Für eine neue Lösung müssen sich die Kunden dieser Filiale wohl umsehen.

Von Mario Moers

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Insgesamt 19 Filialen in Stadt und Region will die Sparkasse bis Ende 2019 schließen. Auch Filialen in den südlichen Stadtteilen sind von den einschneidenden Veränderungen betroffen. Geschlossen wird jedoch keine.

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  • Stadtbezirk : Nord, 13. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 30.106
  • Einwohner je Stadtteil: Nordstadt (16.604 Einwohner), Hainholz (6.664 Einwohner), Vinnhorst (6.698 Einwohner) und Brink-Hafen (140 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.777 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30167, 30165, 30179
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