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Stadtteilplan zeigt Flüchtlingen den Weg

Ab Oktober Stadtteilplan zeigt Flüchtlingen den Weg

Einen eigenen Stadtplan für Flüchtlinge bereitet eine Gruppe von Freiwilligen und Profis speziell für den Stadtbezirk Nord gemeinsam vor. Er zeigt Vereine, WLAN-Punkte und Beratungsstellen.

Sybille Heller arbeitet noch am Stadtplan für Flüchtlinge.

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Die Idee kam Sybille Heller bei ihren Besuchen in der Flüchtlingsunterkunft Alt-Vinnhorst, wo sie sich mit anderen Nachbarn engagiert. „Unsere Flüchtlinge wohnen dort am Rande der Stadt, neben Brachland und ICE-Strecke. Durch die Lage hat sich die Unterkunft zu einer Art Dorf mit gutem Zusammenhalt entwickelt.“ Dennoch brauchen die Bewohner mehr als eine gute Nachbarschaft. „Mit einem spezialisierten Stadtplan können wir ihnen besser den Weg weisen.“

Kleiderkammern, Sportvereine, Kultureinrichtungen

Aus der Idee für Vinnhorst hat sich längst ein Vorhaben für Flüchtlinge im gesamten Stadtbezirk Nord und auch für ihre Helfer entwickelt. Der Kinderstadtplan der Stadt Hannover dient dabei als Modell. Fachleute der städtischen Geoinformation haben einen Ausschnitt aus der Stadtkarte vorbereitet. Heller, selbst Grafikerin, trägt mit einer Gruppe von Freiwilligen und Stadtbezirksmanagerin Astrid Schepers Informationen zusammen. Denn statt Spielplätzen soll der neue Stadtteil-Stadtplan Flüchtlingen für sie wichtige Orte zeigen: Vermerkt sind Stellen, an denen über WLAN der kostenfreie Zugang zum Internet möglich ist, Einrichtungen, in denen Flüchtlinge Computer nutzen können, Kleiderkammern, Sportvereine, Kultureinrichtungen, Beratungsstellen, Bürgerämter und Ähnliches. „Der Faltplan richtet sich an Flüchtlinge und auch ihre Unterstützer“, erläutert Christine Deja, Vorsitzende des Integrationsbeirats Nord. In der praktischen Arbeit sei deutlich geworden, dass neu ankommende Flüchtlinge und ebenso ehrenamtliche Helfer diese spezielle Orientierung brauchen. „Wir Deutschen wissen von vielen Einrichtungen gar nichts. Durch die Arbeit habe ich vieles neu kennengelernt“, bestätigt Sybille Heller.

"Alle Vereine und Institutionen enthalten"

Der Integrationsbeirat Nord gibt das Faltblatt heraus, das voraussichtlich mit Erläuterungen auf Deutsch, Englisch, Arabisch und Persisch erscheinen soll. Der Bezirksrat Nord hat vor der Sommerpause der Finanzierung in Höhe von rund 3600 Euro aus dem Budget des Integrationsbeirats zugestimmt. Darin sind Druckkosten für tausend Exemplare und Übersetzungskosten enthalten. „Alle Vereine und Institutionen werden enthalten sein“, betont Bezirksbürgermeisterin Edeltraut Geschke.

Der Stadtplan Nord für Flüchtlinge könnte als Vorbild für das gesamte Stadtgebiet dienen. „Aus Stadtteilen wie Döhren und der List kamen schon Nachfragen“, berichtet Sybille Heller. Doch noch ist das Werk nicht vollendet. Die verschiedenen Einrichtungen haben noch bis Anfang September Zeit, ihre Kurzbeschreibungen zu schicken. Dann sind die Übersetzer gefragt. Wenn alles gut läuft, erscheint der besondere Stadtplan im Oktober.

So schön ist die Nordstadt
Nordstadt in Zahlen
  • Stadtbezirk : Nord, 13. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 30.106
  • Einwohner je Stadtteil: Nordstadt (16.604 Einwohner), Hainholz (6.664 Einwohner), Vinnhorst (6.698 Einwohner) und Brink-Hafen (140 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.777 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30167, 30165, 30179
  • Markantes aus der Geschichte: Die Nordstadt hat sich aus der "Steintor-Gartengemeinde" entwickelt, einer einst zum Amt Langenhagen gehörigen, ländlich strukturierten Verwaltungseinheit, die 1793 zum Amt Hannover kam.
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