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Nordstadt Hannoves neue Adresse für Live-Musik
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt Hannoves neue Adresse für Live-Musik
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00:15 11.09.2016
Handgemachte Rockmusik: Die Scumdogz spielen in der Strangriede Stage. Quelle: Moers
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Hannover

Totgesagte leben bekanntlich länger. Nachdem Hannovers Musikszene in den letzten Monaten das Ende mehrerer Livemusikclubs (Tante Minchens, Große Welt) betrauerte, gibt es in der Nordstadt wieder Anlass zur Hoffnung. Mit dem Subculture eröffnete am Wochenende ein neuer Liveclub an der Strangriede seine Pforten. Gemeinsam mit der Strangriede Stage sind die Betreiber entschlossen, dem Niedergang der Musik-Subkulturen zu trotzen. Zum Strangriede-Fest am Wochenende ging das Konzept auf. Hunderte Rockfans verwandelten die tagsüber eher unschöne Fußgängerzone an der Strangriede in eine Partymeile.

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Der nördliche E-Damm entwickelt sich zur Ausgehadresse für Rockfans, Mucker und sonstige Partygänger. Am Wochenende eröffnete dort der neue Liveclub Subculture.

"Habt ihr Bock auf Rock ’n’ Roll?!"

„Habt ihr Bock auf Rock ’n’ Roll?!“ Die Frage, die der Scumdogz-Sänger in die kleine Strangriede Stage ruft, ist eigentlich keine. Die Heavy-Metal-Kutten und Band-Shirts im Publikum machen deutlich, das handgemachte Rockmusik hoch im Kurs steht heute Abend. Kiss, Biohazard oder Iron Maiden steht auf den Shirts. An der Bar sitzt einer mit Stroh-Cowboy-Hut, Jeansjacke und Sodom-Textil. Neben dem Bier steht ein Kurzer. Wüsste man es nicht besser, könnte man meinen, eine Zeitreise in die Achtzigerjahre unternommen zu haben. Harte Rockmusik, Punkabilly und Stonerrock dominieren dieses Jahr das Strangriede-Festival. Und das Publikum dankt es Betreiber Kurt Waag. Dessen Entscheidung, seit drei Jahren an einer eher abgelegenen Ecke der Nordstadt auf Livemusik zu setzen, war mutig. Ein langes rotes Radio-Leinehertz-Banner an der Wand ist ein Indiz dafür, dass das Experiment erfolgreich ist. In der Lokalmusik- und Muckerszene ist die Strangriede Stage zu einer festen Größe geworden, auch für weniger harte Bands.

Rockabilly, Metal, Techno, Gothic und Disco

Auch Jens Klostermann und Thorsten Bayer sind fest davon überzeugt, dass Live-Läden weiterhin eine Chance haben. Die beiden überlegten deshalb nicht lange, als sie erfuhren, dass die Große Welt, ein ehemaliges Kino, zu mieten ist. Klostermann ist seit Jahrzehnten Konzertorganisator in der Rockabilly- und Psychobilly-Szene, hat bereits in der Großen Welt und in der Strangriede Stage Konzerte und Partys veranstaltet. Das Subculture soll ein Club für alle Subkulturen sein, so klein sie heutzutage auch sein mögen. Denn Fakt ist, von den Musiksubkulturen der Achtziger- und Neunzigerjahre sind heute oft nicht mehr als ein paar Leutchen übrig geblieben. „Die Szenen sind mittlerweile so klein, dass man sich nicht spezialisieren kann“, glaubt Klostermann. Im Subculture stehen deshalb neben Rockabilly auch Metal, Techno, Gothic und Disco auf dem Programm. Für den freien Montag hat bereits ein Männergesangsverein angefragt, ob er die Bühne für Proben nutzen kann. „Und wenn einer kommt und eine Reggae-Party machen will, bin ich da auch offen“, erklärt Klostermann. Das Interieur des neuen Clubs wirkt entsprechend alternativ neutral, erinnert vielleicht ein wenig an das ehemalige Backstage im Capitol. Zur benachbarten Strangriede Stage pflegt man ein freundschaftliches Verhältnis. „Wir sprechen Konzerte ab, haben einen gemeinsamen Flyer und beim nächsten Strangriede-Fest sind wir auf jeden Fall mit einer eigenen Bühne dabei“, kündigt Klostermann an. Unter www.subcultureteam-hannover.de sind die kommenden Konzerte und Partys nachzulesen.

Von Mario Moers

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