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Treff für Wohnungslose wird obdachlos

Trägerverein findet keine neue Bleibe Treff für Wohnungslose wird obdachlos

Dem Tagestreff für Wohnungslose Nordbahnhof droht selbst die Obdachlosigkeit - die Sozialeinrichtung verliert ihre Räume. Bei der Suche nach einer neuen Wohnung in den nördlichen Stadtteilen stößt der Trägerverein auf große Schwierigkeiten.

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Dem Tagestreff für Wohnungslose Nordbahnhof droht selbst die Obdachlosigkeit - die Sozialeinrichtung verliert ihre Räume.

Quelle: privat

Hannover. Kirchen, Politik und Stadtverwaltung hat der Verein längst um Hilfe gebeten. Bislang ohne Ergebnis. „Wir sind ununterbrochen mit der Suche beschäftigt“, berichtete Sozialpädagogin Christiane Muirhead jetzt im Bezirksrat Nord.

Die Selbsthilfe für Wohnungslose (Sewo) betreibt mehrere Anlaufstationen für Menschen ohne feste Wohnung. Zu den Einrichtungen gehören der Saftladen an der Podbielskistraße und der Frauentreff Szenia in der Altstadt, wo auch eine Beratungsstelle für Frauen angesiedelt ist.

"Wir wollen diesen Menschen eine Heimat bieten"

Der Nordbahnhof am Engelbosteler Damm 113 kurz vor der Eisenbahnbrücke ist der größte Treff. 150 bis 200 hilfsbedürftige Menschen suchen dort täglich Hilfe. „Sie können bei uns duschen, waschen, bekommen persönliche Beratung. Wir wollen diesen Menschen eine Heimat bieten, sie von dort aus weiterführen und wieder sozial integrieren“, beschreibt Roland Kogge, Vorsitzender des Trägervereins. Besonders im Winter sei ein Tagesaufenthalt für die Obdachlosen immens wichtig.

Zu den Besuchern gehören Menschen aus Notunterkünften und auch kleinen Wohnungen, die in Armut leben, eine kleine Rente bekommen oder auch Schulden haben. „Sie können nicht mal eben so ins Kino oder Café gehen. Die Einsamkeit ist für die meisten ein großes Problem“, berichtet Christiane Muirhead. Etliche Besucher leiden unter Krankheiten oder Sucht. Im Nordbahnhof gibt es neben Aufenthaltsräumen, Küche und Büro auch ein Behandlungszimmer, in dem die Ambulanz der Caritas zweimal pro Woche Obdachlose kostenlos behandelt.

Suche nach Räumlichkeiten erfolglos

Zunächst sollte der Tagestreff seine Räume bereits Ende Juli verlassen. Nachdem die monatelange Suche bisher erfolglos blieb, hat der Vermieter die Frist bis Ende März 2017 verlängert. „Wir können aber jederzeit früher raus und sollen das eigentlich auch“, sagt Kogge. Der von Land und Region geförderte Verein benötigt eine 200 bis 250 Quadratmeter große Wohnung, möglichst mit Rückzugsräumen und einem Außenbereich.

Dem SPD-Bezirksratspolitiker Detlev Schmidt-Lamontain fallen spontan ein leerstehendes Gebäude des Abfallentsorgers Aha am Weidendamm ein und das Jugendzentrum Feuerwache. Die Stadt will dieses Haus aber wegen des Sanierungsaufwands eigentlich ganz aufgeben, wenn sie Ersatzräume für das Jugendzentrum findet. „Es ist traurig, dass wir überhaupt diskutieren müssen“, kommentiert Schmidt-Lamontain. Roland Kogge hat von beiden Objekten schon gehört. „Sie werden aber nur sehr zurückhaltend angeboten.“

Der Bezirksrat fordert die Stadtverwaltung einstimmig auf, den Verein bei der Suche zu unterstützen. Die anerkannt gute und vor allem dringend notwendige Unterstützung für Menschen in Wohnungsnot dürfe mit dem Wegfall des aktuellen Standorts keinesfalls enden, heißt es in der Begründung des Antrags.

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  • Stadtbezirk : Nord, 13. Stadtbezirk in Hannover.
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 30.106
  • Einwohner je Stadtteil: Nordstadt (16.604 Einwohner), Hainholz (6.664 Einwohner), Vinnhorst (6.698 Einwohner) und Brink-Hafen (140 Einwohner)
  • Bevölkerungsdichte : 2.777 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30167, 30165, 30179
  • Markantes aus der Geschichte: Die Nordstadt hat sich aus der "Steintor-Gartengemeinde" entwickelt, einer einst zum Amt Langenhagen gehörigen, ländlich strukturierten Verwaltungseinheit, die 1793 zum Amt Hannover kam.
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