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Nordstadt Wildnis im Welfengarten wird in Form gebracht
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt Wildnis im Welfengarten wird in Form gebracht
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06:15 11.06.2016
Von Bärbel Hilbig
Der breite Trampelpfad von der Leibniz-Uni zur Hauptmensa soll durch zwei parallele Wege am Rand der Wiese ersetzt werden. Foto: Wallmüller Quelle: Michael Wallmueller
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Nordstadt

Als vielgenutzter Stadtteilpark, Liegewiese für Studenten und Verbindung zwischen verschiedenen Uni-Einrichtungen dient der Welfengarten. Sein Charakter als Teil der geschichts-trächtigen Herrenhäuser Gärten kommt dabei manchmal zu kurz. „Der Welfengarten ist in einem Zustand, wie wir ihn eigentlich nicht haben wollen, denn wir sind uns seiner Bedeutung bewusst“, bekennt Ralph Haas, Leiter des Sachgebiets Bau der Leibniz-Universität. Pflege und Erhalt des historischen Parks falle der Uni angesichts knapper Mittel jedoch schwer. Dieses Jahr beginnt die Uni deshalb mit der Umgestaltung des Parks, auch in der Hoffnung, dass die Pflege danach leichter fällt. Die Freunde der Herrenhäuser Gärten hatten vergangenes Jahr mit 30 000 Euro einen Wettbewerb für vier Planungsbüros finanziert, den das Landschaftsarchitekturbüro Kamel Louafi gewann. Die Uni will im ersten Bauabschnitt 1,6 Millionen Euro investieren.

Die Hauptwege im Welfengarten werden nach der geplanten Überarbeitung einen deutlich anderen Verlauf nehmen als bisher. Das wurde deutlich, als Dörte Eggert-Heerdegen vom Büro Kamel Louafi die Pläne kürzlich im Bezirksrat Nord genauer vorstellte. „Der Park ist 1763 als Barockgarten zum Schloss Monbrillant gestartet, aber schnell in einen Landschaftsgarten verwandelt worden“, berichtet die Planerin. Ihr Büro will die ursprüngliche barocke Form als Gestaltungselement aufgreifen. Die große Wiese hinter dem Uni-Hauptgebäude war in den Anfängen des Parks von streng gegliederten symmetrischen Rabatten bestimmt, die eine Graft begrenzte.

Die Planer wollen Hauptwege mit hell gefärbtem Asphalt besser befestigen, um den Reparaturaufwand zu reduzieren. „Mit der wassergebundenen Deckschicht haben wir bei Regen Probleme. Die Radfahrer weichen dann auf die Ränder aus“, erklärt Haas. Manche der entstandenen Trampelpfade will das Büro aufgreifen. Doch ausgerechnet die breite Schneise hinter der Uni soll durch zwei leicht geschwungene, parallel verlaufende Wege am Rand der Wiese ersetzt werden. „Es hat Gründe, warum dieser Trampelpfad entstanden ist. Er ist die kürzeste Verbindung zwischen Hauptgebäude und Uni“, wendet Grünen-Fraktionschef Stefan Winter ein. Die Planer wollen aber auch die gut genutzte Terrasse hinter der Uni erweitern. „Wir wollen die Leute von dort mit einer Mauer auf die Wege lenken. Gerade wenn die Wiese neu gemacht ist, haben sie auch Respekt“, hofft Dörte Eggert-Heerdegen.

Die Eingänge, besonders an der Nienburger Straße, sind schlecht erkennbar, meinen die Gestalter. Helle Mauersockel werden sie hervorheben. Die Umrisse der alten Graft werden mit Elementen aus hellem Material wie Podesten, Stegen und einer Boulefläche angedeutet. „Ich stelle mir das wunderschön vor zur Eröffnung. Aber wie sieht das in fünf Jahren aus?“, zweifelt SPD-Fraktionschef Yasin Herar.

Petra Schischke (Grüne) verweist auf Probleme mit dem Müll. Größere Behälter sind jedoch nicht vorgesehen. „Es funktioniert nur, wenn die Leute ihren Abfall wieder mitnehmen“, betont Uni-Baufachmann Haas. Sträucher werden gelichtet, kranke Äste entfernt. Ein größerer morscher Baum sowie drei Birken sollen gefällt werden. Heiner Niemeyer vom Staatlichen Baumanagement Hannover betont: „Für uns ist das jetzt ein spektakuläres Projekt.“

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