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Nordstadt „Zwangsversteigerung“ wird zum Exportschlager
Hannover Aus den Stadtteilen Nordstadt „Zwangsversteigerung“ wird zum Exportschlager
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02:15 01.01.2016
Publikumsmagnet: Die „Zwangsversteigerung“ mit Tobias Kunze als Moderator lockte 150 Besucher in die Bürgerschule. Fotos: Moers (3)
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Nordstadt

Nordstadt. „Ihr seid die Insider, die hierher gefunden haben“, schmeichelt Auktionator Tobias Kunze zum Beginn des Wettsteigerns seinem Publikum. Etwa 150 Besucher haben sich zuvor ausführlich die 35 Bilder angesehen, die es nun zu ersteigern gilt. An den Wänden im Erdgeschoss hängt eine bunte Mischung junger Kunst. Stilistisch dominieren die Spielarten der Street-Art, Graffiti, Grafik-Design-Anleihen und von der Art brut inspirierte Zeichnungen.

Die Startgebote orientieren sich stärker nach dem Format der Bilder als an dem Renommee ihrer Maler. 5 Euro ruft Kunze für die „Neon Cat“ der Künstlerin Marja-Lisa Scholz auf. Nach einem unterhaltsamen Bieten wechselt die Illustration einer grauen Katze vor pinkfarbenem Hintergrund für 30 Euro den Besitzer. „Wir wollen junge Kunst einem gemischten Publikum bekannt machen“, erklärt Mit-Organisator Tilman Heinicke die „Zwangsversteigerung“. Tatsächlich erinnert die Auktion nicht bloß wegen ihres Moderators an einen Poetry-Slam. Scheinbar mühelos verwandelt die Veranstaltung Hochkultur in ein kurzweiliges, abendfüllendes Event. Im Ausstellungsraum der Zwangsversteigerung sitzt ein Kunstsammler-Paar neben den jungen Eltern oder Studenten, die vielleicht noch ein nettes Bild für das Wohnzimmer suchen.

„Wir veranstalten hier viele Ausstellungen mit junger Kunst, die für ein Stadtteilzentrum eher ungewöhnlich sind“, erklärt die Leiterin der Bürgerschule, Sabine Schulz, die Kooperation mit den beiden Organisatoren Heinicke und Ann-Kristin Raaber. Kaum eine andere Ausstellung hat das Zeug, so viel Publikum in das Stadtteilzentrum am ehemaligen Sprengel-Gelände zu locken. „Inzwischen haben auch in Bochum und Münster ,Zwangsversteigerungen’ stattgefunden“, erzählt Modedesignerin Raaber. Ihr Format, das 2012 in einer Nordstadt-Kneipe Premiere feierte, hat das Zeug zum Exportschlager. Uwe Wylenga hat von der Zwangsauktion bei dem Besuch einer Ausstellung im Südstädter Möbelhaus Sofa Loft erfahren. Er hofft, das neo-expressionistisch anmutende Graffitibild „Okay!?“ des Künstlers Z zu ersteigern. 5 Euro ist das Startgebot. Bei 35 Euro schlägt Wylenga zu. Von Mario Moers

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