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Baustart für die neue Stadtbahntrasse

Oberricklingen/Wettbergen Baustart für die neue Stadtbahntrasse

Im Süden von Oberricklingen und Wettbergen beginnen die Arbeiten zur Verlängerung des Gleissystems und für den Neubar der B3-Trasse. Die Arbeiten sollen bis 2019 dauern - und ohne Vollsperrung auskommen.

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Die Einmündung zur Straße in der Rehre wird verlegt – hier wird eine Brücke für die neue B3 gebaut. 

Quelle: Schaarschmidt

Hannover. 2020 ist das Jahr, in dem frühestens eine Stadtbahn durch Oberricklingen nach Hemmingen rollen wird. So ist zumindest die derzeitige Termineinschätzung bei der Infrastrukturgesellschaft (Infra) der Region Hannover. Mehrere Jahrzehnte wurde an dem Vorhaben geplant; jetzt geht es mit den ersten Vorbereitungen los. Das vermutlich 55 Millionen Euro teure Projekt klinkt sich ein in anderes, ebenso großes Vorhaben: In das neue Teilstück der Bundesstraße 3, das als Ortsumgehung für Hemmingen geplant ist (51 Millionen Euro). Im Südabschnitt der Göttinger Chaussee werden jetzt wichtige Weichen gestellt, während im Nordbereich die Stadt zusätzlich noch bis zum Sommer an der Straßensanierung arbeitet.

Insgesamt sechs Hochbahnsteige werden zwischen Wallensteinstraße und dem künftigen Endpunkt in Hemmingen entstehen. Zwei Anlagen gibt es in Oberricklingen; außer am Friedhof entsteht eine Haltestelle in Höhe Unter den Birken.

Für 2018 sind Gleis- und Haltestellenbau geplant, sagte Infra-Betriebsleiter Martin Vey. Zuvor müssen üblicherweise die unterirdischen Leitungen neu verlegt werden, um Platz für die Bahntrasse zu schaffen. Den Start in diese Phase markierte die Telekom, die seit März unter anderem in Höhe Tillystraße an ihren Kabeln arbeitet. Das Kommunikationsunternehmen ist damit mindestens bis zum Sommer beschäftigt. Anschließend koordinieren die Infra und ihr Kooperationspartner TransTecBau alle übrigen Leitungsarbeiten.

Zu sehen ist von der neuen Trasse dennoch schon etwas: Vor wenigen Tagen errichteten Arbeiter einen Bauzaun an der Kreuzung zum Ricklinger Stadtweg, um Platz für den neuen Schienenstrang zu schaffen. Ursprünglich sollte die Verlängerung schon 2019 vollendet sein, um die Finanzierung durch Förderprogramme für den Nahverkehr zu sichern. „Die Zeitvorgabe ist inzwischen nicht mehr so strikt“, sagte Vey. Die Infra will wichtige Teilprojekte lieber nacheinander abarbeiten, was unter anderem zu weniger Belastungen für den Verkehr führen soll.

Die Standorte zweier Brücken markieren den Bereich, in dem sich Stadtbahnprojekt und B3-Neubau verschränken. Die Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLSV) führt die Bundesstraße an dem Punkt über die Göttinger Chaussee hinweg, wo bis vor Kurzen die Einmündung der Straße In der Rehre lag. Deren Verlegung schafft Platz für die neue B3-Brücke. Nur wenige Meter entfernt überspannt eine Brücke für die Göttinger Chaussee den Ihme-Bach. „Sie wird abgerissen und neu gebaut“, erläuterte Ulrich Schmidt von der NLSV. Voraussichtlich Mitte 2017 werden die beiden Brücken fertig. Dann beginnen die Arbeiten für einen Brückenneubau über den Mühlenholzweg.

Vollsperrungen soll es während all dieser Phasen nicht geben. Es stehe mindestens immer eine Spur zur Verfügung, sagte Schmidt. Das gelte auch für den derzeit laufenden vierspurigen Ausbau der B3-Trasse zwischen Landwehrkreisel und dem fast fertigen neuen Abzweig von der Bundesstraße auf die Göttinger Chaussee. Der führt über das ehemalige Gelände der Gärtnerei Richter fast bis zum Friedhofseingang und wird voraussichtlich im Juni diesen Jahres eröffnet. Danach wird die alte Einmündung der Göttinger Chaussee in die B3 an der Grenze zu Hemmingen stillgelegt.

Eine Sperrung müssen Kraftfahrer allerdings doch bis Ende April hinnehmen: So lange dauert die Verlegung der Straße In der Rehre noch an. Deren Trasse führt künftig dichter am Stadtfriedhof Ricklingen entlang. Die komplette Ortsumgehung soll 2019 fertig sein.

Von Marcel Schwarzenberger

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Ricklingen in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ricklingen, 9. Stadtbezirk von Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 43.422
  • Einwohner je Stadtteil: Bornum (1.363), Mühlenberg (6.582), Oberricklingen (10.327), Ricklingen (12.685) und Wettbergen (12.465)
  • Bevölkerungsdichte : 2.948 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30453, 30457, 30459
  • Markantes aus der Geschichte: Im alten bäuerlichen Dorfkern liegt die Edelhofkapelle aus dem 14. Jahrhundert mit Glasmalereien von Charles Crodel (1960). Im Dreißigjährigen Krieg lagerte Tilly im Wrampenhof an der Düsternstraße. Das Dorf Ricklingen wurde 1913 in die damalige Stadt Linden und mit dieser 1920 in die Stadt Hannover eingemeindet.
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