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Oberricklingen Bingobär sitzt für Kita St. Thomas an der Kasse
Hannover Aus den Stadtteilen Oberricklingen Bingobär sitzt für Kita St. Thomas an der Kasse
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16:27 23.05.2017
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Oberricklingen

Rappelvoll ist der Kassenbereich des dm-Marktes an der Göttinger Chaussee. Kunden stehen teils mit zwei Einkaufswagen in der Schlange und warten. An der Kasse treffen sie dann auf ein bekanntes Gesicht: NDR-Moderator Michael Thürnau, der vor allem als Bingobär bekannt ist, zieht Toilettenpapier, Windeln, Lippenstifte, Säfte und Reinigungsmittel über den Scanner. „Eine halbe Stunde lang dauert die Kassieraktion“, erklärt Julia-Marie Meisenburg, Vorstand des Fördervereins des evangelischen Kindergartens St. Thomas. Alles, was Bingobär Thürnau in dieser Zeit einnimmt, geht vollständig in die Vereinskasse und damit in das neueste Projekt: Das Außengelände der Kita St. Thomas hat eine Verschönerung dringend nötig.

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 Für das Außengelände der Kita St. Thomas wird Geld gesammelt.

Einige Spielgeräte sind so kaputt, dass sie vom Tüv gesperrt wurden. Auch einen tollen Garten vermissen die Hort- und Krippenkinder schmerzlich. Mit dem Projekt „Rappelgrün“ will der Förderverein nun Mittel zusammensammeln, um einen natürlichen Spielraum für die Stadtkinder zu schaffen. „Mittlerweile sind 14 Nationen im Kindergarten vertreten, teilweise gibt es Sprachbarrieren“, sagt Meisenburg.

Bewegung in freier Natur sei eine Möglichkeit für die Kinder, sich zu entfalten. Mit der geplanten Sanierung des Außengeländes sollen den Kindern noch viele weitere Möglichkeiten eröffnet werden. „Für Oberricklingen und die benachteiligten Kinder ist das etwas Einzigartiges“, erklärt Meisenburg. Fast die Hälfte der Kinder stamme aus bedürftigen Familien. Im geplanten Kita-Garten sollen sie gärtnern und spielen können.

Ein alter Herzenswunsch ist den Menschen rund um die Kindertagesstätte schon erfüllt worden: Jahrelang hatten Kinder, Eltern, Erzieher und Mitglieder des Fördervereins auf einen neuen Bewegungsraum für das Kita-Gebäude an der Straße Am Wacholder gekämpft. Es folgten Verhandlungen um ein einzigartiges Finanzierungsmodell: Die Thomas-Gemeinde nahm ein Darlehen von 300 000 Euro auf. Der Stadtkirchenverband kofinanzierte – der Förderverein, die Gemeinde und Eltern der Kita-Kinder sammelten insgesamt 150 000 Euro Spenden von Stiftungen, Initiativen, Vereinen, Privatleuten und dem Bezirksrat. Nach monatelanger Arbeit konnte die insgesamt 120 Quadratmeter große „Rappelkiste“ samt Bewegungsraum nun endlich eröffnet werden.

„Für uns ist es einfach großartig, dass wir so viel erreichen konnten“, sagt Meisenburg, während Bingobär Thürnau in Windeseile Geld einkassiert. „Ich habe heute schon alles gesehen und über den Scanner gezogen“, sagt der 53-Jährige lachend und schaut Katharina Weishaupt an, die ihren Monatseinkauf extra für diese Aktion aufgeschoben hat. „Meine Kinder sind selbst in der Kita und wenn ich weiß, dass das Geld gut genutzt wird, macht der Einkauf einfach Spaß“, sagt sie. „Es ist ja auch spannend, wenn jemand Bekanntes plötzlich an der Kasse sitzt“, findet Kundin Birgit Hoppe, die auch gleich noch ein Autogramm vom Bingobären holt.

2800 Euro nimmt Michael Thürnau in den 30 Minuten ein. „Insgesamt sind 3067 Euro zusammengekommen“, sagt die Fördervereinsvorsitzende stolz. Spätestens in fünf Jahren soll das komplette Kita-Projekt fertig sein. 

Oberricklingen ist ab sofort im Sanierungsprogramm Soziale Stadt, Mühlenberg gehört bereits seit 2014 dazu. Die Ziele des Programms - unter anderem zeitgemäßer Wohnraum und eine passende Infrastruktur - werden in beiden Sanierungsgebieten unterschiedlich schnell verwirklicht werden, denn die Voraussetzungen sind nicht identisch.

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