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Oberricklingen Genossenschaft investiert in Wohnquartier
Hannover Aus den Stadtteilen Oberricklingen Genossenschaft investiert in Wohnquartier
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02:15 09.04.2016
Der Spar- und Bauverein investiert in Oberricklingen. An dieser Stelle an der Levester Straße sollen Neubauten entstehen. Fotos: Schwarzenberger (3)
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Hannover

Der Spar- und Bauverein investiert mehrere Millionen Euro in seinen Wohnungsbestand in Oberricklingen. Ein ganzes Quartier soll bis 2022 durch Neubau und Modernisierung umgestaltet werden. Den Anfang machten Abrissarbeiten im vorigen Jahr an der Levester Straße. Familien, aber auch Senioren sollen in die neuen Wohnungen einziehen. „Wir wollen ein breites Spektrum an kleinen und mittelgroßen Wohnungen anbieten“, sagte Vorstandsmitglied Heinz Wensing in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ricklingen.

Im Stadtteil hat die Wohnungsgenossenschaft rund 500 Wohneinheiten. Den Bestand rund um die Levester Straße übernahm der Spar- und Bauverein Mitte der Neunziger. Seither investiere man nach und nach in Modernisierungen. Mehrere Häuserriegel an der Levester Straße, der Bettenser Straße und an der Springer Straße stammen aus den 1930er-Jahren. Es sind kleine Arbeiterwohnungen, die damaligen Ansprüchen genügten. Beim Spar- und Bauverein dachte man zunächst über eine flächendeckende Sanierung nach. Für einige der Wohnhäuser sei das aber nicht wirtschaftlich, erläuterte Prokurist Uwe Gabriel. „Die Kosten wären mit denen für einen Neubau vergleichbar.“ Deshalb würden einige Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die erste Bauphase umfasst die Levester Straße 2 bis 10, die bereits 2015 abgerissen wurde, sowie die Levester Straße 12 bis 16. Allein in diese beiden Gebäuderiegel investiert die Genossenschaft einen zweistelligen Millionenbetrag. Bis 2018 dauern die Bauarbeiten dafür an. Insgesamt sollen 48 Wohnungen entstehen; die Hochbauarbeiten starten im Oktober.

Keine Barrierefreiheit, kein ausreichender Schallschutz und kaum Wärmedämmung - das sind Probleme im alten Bestand, die der Spar- und Bauverein beheben will. Vor allem auf Einsparung von Energie und Heizungskosten setzt die Genossenschaft, die seit einem Jahr auch Mitgesellschafter der Klimaschutzagentur Region Hannover ist. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, bei Neubauten und durch energetische Sanierungen unter anderem den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern.

Die Neubauten werden auch deutlich größer als die alten Häuser aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Es werden Wohnungen mit 45 bis 100 Quadratmetern Fläche gebaut. Die Gebäude werden drei Geschosse aufweisen, daran ändert sich nichts. Mit der Installation von Fahrstühlen und dem Bau von rollstuhlgerechten Wohneinheiten sollen unter anderem Senioren als Mieter gewonnen werden. Doch auch Familien will die Genossenschaft ansprechen. „Das Durchschnittsalter unserer Mieter ist auf unter 50 Jahre gesunken. Wir spüren einen Generationenwechsel in Oberricklingen“, sagte Wensing.

„Die alten Wohnungen sind noch erschwinglich“, fragte Sophie Bergmann (SPD), „werden die gleichen Mieter denn bleiben können?“ Er hoffe das sehr, erwiderte Wensing. Man baue schließlich für eine bestimmte Klientel. Allerdings: „Die Baupreise explodieren.“ Die neuen Wohnungen würden etwas teurer, aber man wolle bei Mieten von unter 10 Euro je Quadratmeter bleiben. Die Abriss- und Neubaupläne würden den Mietern zudem lange im Voraus angekündigt, möglichst viele sollen im Bestand der Genossenschaft unterkommen. Rund 90 Prozent der Mieter von betroffenen Häusern würden beim Spar- und Bauverein bleiben, sagte Wensing.

Die weiteren Bauphasen: Die Häuser Bettenser Straße 1 bis 3, Levester Straße 1 bis 5 sowie Springer Straße 3 bis 5 sollen bis 2020 erneuert werden. Bis 2022 folgen dann Springer Straße 2 bis 6 und 8 bis 10. Ob diese Häuser ebenfalls neu gebaut oder saniert werden, steht noch nicht fest. Insgesamt wird mit diesem Programm in mehr als 100 Wohneinheiten im Quartier investiert.

Von Marcel Schwarzenberger

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