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Großprojekte bringen weitere Verkehrsbehinderungen

Oberricklingen Großprojekte bringen weitere Verkehrsbehinderungen

Ein Wettlauf mit der Zeit: Mit der B-3-Ortsumgehung und der Stadtbahnverlängerung nach Hemmingen müssen Behörden und Landesbetriebe zwei Mammutprojekte aufeinander abstimmen. Erstere soll 2019 fertig sein, die neue Stadtbahnlinie soll spätestens 2021 in Betrieb gehen. Auch die Kanal- und Leitungsarbeiten werden 2017 fortgesetzt.

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Hier wird bald gebaut: Auf der Göttinger Chaussee startet die Infra mit Leitungsarbeiten - aber ohne komplette Sperrung.

Quelle: Marcel Schwarzenberger

Welche Linie bedient die neue Strecke?

Hannover. Die Stadtbahnverlängerung ist im Bau. Doch etwas Wichtiges fehlt noch, findet die Kooperation aus SPD, Grünen und den Einzelvertretern von FDP, Linken und Piraten im Bezirksrat Ricklingen. „Wir müssen auch über das Stadtbahnlinienkonzept reden“, sagte Frank Weber (SPD). Unklar ist, welche Linien zusätzlich nach Hemmingen verkehren werden und ob im Gegenzug das Angebot in Mühlenberg und Wettbergen reduziert wird. Im Gespräch ist etwa, dass die Linie 7 nach Süden umgeleitet wird. Offen ist noch, ob dafür eine zusätzliche Linie 13 nach Wettbergen eingerichtet wird. Stadt und Region Hannover sollen möglichst bald ihren Plan vorstellen und diskutieren lassen. Diesem Antrag der Kooperation stimmte das Gremium einmütig zu.

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Damit der Plan aufgeht, müssen zwei neue Brücken an der Ihme rechtzeitig fertig werden. Davon hänge der Baufortschritt der Stadtbahn ab, sagte Martin Vey, Betriebsleiter bei der Infrastrukturgesellschaft (Infra) der Region Hannover, jüngst im Bezirksrat Ricklingen. Vorerst aber befasst sich sein Unternehmen, verantwortlich für den Ausbau des Stadtbahnnetzes, mit dem Untergrund. Da gibt es vorwiegend gute Nachrichten für den Kraftverkehr.

Fünf Bauabschnitte stehen an

Vor wenigen Wochen erst hat die Infra den Kanalbau an der Kreuzung Göttinger Chaussee und Wallensteinstraße abgeschlossen. Dort hatten Autofahrer noch mit Umleitungen und Sperrungen zu tun. In den Jahren 2017 und 2018 geht es mit dem Kanalbau und dem Leitungsbau zwischen Wallensteinstraße und dem Ortseingang Hemmingen weiter. In fünf Bauabschnitten arbeiten sich die Infra und die beteiligten Firmen voran.

Aber: „Es bleibt auf der Göttinger Chaussee immer eine Spur je Richtung frei“, betonte Vey. Die kleineren Teilabschnitte sollen die Belastungen auf möglichst kurze Strecken beschränken. Wo gearbeitet wird, muss mit Einschränkungen gerechnet werden. Zufahrten zu Anliegerstraßen sollen stets frei sein. Die Infra baut zunächst Kanäle für die Stadtentwässerung, später folgen die Stadtwerke, die neue Leitungen für Gas, Trinkwasser und Strom verlegen. „Das sind sehr komplexe Arbeiten“, sagte Vize-Bezirksbürgermeister Michael Dette. Über mehrere Jahre hinweg. „Ich finde einen Info-Laden angemessen.“ Schriftliche Anliegerinformationen reichten nicht; auch der Bauleiter sei nicht dauernd da. „Die Bürger brauchen immer einen Ansprechpartner vor Ort.“ Vey sagte zu, über ein Baubüro nachzudenken. „Vielleicht richten wir das in einem Ladenlokal oder Container ein.“ Dort könne zu bestimmten Zeiten jemand ansprechbar sein.

Brückenbau läuft parallel

Die Straßenbaubehörde des Landes Niedersachsen baut in diesem Jahr an zwei neuen Brücken in Oberricklingen. Die größere führt über die Göttinger Chaussee. Über sie führt künftig die neue B-3-Ortsumgehung für Hemmingen. Daneben entsteht eine kleinere Brücke über die Ihme. Über sie läuft die Göttinger Chaussee und später die neue Stadtbahnstrecke. Die alte Brücke ist dafür ungeeignet.

Sobald diese Brückenbauwerke stehen, kann die Infra mit dem eigentlichen Gleisbau starten. Das ist für 2019 geplant. Diese Phase dauert noch einmal gut zwei Jahre - den Bau von sechs Hochbahnsteigen entlang der neuen Strecke eingeschlossen. Zwei Haltestellen sind in Oberricklingen geplant - in Höhe der Straße Unter den Birken sowie am Ricklinger Stadtfriedhof. Beide Haltestellen werden als Mittelbahnsteige auf der Fahrbahn entstehen.

Insgesamt werden 55 Millionen Euro in das Projekt investiert.

Von Marcel Schwarzenberger

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Ricklingen in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ricklingen, 9. Stadtbezirk von Hannover
  • Einwohner: im Stadtbezirk ca. 43.422
  • Einwohner je Stadtteil: Bornum (1.363), Mühlenberg (6.582), Oberricklingen (10.327), Ricklingen (12.685) und Wettbergen (12.465)
  • Bevölkerungsdichte : 2.948 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30453, 30457, 30459
  • Markantes aus der Geschichte: Im alten bäuerlichen Dorfkern liegt die Edelhofkapelle aus dem 14. Jahrhundert mit Glasmalereien von Charles Crodel (1960). Im Dreißigjährigen Krieg lagerte Tilly im Wrampenhof an der Düsternstraße. Das Dorf Ricklingen wurde 1913 in die damalige Stadt Linden und mit dieser 1920 in die Stadt Hannover eingemeindet.
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