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Oberricklingen Salesianer verlassen Oberricklingen nach 67 Jahren
Hannover Aus den Stadtteilen Oberricklingen Salesianer verlassen Oberricklingen nach 67 Jahren
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06:00 02.07.2017
Die Salesianer beim Auszug: Bischof Norbert Trelle leitete den Abschiedsgottesdienst. Quelle: Marcel Schwarzenberger
Hannover

Da kommt er: Der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle, mit Hirtenstab und im Kirchengewand, wandelt gemessenen Schrittes auf den Altar zu. Fahnen voraus, auch die Salesianer Don Boscos (SDB) schreiten ihm voran. Die letzten beiden Salesianer von St. Augustinus, die Patres Jochen Aretz und Harald Neuberger, werden mit einem vom Bischof geleiteten Dankgottesdienst verabschiedet. Bischof Trelle vollendet mit der Eucharistie eine 67 Jahre währende Ära – und geleitet die katholische Gemeinde zugleich ein Stück weiter auf einen neuen Weg. Im September dieses Jahres fusioniert St. Augustinus mit anderen Gemeinden im Umland. Schon wieder.

Doch zunächst sind die Augen von weit mehr als 500 Menschen auf den Hildesheimer Bischof gerichtet. „So voll war die Kirche seit Jahren nicht mehr bei einem Gottesdienst“, sagt Winfried Dahn von seiner Orgelempore. Einen kurzen Blick hat sich der Organist auf die Menge gegönnt, nun spielt er mit Tasten und Pedalen; direkt daneben treibt Volker Hartmann seinen Posaunenchor von St. Thomas zu Höchstleistungen. Die Verabschiedung findet in bester Ökumene statt. Aus Ricklingen und Oberricklingen sind evangelische Pastorinnen dabei, dazu der Superintendent von Laatzen-Springe, Detlef Brandes; es singen Kids der Kinderschola St. Maria in Pattensen, hinzu kommen starke Stimmen vom Chor Taktvoll und die Neue-Geistliche-Musik-Band (beide St. Augustinus).

Seit 1950 sind die Salesianer in Oberricklingen

Der Bischof und die Salesianer zelebrieren den Gottesdienst gemeinsam. Der Oberhirte des Hildesheimer Bistums gestaltet die Predigt. Er betont, wie ungern man die Salesianer gehen lasse, und zitiert in Anspielung auf die Wirkungszeit des Ordens in Hannover Udo Jürgens’ berühmten Refrain „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“. Einige Gläubige lachen, viele bleiben nachdenklich. Seit 1950 gehören die Salesianer zum Alltag der Katholiken, die sich um Dinge wie Seelsorge und Jugendarbeit kümmern.

Doch die Zeiten ändern sich. Die Gemeinden schrumpfen überall. Die Zahl der Priester gehe zurück, sagt der Bischof. Auch die Salesianer seien betroffen. „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter“, zitiert Norbert Trelle aus der Bibel. In einem gemeindeübergreifenden Pastoralteam machen die Salesianer nicht mehr mit.

In das Pfarrhaus neben der Kirche St. Augustinus wird wieder ein neuer Pfarrer einziehen. Aber es wird schon einen Unterschied machen, ob eine Gemeinde eigene Seelsorger hat oder ob sie sich diese mit vielen anderen Kirchen teilen muss.

Von Marcel Schwarzenberger

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