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Streit um Sicherheit am Butjerbrunnenplatz

Oberricklingen Streit um Sicherheit am Butjerbrunnenplatz

Die Stadt will ein Stück mehr Verkehrssicherheit am Butjerbrunnenplatz erreichen. Ihr Vorschlag: Die Stadtbahngleise sollen nicht mehr so leicht zu überqueren sein wie bisher. Was zunächst nachvollziehbar klingt, ruft indes etliche Kritiker auf den Plan.

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Die Durchfahrt über die Stadtbahngleise an der St.-Thomas-Kirche soll geschlossen werden.

Quelle: Schwarzenberger

Oberricklingen. Gegen die Idee der Verwaltung sind das städtische Marktamt, der Kindergarten St. Lucia und die Kirchengemeinde St. Thomas. Die Durchfahrten werden wohl dennoch in Kürze gesperrt, denn der Bezirksrat Ricklingen stimmte dem Plan inzwischen mehrheitlich zu - wenn auch nicht ohne Änderungswünsche. Und mit gewissen Vorbehalten.

Ein Vorfall aus dem Januar 2014 gilt der Stadt als abschreckendes Beispiel. Damals wollte ein 72-Jähriger zu Fuß die Wallensteinstraße in Höhe Torstenssonstraße überqueren. Er nutzte dafür eine Durchfahrt, die über die Stadtbahngleise zum Parkplatz der St.-Thomas-Gemeinde führt. Dieser Durchlass über das ansonsten von Schranken abgeschirmte Gleisbett ist nur für Autos da, Fußgängern steht ein paar Meter weiter ein Zebrastreifen samt Überweg über die Gleise zur Verfügung. Der Mann starb nach einem Zusammenstoß mit einer Straßenbahn.

Solche Gefährdungen will die Stadt künftig ausschließen. Die Durchfahrt über die Gleise bei der Kirchengemeinde und ein zweiter, nur für Marktbeschicker und ihre Fahrzeuge nutzbarer Durchlass am Butjerbrunnenplatz sollen abgebaut werden. Die Lücken in den Schranken werden geschlossen. An Markttagen, die immer donnerstags stattfinden, sollen die Lieferwagen der Beschicker einen Umweg fahren. Sie kommen dann nur noch über Dormannstraße und Bierweg auf den Platz. Die alte Toranlage auf der Nordseite des Butjerbrunnenplatzes soll für die großen Lieferwagen hergerichtet werden. Die gleiche Route sollen auch Kirchenbesucher mit ihren Fahrzeugen nehmen.

Die Kritiker finden jedoch, dass die Stadt eine mögliche Gefahrenquelle verstopft und dafür womöglich neue Probleme aufwirft. Mit der Schließung der Durchfahrt an der Kirche werde die Gemeinde vom Stadtteil abgekoppelt, kritisiert der Kirchenvorstand von St. Thomas. Zudem führe die neue Zufahrt über den Butjerbrunnenplatz direkt an der neuen Kita St. Lucia vorbei, betont Vorstandsmitglied Frank Latzel. „Das birgt ein hohes Gefahrenpotenzial“, sagte er. Nicht nur sonntags, auch an anderen Tagen gebe es viel Besucherverkehr zur Kirche. Der führe direkt am Kita-Eingang vorbei - was auch für die Lieferwagen der Marktbeschicker gilt. Die Kita-Leitung hat deshalb ebenfalls ihr Votum gegen die Änderungen eingelegt. Die Gemeinde schlägt vor, die Durchfahrt zu erhalten und dafür mit einem Warnsignal auszustatten. Doch das reicht der Stadt nicht.

Das Marktamt wiederum bemängelt, dass die großen Verkaufswagen über schmale Straßen und enge Kurven geschickt würden, wo Falschparker an den Straßeneinmündungen zusätzlich für Probleme sorgen könnten. Das will die Stadt allerdings durch Halteverbote und Poller entschärfen.

Die CDU-Fraktion im Bezirksrat stimmte gegen die Schließung der beiden Gleisüberquerungen. „Es ist bedenklich, wenn der Verkehr direkt vor die Kita verlegt wird“, sagte Jens Wilhelms (CDU). „Das Ansinnen der Stadt kommt aber nicht ohne Grund“, hielt der stellvertretende Bezirksbürgermeister Michael Dette dagegen. Einigen Nachteilen für Anlieger und Besucher stehe ein Zugewinn an Sicherheit gegenüber, betonte er. Auf Wunsch des Bezirksrats soll die Stadt nun die neuen Wege für Marktbeschicker und Besucher mit Schildern deutlich ausweisen und auch auf Schrittgeschwindigkeit für die Strecke über den Butjerbrunnenplatz hinweisen.

Von Marcel Schwarzenberger

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Ricklingen in Zahlen
  • Stadtbezirk : Ricklingen, 9. Stadtbezirk von Hannover
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  • Bevölkerungsdichte : 2.948 Einwohner/km² im Bezirk
  • Postleitzahlen : 30453, 30457, 30459
  • Markantes aus der Geschichte: Im alten bäuerlichen Dorfkern liegt die Edelhofkapelle aus dem 14. Jahrhundert mit Glasmalereien von Charles Crodel (1960). Im Dreißigjährigen Krieg lagerte Tilly im Wrampenhof an der Düsternstraße. Das Dorf Ricklingen wurde 1913 in die damalige Stadt Linden und mit dieser 1920 in die Stadt Hannover eingemeindet.
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