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1500 feiern im Stephansstift in Hannover

Kleefeld 1500 feiern im Stephansstift in Hannover

1500 Ausflügler und Anwohner kamen bei Sommerwetter zum Jahresfest nach Hannover-Kleefeld. Die vielen Besucher können sich bei heißen Temperaturen über ein echtes Sommerfest freuen.

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Quelle: Becker

Hannover. Jetzt bloß nicht bewegen! Gebannt schaut Colin auf seinen Unterarm. Andreas Czerny malt mit einem Bodypaint-Stift sorgfältig die Lücken in der roten Schablone aus, die auf dem Arm von Colin liegt. Beim Stand der Tagesgruppe Mittelfeld des Stephansstifts ist viel los. So manches Kind bekommt hier heute sein erstes Tattoo. Auch Colin hatte noch nie eins. „Ich will irgendwann mal ein richtiges haben“, sagt der Neunjährige mit dem braunen Hut. Er ist einer von 1500 Besuchern, die vergangene Woche zum Jahresfest des Stephansstifts in Kleefeld gekommen sind. „Vor 142 Jahren an einem Himmelfahrtstag wurde das Stift – damals noch in der Nähe des Aegis – gegründet. So lange wir zurückdenken können, feiern wir an Himmelfahrt unser Jahresfest“, sagt Reent Stade, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Die vielen Besucher können sich bei heißen Temperaturen über ein echtes Sommerfest freuen. Der Tag beginnt mit einem Gottesdienst in der Stiftskirche auf dem Gelände in der Kirchröder Straße 44. Ab 11 Uhr startet das bunte Programm, bei dem vor allem die Kinder ihren Spaß haben. Auf dem großen Spielplatz toben sie an Klettergerüsten, fahren Kettcar oder fangen Seifenblasen, die eine Maschine in den blauen Himmel bläst. Dazu gibt es Aufführungen wie „Die Arche Noah“ von Kindern der Schultagesgruppe „Arche“, einen Kinderzirkus, einen Nagelwettbewerb, ein Glücksrad, einen Mittelaltermarkt und viele weitere Aktionen.

Neben dem kleinen Open-Air-Tattoostudio ist die 14-jährige Nathalie damit beschäftigt, Milchtüten aus Tetrapak mit Servietten zu bekleben. „Diese mache ich für meinen Nachbarn“, sagt sie und schmiert Klebstoff auf eine Tüte, bevor sie die Serviette mit 96-Logo festdrückt. Neben der Kirche konzentriert sich Christian beim Cola-Kisten-Stapeln. Von Seilen gesichert steht er schon auf der achten Kiste eines Turms aus leeren Kisten und versucht angestrengt, die nächste auf der Spitze des schwankenden Gebildes zu positionieren, dann auf die neue Kiste zu klettern und eine weitere an einem Seil zu sich nach oben zu ziehen. „Zwölf habe ich schon mal geschafft“, ruft er von oben herunter.

Melanie Pinar ist mit ihren drei Kindern zum Jahresfest gekommen, „weil meine Eltern hier arbeiten. Vor allem für die Kinder ist das toll“, erläutert die Mutter und fragt rhetorisch: „Habt ihr Spaß?“ Die Antwort ist ein lautes „Ja!“

Jung und Alt feiern bei diesem Fest gemeinsam. Egal ob Bewohner der Anlage, Nachbarn aus den umliegenden Stadtteilen oder Ausflügler, die hier einen Zwischenstopp einlegen und sich mittags geduldig an der Schlange beim Würstchengrill anstellen. „Das ist auch ein Fest für Familien und Nachbarn“, sagt Stephansstift-Sprecher Stade. Ein Pärchen ist mit seinem Sohn gekommen. „Das ist ein schönes Ausflugsziel und man kann mal hinter die Kulissen gucken“, sagt der Familienvater, der sein Fahrrad über das Gelände schiebt. „Jetzt sag’ schon, warum wir wirklich hier sind“, drängelt seine Frau, und dann erzählt er, dass beide fast auf den Tag genau vor 22 Jahren in der Stiftskirche geheiratet hätten. „Unsere Eltern haben hier gearbeitet. Jetzt zeigen wir alles unserem Sohn.“

Am frühen Nachmittag gibt die A-cappella-Gruppe Str8voices ein Konzert vor 300 Zuhörern, die begeistert applaudierten. Den Abschluss bildet ein festliches Barockkonzert in der Kirche.

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