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List

Altbau gammelt vor sich hin

Von Susanna Bauch

Ein Haus an der Robertstraße in der List verkommt – die Stadt kann gegen den Verfall nichts tun.
List: Robertstraße 14

Bis auf zwei Wohnungen steht das Haus Robertstraße 14 leer.

© Susanna Bauch

Wer derzeit in der List eine Altbauwohnung ab 100 Quadratmetern sucht, hat schlechte Karten. Auf eine frei Mietwohnung kommen zurzeit rund 45 Bewerber. Da kann es so mancher Wohnungssuchende nicht fassen, dass in der Robertstraße ein Altbau nahezu leersteht. Nicht nur die offensichtlich leeren Wohnungen sind vielen ein Dorn im Auge – der Gesamtzustand des Hauses ist ziemlich desolat.

Das Gebäude mit der Hausnummer 14 beschäftigt die Stadt seit 1981, als der erste Aktenvermerk über Vernachlässigung im Fachbereich Bauen und Wohnen notiert wurde. Vor fünf Jahren gab es dann massive Beschwerden über den schlechten baulichen Zustand des Hauses, weil der Putz an vielen Stellen bröckelte dund die Fenster verrotteten. Die Verwaltung sah zunächst aber keine Möglichkeiten einzugreifen, da das Haus nicht unter Denkmalschutz steht.

Als ein statisches Gutachten jedoch darlegte, dass die Balkone stark einsturzgefährdet waren und damit Passanten gefährdeten, stellte die Stadt dem Eigentümer ein Ultimatum zur Sanierung. Doch dieser war arbeitslos, nach eigenen Angaben nicht in der Lage für Sanierungskosten aufzukommen. Kurz bevor die Stadt dann das Gebäude räumen lassen wollte, wurde jedoch ein Gerüst aufgestellt und Fassade sowie Balkone wurden instandgesetzt.

Das leuchtende Gelb der Außenfassdade kann heute aber nur vordergründig vertuschen, dass es dahinter nach wie vor desolat aussieht. Nur noch zwei Wohnungen sind bewohnt – eine davon vom Eigentümer –, in den anderen türmt sich der Müll hinter blinden Fenstern mit verrotteten Rahmen. Im Treppenhaus schlägt dem Besucher Schimmelgeruch entgegen, der Putz bröckelt, überall hängen Spinnweben, die Wohnungstüren sind heruntergekommen und starren vor Dreck. Auch der Vorgarten ist ungepflegt, der Gitterzaun rostet und das Mauerwerk ist lückenhaft. „Ein richtiger Schandfleck ist das inmitten dieser schönen Jugendstilgebäude“, schimpft eine Mieterin von gegenüber. Außerdem sei es schade, dass so begehrter Wohnraum einfach leer stehe.

Der Eigentümer indes äußert sich nicht zu seinem Haus. „Die Wohnungen können wir nicht vermieten, die sind unbewohnbar“, sagt er auf Nachfrage. Ob eine Renovierung geplant sei? „Machen wir mal,“ heißt es lapidar. Der Stadt werde dabei nicht aufs Tempo drücken, sagt Sprecher Dennis Dix. Solange keine Mieter oder Passanten gefährdet seien, könne die Verwaltung nichts machen: „Wir werden die Entwicklung der Immobilie aber beobachten.“

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