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Alte Mühle in Hannover-Kleefeld soll wieder aufgebaut werden

Hermann-Löns-Park Alte Mühle in Hannover-Kleefeld soll wieder aufgebaut werden

Die Alte Mühle im Hermann-Löns-Park in Kleefeld soll vom Frühjahr 2012 an wieder aufgebaut werden. Das sehen Pläne des Fachbereiches Umwelt und Stadtgrün vor, die Mitarbeiterin Hilke Bergerstock am Montag vorstellte.

Die Alte Mühle im Hermann-Löns-Park in Kleefeld soll vom Frühjahr 2012 an wieder aufgebaut werden. Das sehen Pläne des Fachbereiches Umwelt und Stadtgrün vor, die Mitarbeiterin Hilke Bergerstock am Montag vorstellte. Ihren Angaben nach waren die Bemühungen, Drittmittel für den Wiederaufbau der im Jahr 2008 wegen Einsturzgefahr demontierten Mühle einzuwerben, erfolgreich.

So will sich die Bingo Umweltstiftung mit 20.000 Euro an der Sanierung der Bockwindmühle beteiligen, das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege gibt 10.000 Euro. Dazu kommen 10.000 Euro von den Bürgervereinen Kleefeld, Kirchrode und Buchholz. Des Weiteren kündigte die Region Hannover an, das Projekt zu unterstützen. Sie hat in ihrem Haushalt 2012 für die Mühle 20 000 Euro bereitgestellt. Beschlossen ist der Haushalt indes noch nicht. Unklar ist auch, ob 80.000 Euro, die die Stadt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) beantragt hat, bewilligt werden.

Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau bezifferte Bergerstock auf 322 000 Euro. 290 000 Euro stehen rein rechnerisch schon jetzt zur Verfügung: Zu den 40.000 Euro an zugesagten Drittmitteln und eingeworbenen Privatspenden kommen 50 .000 Euro, die im laufenden Haushaltsjahr eingeplant sind, sowie 200.000 Euro, die für das Haushaltsjahr 2012 angesetzt sind.

Die CDU allerdings bezweifelt mit Verweis auf die bevorstehenden Kommunalwahlen, dass die 200.000 Euro im kommenden Jahr tatsächlich fließen. „Der Oberbürgermeister hat ein hartes Sparprogramm angekündigt und der Umweltdezernent davon gesprochen, dass 2012 über den Wiederaufbau neu nachgedacht werden müsse“, sagte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Maximilian Oppelt. „Die Zusagen sind reine Wahlkampftaktik.“

Bürger können spenden

Auf Kritik stieß bei der CDU auch die Tatsache, dass die Stadt eine Veranstaltung der Grünen nutzte, um sich mitzuteilen. „Die Kumpanei von Stadtverwaltung und Grünen ist unglaublich. Die Informationen müssen an die Ratsgremien gehen. Sie sind nicht dafür da, eine Parteiveranstaltung aufzuwerten“, sagte Oppelt. Die Grünen hatten am Montagabend nach Kleefeld in die Werkstatt Süd geladen, um sich kritisch mit der Bedeutung, die die Mühle und der Ende der dreißiger Jahre entstandene Lönspark für die Nationalsozialisten hatten, auseinanderzusetzen. „Wir wollen den Wiederaufbau der Mühle. Uns ist es aber wichtig, dass ihre Rolle während der Naziherrschaft deutlich wird. Sie wurde als Propagandainstrument in den Lönspark geholt, um dort eine verherrlichende niedersächsische Ideallandschaft aufzubauen“, sagt Dierk Schneider von den Grünen im Bezirksrat Buchholz-Kleefeld.

Der Grünflächenexperte Kaspar Klaffke bestätigte, dass der Lönspark ebenso wie der Maschsee und der Große Garten von den Nazis geprägt worden seien. „Ich verstehe, dass es schwerfällt, diesen Zeugnissen neutral gegenüberzustehen, gleichwohl sind sie wichtige historische Gartendenkmäler von hoher Qualität.“ Das sah auch ein Großteil der Zuhörer so. Mühlenforumsmitglied Erwin Schütterle etwa sagte: „Wir sollten nicht versuchen, mit der Mühle das Dritte Reich aufzuarbeiten“, und erhielt dafür großen Applaus.

Wer für den Wiederaufbau der Mühle und ihre künftige Instandhaltung spenden möchte, kann dies auf folgendem Konto des gemeinnützigen Bürgervereins Kleefeld tun: Sparkasse Hannover, Kontonummer 9 10 04 00 36; Bankleitzahl: 250 501 80.

Julia Pennigsdorf

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