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Anwohner im Sahlkamp fühlen sich nicht sicher

Stadt ignoriert Beschluss Anwohner im Sahlkamp fühlen sich nicht sicher

Kriminalität, Drogen, Böller und die kürzliche Schießerei sorgen dafür, dass sich die Anwohner im Sahlkamp und der Umgebung nicht mehr sicher fühlen. Der Bezirksrat hatte schon vor Längerem beschlossen, die Polizeistation vor Ort dauerhaft zu besetzen. Die Stadt hat auf den Beschluss bislang nicht reagiert. 

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Die Spurensicherung markiert nach der Schießerei am Steigerwaldweg die Fundorte der Patronenhülsen.
 

Quelle: Foto: Dröse

Sahlkamp.  Viele Anwohner im Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide fühlen sich in ihrer Nachbarschaft nicht mehr sicher. Erst kürzlich war es im Steigerwaldweg, der im Bezirk liegt, zu einer Schießerei gekommen, die für Aufsehen sorgte. Dieses Ereignis brachte bei der Bezirksratssitzung in der IGS Bothfeld eine große Diskussion ins Rollen. 180 Anwohner besuchten die Sitzung – von denen viele ihren Unmut äußerten. „Seit einiger Zeit zünden irgendwelche Gruppen immer wieder extrem laute Böller zu jeder Tageszeit“, bemerkte der Anwohner Matthias Konrad. Drei bis sechs laute Knalle pro Nacht im Bereich Sahlkamp seien die Folge. Mehrere der Anwesenden pflichteten Konrad bei. „Er spricht mir aus der Seele. Ich habe schon überlegt, eine Kamera anzubringen, weil die Polizei nichts macht“, sagte eine besorgte Anwohnerin vom Vahrenheider Markt. Laut ihr handele es sich bei den Übeltätern um Jugendliche.

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Auch Drogen machen Sorgen

Doch nicht nur die Ruhestörungen seien ein Problem im Stadtbezirk. „Was will die Stadt eigentlich gegen das Drogenproblem tun? Am Leidenburger Weg wird ja mehr gedealt als in Hannovers Innenstadt“, sagte Anwohner Paul Bethge. Ein weiterer Anwohner aus dem Niedernerweg, der bereits seit mehr als 40 Jahren in Bothfeld lebt, bemerkte, dass er trotz seiner kräftigen Statur mittlerweile Angst habe, sich im Sahlkamp zu bewegen.

Viele der Anwesenden kritisierten zudem, dass die Präsenz der Polizei zu gering sei. Die Polizeistation im Tempelhofweg schließt um 18 Uhr. Bei späteren Einsätzen müssen die Einsatzkräfte aus dem Revier in Lahe anrücken. „Das dauert einfach zu lange“, kritisierte Bezirksratsmitglied Eike Bredow von der CDU-Fraktion. „Der Bezirksrat hat schon im Juni beschlossen, dass die Polizeistelle im Bezirk dauerhaft besetzt werden soll. Wieso hat die Verwaltung darauf noch nicht reagiert?“, fragte Bredow den Stadtbezirksmanager Dietmar Krebs verärgert. „Bisher hat die Stadt darauf leider nicht geantwortet, obwohl ich sie schon mehrfach angemahnt habe“, antwortete Krebs. Generell sei es aber die Aufgabe der Polizei, das Sicherheitsproblem in den Griff zu kriegen, nicht der Verwaltung.

Neuer Sicherheitsplan als Hoffnung

„Dann müssen wir als Bezirksrat weiterhin massiv Druck machen, damit hier mehr Personal eingesetzt wird“, bemerkte Frank Jacobs, Einzelvertreter der AfD. „Die tatsächliche Lage ist krimineller, als sie hier gerade beschrieben wird.“

Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg versuchte zu schlichten. „Der neue Sicherheitsplan der Stadt Hannover soll im nächsten Jahr vorgestellt werden. Dann wird auch diese Situation ausführlich besprochen“, sagte Grunenberg. Dafür seien im Frühjahr zwei Sondersitzungen mit Hannovers Kämmerer Axel von der Ohe angesetzt.

Für die Anwohner war die Antwort des Bezirksbürgermeisters nicht zufriedenstellend. „Das ist doch lächerlich“, rief ein Besucher verärgert in den Raum.

Von Johanna Kruse

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