Seit gut zwölf Jahren wohnt Markus Schmid am Klein-Buchholzer Kirchweg in Bothfeld. Und er fühlt sich dabei immer mehr als Anwohner einer Hauptverkehrsstraße. „Das hier ist eine Rennstrecke und keine Wohnstraße mehr“, kritisiert er. Etliche Anwohner, darunter auch Schmid, fordern von der Stadt schon seit längerem Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Sie klagen über Raser, Lastwagen, die die Straße als Abkürzung nutzen, und über erheblichen Schleichverkehr, wenn sich auf der nahe gelegenen Autobahn A 2 mal wieder die Fahrzeuge stauen.
Es sei tatsächlich nicht auszuschließen, dass sich Autobahnstaus direkt auf den Verkehr in dem Bothfelder Wohnviertel auswirken, bestätigt Werner Zwick. Er ist Leiter des Polizeikommissariats Lahe und kennt die Beschwerden vom Klein-Buchholzer Kirchweg. „Wenn es auf der A 2 bei Hannover zu kilometerlangen Staus kommt, wird der Verkehr umgeleitet“, berichtet Zwick. Dann suchen sich Autofahrer einen Weg zwischen der Autobahnabfahrt Bothfeld und der A 37. Die wichtigste Verbindung dafür bilden Sutel- und Podbielskistraße. „Diese Straßen sind dann manchmal stundenlang richtig zu“, sagt Zwick. Und Ortskundige würden dann durchaus den Kirchweg nutzen.
Alle paar Wochen, so schätzt Schmid, kommt es in „seiner“ Straße so richtig dicke, und das sei „durchaus auch unabhängig von Autobahnstaus“. Denn Klein-Buchholzer Kirchweg und Im Heidkampe seien für viele Autofahrer „eine schicke Durchfahrtsstraße geworden“, um etwa auch zwischen Sahlkamp und Podbi abzukürzen. Navigationsgeräte erlaubten auch fremden Lkw-Fahrern diese Route. „Ich schätze, dass 20 bis 30 Lastwagen am Tag hier durchfahren“, sagt Schmid. Das könnten unmöglich alles Lieferfahrzeuge für lokale Unternehmen sein – aber nur solchen Lastwagen sei das Befahren der Straße erlaubt.
Dabei sei der Kirchweg alles andere als eine Durchfahrtsstraße, betont Schmid. Und wenn es keinen Stau gebe, würden viele Fahrer die Straße eben zur „Rennstrecke“ machen. Auch Anwohner Kai-Uwe Peter spricht von „rücksichtslosen Autofahrern“ in der Straße. „Es kann nicht sein, dass die Anwohner zum Opfer werden“, meint er. Anfang Juli habe es einen Unfall gegeben, bei dem ein Autofahrer ein Kind verletzt habe. „Das geschah aber nicht wegen Raserei“, berichtet Polizist Zwick. Das Fahrzeug sei losgefahren und habe dabei das Kind erfasst. Das könne auch Anwohnern selbst passieren. Aus Sicht der Polizei, die oft Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen habe, sei die Straße kein Unfallschwerpunkt. „Es gibt Verstöße, aber die sind mit anderen Tempo-30-Zonen in Hannover vergleichbar“, erläutert Zwick. Gründe für besondere Maßnahmen sehe er nicht.
Eine städtische Verkehrszählung vor einigen Jahren ergab: Rund 5000 Fahrzeuge nutzen den Klein-Buchholzer Kirchweg täglich. Die Stadt stellte 2008 im Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide mehrere Varianten zur Verkehrsberuhigung vor. Dabei ging es vor allem um Fahrbahnverengungen. Mit der Umsetzung dauerte es allerdings sein Zeit. Erst vor zwei Monaten ließ die Stadt in Höhe des Fußwegs zur Gebrüder-Hartmann-Straße die Fahrbahn durch einen sogenannten „Nasenvorbau“ verengen. Auf eine Trendwende beim Verkehrsfluss warten die Anwohner aber immer noch. „Eine zusätzliche Maßnahme wird voraussichtlich zum Jahresende eingerichtet“, sagt Stadtsprecher Klaus Helmer. Dann soll die Kreuzung zur Martinstraße als kleiner Kreisverkehr ausgebaut werden, wovon sich die Stadt geringere Geschwindigkeiten der Autos verspricht. Am Verkehrsaufkommen selbst wird das wenig ändern. „Die Straße zu sperren wäre ja auch keine Lösung“, meint Bezirksbürgermeister Hans Battefeld. Mehr als bisher könne nicht getan werden.
Marcel Schwarzenberger
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Kommentare
lächerlich Misburger – 31.07.10
Ich kann nur lächeln über seine 5000 rücksichtslose autofahrer und seine 20 LKW pro tag, ich wohn Am Seelberg und das nenne ich hier Bundesautobahn 2"a". hier ist wesentlich mehr raserei und verkehr.Ich fahre da auch immer lang Boris – 31.07.10
und es gibt auch kein Gesetz was das verbietet. Dort darf man nur 30 fahren. Das ist aber kein Problem wenn man dadurch 2 Ampeln in der Sutelstraße umfahren kann an denen man immer lange warten muß. Will man den Durchgangsverkehr aussperren muß schon ein passendes Schild her. Ich verstehe auch gar nicht was sich die Anwohner üer die Menge des Verkehrs aufregen. Da darf so viel Durchfahren wie lustig ist. Aber natürlich muß man sich an die 30km halten die dort vorgeschrioeben sind.Verkehrsbelästigung Blitzer – 30.07.10
Man kann keineswegs behaupten, dass nur Rot-Grün schuld an der Misere ist. Seit Jahren verhindern Politiker aller Parteien und auch die Polizei wirksame Maßnahmen gegen den Verkehrs-Wahnsinn. Es wird verharmlost und abgestritten. Es werden zwar Gesetze erlassen und die Geldbußen erhöht, allerdings werden sie kaum zur Anwendung gebracht. Vor Blitzern darf sogar im Radio gewarnt werden. GUTE NACHT!ROT-GRÜN nein danke ich – 29.07.10
D sieht man mal wieder was dieser Rot-Grüne Mist so alles für Probleme produziert.Diese Stadtverwaltung ist nur zu gebrauchen wenn es darum geht die Bürger zu ärgern und auszubeuten.
Weg mit Weil und seinen Helfern
Hauptstraßen attraktiv halten Herrmann – 29.07.10
An diesem Beispiel kann man sehen, wie wichtig es ist, Hauptverkehrsstraßen attraktiv zu halten. Durch rote Wellen verlagert sich ein nicht unwesentlicher Teil des Verkehrs auf Nebenstraßen. Es entstehen Schleichverkehre in Bereichen, die weniger dafür geeignet sind Verkehr aufzunehmen als breite Hauptstraßen. Dadurch sinkt die Verkehrssicherheit . Die Lärm- und Luftbelastung in Tempo 30 Bereichen erhöht sich, gerade weil dort die Wohnbebauung dicht und die Straßen schmal sind. Mit einer auf Tempo 50 geschalteten grünen Welle werden Hauptverkehrsstraßen attraktiv und ziehen somit den Verkehr an. Auf einigen wenigen Hauptstraßen Hannovers könnte man das Tempo sogar auf 60 km/h erhöhen. Hamburg hat es vorgemacht . Dort wurde auf ein paar Hauptstraßen das Limit um 10 km/h auf 60 km/h angehoben.Ampelschaltung .. – 29.07.10
die meisten Autofahrer werden den "Schleichweg" benutzen um die nervenden Ampeln auf der Sutelstraße und Sutel/Podbi zu umfahren.Lieber gleichmäßig langsam durchs Wohngebiet als Stop and Go auf Hauptstraßen.