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Restaurierung

Arbeiten an der Dreifaltigkeitskirche gehen voran

Von Felix Klabe

Seit 2010 wird die Fassade der Dreifaltigkeitskirche in der Oststadt aufwendig restauriert. Die Arbeit sei wie ein Puzzle für Erwachsene, so einer der Maurer. Im September kommt die Turmuhr, erste Teile des Gerüsts können bald abgebaut werden.
Das Querschiff der Dreifaltigkeitskirche auf der Nordseite in der Friesenstraße ist Teil des zweiten Bauabschnitts. Dort wird noch bis 2012 gebaut.

Das Querschiff der Dreifaltigkeitskirche auf der Nordseite in der Friesenstraße ist Teil des zweiten Bauabschnitts. Dort wird noch bis 2012 gebaut.

© Surrey

Oststadt. Es begann mit einem herabgefallenen Ziegel vor drei Jahren, den ein Passant vor dem Schaukasten der Dreifaltigkeitsgemeinde in der Oststadt fand. Aus Furcht vor weiteren Steinen, die sich aus dem Gemäuer lösen und Menschen verletzen könnten, benachrichtigte er die Polizei. Der Bereich um das Gotteshaus an der Bödekerstraße wurde daraufhin großräumig abgesperrt. Seit März 2010 ist die Kirche nun eingerüstet, mit einer Plane verhüllt und wird aufwendig restauriert. Hunderte Steine werden ausgetauscht und die Ziffernblätter der Turmuhr gereinigt und neu vergoldet. Das dauere seine Zeit und belaste manche Anwohner der Bödeker-, Friesen- und Holscherstraße, räumt Jürgen Kemper, Pastor der Gemeinde, ein.

„Es gibt Tage, an denen es ziemlich laut an der Kirche ist“, sagt eine Anwohnerin, die an den Containern in der Friesenstraße ihr Altglas entsorgt. Doch die Arbeiten seien notwendig, fügt sie hinzu. „Unsere Gemeindemitglieder zeigen sich sehr geduldig“, sagt Kemper. Die Arbeiten an der teils maroden Fassade seien aufwendig.

Für die Maurer sei die Arbeit wie ein Puzzle für Erwachsene, sagt einer von ihnen. „Wir ziehen nicht einfach eine Wand hoch, wir mauern in ein bereits vorhandenes Gemäuer.“ Nachdem der erste Ziegel gefunden wurde, stiegen Experten den Turm hinauf und suchten nach weiteren sanierungsbedürftigen Stellen an der Fassade. Und sie wurden fündig. „Die Fachleute brachten eimerweise lose Steine herunter“, erinnert sich Kemper. Die brüchigen Steine wurden vermessen und katalogisiert. In einer dänische Ziegelei wurden sie dann reproduziert und zurück nach Hannover geschickt – denn in Deutschland werden solche passgenauen Formsteine nicht mehr hergestellt.

Seit 17 Monaten wird bereits an der Turmfassade, dem ersten Bauabschnitt, gebaut. Gerade am oberen Bereich des Turms herrschen rauhe Verhältnisse: Wind und Regen hätten den Turm dort besonders stark beschädigt, erklärt Wolfgang von Reitzenstein, verantwortlicher Architekt vom Amt für Bau- und Kunstpflege Hannover. Ende September sollen die vier Ziffernblätter der Turmuhr eingebaut werden. „Sobald die Uhr wieder im Turm sitzt, wird auch das Gerüst um fünf oder sechs Lagen abgebaut“, sagt von Reitzenstein. Das entspreche etwa zwölf Metern.

Der Haupteingang an der Bödekerstraße bleibe aber noch eine Weile eingerüstet. „Wir hoffen, dass das Portal zur Weihnachtszeit wieder frei ist“, sagt Kemper. Einen endgültigen Termin könne man jedoch nicht festlegen, erklärt von Reitzenstein.

Der erste Bauabschnitt wurde mit 650 000 Euro zum größten Teil von der Landeskirche finanziert. Auch die Klosterkammer gab 100 000 Euro dazu. Zudem konnte die Dreifaltigkeitsgemeinde rund 40 000 Euro aufbringen, von denen unter anderem Turmuhr und weitere Verzierungen finanziert wurden. Weitere 50 000 Euro steuerte der Stadtkirchenverband zu.

Seit diesem Frühjahr wird auch an der Nordseite der Kirche, in der Friesenstraße, gebaut. „Der Seiteneingang muss nahezu komplett neu aufgearbeitet werden“, sagt Wolfgang Schiemann vom Kirchenvorstand. „Das ist sehr kompliziert.“ Die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt sollen darum noch bis Frühjahr 2012 andauern. Finanziert wird dieser Bauabschnitt von der Niedersächsischen Landeskirche mit 465 000 Euro und vom Stadtkirchenverband mit 50 000 Euro.

Im kommenden Frühjahr werde auch mit dem dritten Abschnitt begonnen. Dann werden die Maurer das Querschiff auf der Südseite in der Holscherstraße sanieren. Die Finanzierung für den dritten Bauabschnitt hat die Landeskirche bereits in Aussicht gestellt. Wie lange die Restauration an dieser Seite dauern wird, kann noch nicht gesagt werden.

Solange an den Querschiffen der Kirche – in der Friesen- und der Holscherstraße – gearbeitet wird, kann aus statischen Gründen das Gerüst am Turm nicht vollständig entfernt werden. Somit bleibt es bis zum Ende des dritten Bauabschnitt eng an der Bödekerstraße, wo zwischen Straße, Rad- und Fußgängerweg, Pollern und Bauzaun kaum Platz für die Passanten bleibt.

Dem Abschnitt im Süden folgt die Sanierung der Sakristei, dem hinteren Teil des Gotteshauses. Diese Arbeiten werden sich wohl noch bis 2013 hinziehen.

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