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Bad-Betreiber behebt Mängel erst nach Monaten

Misburg Bad-Betreiber behebt Mängel erst nach Monaten

Viele Stammschwimmer ärgern sich über die Verhältnisse im Misburger Bad: Ein Drehkreuz am Eingang war lange kaputt; der Fahrstuhl ist seit Monaten nicht in Betrieb. Besucher des Hallenbads klagten zudem über extremen Chlorgeruch.

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Stammschwimmer klagen: Das Freibad in Misburg wird erst bei 22 Grad geöffnet.

Quelle: Tim Schaarschmidt

Misburg. Die Stadt kündigte vor einigen Wochen an, dass dem Betreiber eine Abmahnung oder gar Klage drohe, wenn die Mängel nicht bis Ende Mai abgestellt würden. „Wir arbeiten intensiv daran“, sagte Stefanie Lange, Managerin des Betreibers Optisport Healthclub Deutschland, auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers.

Das Drehkreuz ist repariert. Der Fahrstuhl werde noch repariert, sagte Lange. Wann der Lift wieder funktioniere, könne sie noch nicht sagen. „Es kommt aber jeder Gast ins Hallenbad; Rollstuhlfahrer werden von unseren Mitarbeitern über die Treppe getragen“, betonte sie. Dass der Lift seit Monaten defekt ist, begründete die Managerin damit, dass nicht klar ist, wer für die Reparatur zu zahlen hat. Aus ihrer Sicht hätte die Stadt einspringen müssen, die mit Optisport einen Pachtvertrag hat. Die Verwaltung sieht das anders. „Also übernehmen wir jetzt erst einmal die Kosten“, sagte Lange. Angesichts der laufenden Reparaturarbeiten seien „eine Klage oder andere Maßnahmen nicht notwendig“, sagte Stadtsprecher Udo Möller. Mark Bindert, sportpolitischer Sprecher der Grünen-Ratsfraktion, fordert bessere Kontrollen. Das Misburger Bad werde funktionstüchtig benötigt. „Freie Schwimmer oder Vereine können kaum woanders hin, weil es zu wenig Hallenzeiten und Wasserflächen gibt“, sagte er.

„Gäbe es eine Alternative in der Nähe, wäre ich längst weg“, sagte eine Stammbesucherin aus Misburg. Sie gehe mehrmals in der Woche ins Bad. Über die Mängel habe sie sich oft geärgert. Mit dem Start der Sommersaison entstand aus ihrer Sicht ein weiteres Ärgernis. „Das Freibad ist nur bei bestimmten Temperaturen geöffnet.“ Die neue Regelung lautet so: Optisport öffnet die Freibadanlage nur, wenn die Wetterprognose mindestens 22 Grad Celsius Lufttemperatur vorhersagt. Ist es kühler, kommen die Gäste nur ins Hallenbad. „Ich möchte im Sommer, auch wenn es mal nicht so heiß ist, nicht in die enge Halle gehen“, klagte die Stammbesucherin. Managerin Lange nannte wirtschaftliche Gründe: „Es gibt nicht genügend Mitarbeiter, um Halle und Freibad gleichzeitig zu öffnen.“

Im vorigen Jahr schloss das Hallenbad von Juni bis August. Nun will Optisport flexibler sein und öffnet je nach Wetterlage mal die Halle, mal das Freigelände. Das kündigt der Betreiber auf seiner Internetseite an. Viele Gäste hätten sich nach einer Umfrage für diese Lösung entschieden, betonte Lange. „Wenn es nicht genug Personal gibt, muss der Betreiber mehr einstellen“, meint dagegen Sportpolitiker Bindert. Eine solche Maßnahme könnte mit bis zu 15000 Euro monatlich zu Buche schlagen, was die Eintrittskarten erheblich verteuern würde, hielt die Managerin dagegen.

Aus Kostengründen privatisierte die Stadt 2007 das sanierungsbedürftige Misburger Bad. Rund 720000 Euro brachte die Stadt vor der Privatisierung jährlich für den Betrieb des Bades auf. Diese Summe wollte die Verwaltung deutlich senken. Im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) ließ die Firma s.a.b die Einrichtung in einen Gesundheits- und Bäderpark umbauen. Der Betreiber geriet 2008 in finanzielle Schieflage; es drohte ein Konkurs. Daraufhin holte s.a.b. 2009 die holländische Firma Optisport ins Boot. Die Stadt leistete bei der Privatisierung eine Bankbürgschaft und zahlt seither einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von derzeit rund 636000 Euro. „Der größte Anteil, nämlich 490300 Euro, fließt an die Bank, die den Umbau und Sanierung des Bads finanziert hat“, sagte Stadtsprecher Möller. Nur der kleinere Rest geht als realer Zuschuss direkt an Optisport.

Marcel Schwarzenberger

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