Grund für die Verzögerungen auf der Baustelle sei der Winter, sagte Walter Greve, Geschäftsführer der Firma Kontur Bau Vision, die das sechsgeschossige Gebäude an der Podbielskistraße Ecke Waldstraße errichte. „Wir wollten schon viel weiter sein, aber der Frost hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Greve.
Von Mitte November bis Anfang Januar habe die Baustelle ruhen müssen. Unterdessen verzeichne man aber Fortschritte bei der Vermarktung: Denn während die Senioren zukünftig in den Etagen eins bis fünf einziehen sollen, habe man für die Geschäftszeile im Erdgeschoss bereits eine Bank und einen Zahnarzt gewinnen können.
Wie berichtet, entsteht seit Mai vergangenen Jahres auf dem ehemaligen Tankstellengelände an der Podbielskistraße eine Residenz für Senioren mit gehobenen Ansprüchen. 66 Einheiten für betreutes Wohnen zwischen 50 und 90 Quadratmetern soll der Klinkerbau beherbergen. Derzeit werde am Rohbau der oberen Stockwerke gearbeitet, und zeitgleich bereits mit dem Innenausbau der unteren Etagen begonnen, berichtet Bauleiter Greve.
Neben Geschäftszeile und Seniorenresidenz ist im sechsten Stock noch eine dritte Nutzung geplant: Drei Penthauswohnungen zwischen 90 und 140 Quadratmetern sollen den rund zwölf Millionen Euro teuren Neubau krönen. Die Firma Kontur Bau errichtet die Anlage im Auftrag der Gesellschaft für soziale Aufgaben (GesA), einem Betreiber von zahlreichen Wohnanlagen in Niedersachsen. Nach Bauende will die GesA die Anlage kaufen und sowohl als Vermieter als auch als Dienstleister auftreten.
Der Mietpreis der Seniorenwohnungen soll inklusive aller Nebenkosten, Reinigung und Betreuung durch Pflegepersonal pauschal bei 28,50 Euro pro Quadratmeter liegen, sagt GesA-Geschäftsführer Kenneth Woods. „Zielgruppe sind Menschen über 65 Jahren, die ihre Eigentumswohnungen aufgeben, aber dennoch nicht auf einen gewissen Wohnkomfort verzichten wollen“.
Ursprünglich hatte die GesA angekündigt, einzelne Wohnungen auch an Investoren verkaufen zu wollen. Dieses Vorhaben habe man inzwischen verworfen, es werde ausschließlich vermietet, sagt Woods. Die Planänderung ist auch der Grund, warum sich das Unternehmen „Wertinvestition Immobilien“ aus Sarstedt Ende 2010 aus dem Projekt zurückgezogen habe. Man habe unterschiedliche Interessen verfolgt und sich deshalb einvernehmlich getrennt, sagt Woods. Als Bauherr und Betreiber tritt nun nur noch die „Sozialimmobilien Lebensart-GmbH“ auf, die GesA-Chef Woods zusammen mit einem Kompagnon eigens für das Projekt in der List gegründet hat.
Wenn der Bau an der Podbielskistraße fertig ist, will die GesA ihren Firmensitz von Goslar ins Erdgeschoss der „ListerLebensArt“ verlegen. Der Betreiber sieht in der Landeshauptstadt offenbar einen steigenden Bedarf an Seniorenresidenzen: Erst kürzlich kündigte die GesA an, ab kommendem Mai in der Rotermundstraße in Vahrenwald eine weitere Wohnanlage errichten zu wollen.
Michael Soboll
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