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Belohnung für Hinweise auf Keks-Dieb ausgesetzt
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Vergoldetes Wahrzeichen Belohnung für Hinweise auf Keks-Dieb ausgesetzt

Der Diebstahl des vergoldeten Leibniz-Kekses stellt Bahlsen und die Polizei weiterhin vor ein Rätsel. Hinweise sind bisher noch keine eingegangen, obwohl der Kekskonzern eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt hat.

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Immernoch verschwunden: Der vergoldete Keks.

Quelle: Ditfurth

Hannover. Firmenchef Werner Michael Bahlsen will für Hinweise, die zum Wiederauffinden des Kekses führen, 1000 Euro zahlen. Die Belohnung dürfte den Materialwert des Diebesguts deutlich übersteigen. Der 20 Kilogramm schwere Keks besteht zum größten Teil aus Messing und hat nur einen leichten Blattgoldüberzug.

Die Belohnung könnte sich auch für den Kekskonzern auszahlen, denn bei einer Neuanfertigung müsste die Firma wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Darüber will sich das Unternehmen aber noch gar keine Gedanken machen. „Wir wollen diesen Keks wiederhaben“, sagt eine Sprecherin.

Der Leibniz-Keks hängt bereits seit hundert Jahren an der Außenfassade des Bahlsen-Stammsitzes an der Podbielskistraße. Für das Unternehmen hat er einen hohen ideellen Wert. Am Montag war sein Verschwinden festgestellt worden, obwohl er vielleicht schon seit dem 4. Januar gestohlen wurde. Die Polizei sucht unter (0511) 1092827 Zeugen, die den Keks nach diesem Tag gesehen haben oder seitdem verdächtige Beobachtungen gemacht haben.

Der Diebstahl des Bahlsen-Kekses aus fünf Metern Höhe über der Podbielskistraße ist zwar ein wahres Schelmenstück, aber für die Täter nicht lukrativ. Der Materialwert dürfte wenige hundert Euro betragen. Das Gramm Feingold bringt es zwar immerhin auf einen Marktwert von rund 40 Euro, aber von dem Edelmetall weist das Gebäckstück nicht viel auf. Der Blattgoldüberzeug ist nur äußerst dünn, sagt eine Bahlsen-Sprecherin.

„Bei einer Vergoldung ist die Menge des Goldes eigentlich zweitrangig“, berichtet ein Restaurator. Mit wenigen Gramm könnte man ein Objekt in der Größe des gestohlenen Kekses vergolden. Der Arbeitsaufwand für eine Neuanfertigung wäre allerdings sehr teuer, sagt der Experte.

Auf dem Kunstmarkt könnten die Diebe mit ihrer Beute vermutlich gar nichts verdienen. „Dafür gibt es keine Nachfrage“, sagt Kunsthistorikerin Christina Kastern vom Auktionshaus Kastern. Sie kenne zwar Sammler von Keksdosen oder Firmenschildern, aber bei dem gestohlenen Objekt handele es sich ja nur um den Teil einer Fassadendekoration. „Ich würde es gar nicht als Kunst einordnen“, sagt Kastern.

In der Baukunst hat der Bildhauer des Bahlsen-Firmenwahrzeichens aber durchaus einen Namen. Georg Herting, der die „Brezelmänner“ samt Leibniz-Keks im Jahr 1913 formte, ist mit mehreren Werken in der Landeshauptstadt präsent – einige sind sogar als Baudenkmäler anerkannt. Hertings Arbeiter-Standbild vor dem Hanomag-Gebäude etwa genießt ebenso Denkmalschutz wie sein Duve-Brunnen auf dem Mittelstreifen vor dem niedersächsischen Umweltministerium.

Georg-Herting-Fans sind die Keks-Diebe aber wohl eher nicht. „Die Täter waren vermutlich vom Gold geblendet und meinten, es hätte einen höheren Wert“, vermutet Kastern. Diese Einschätzung teilt auch der bestohlene Bahlsen-Konzern.

Von Christian Link

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