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Ost Betonmischer in der Privatstraße
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Betonmischer in der Privatstraße
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00:18 09.08.2014
Von Susanna Bauch
Der Baustellenverkehr rollt nach Angaben der Nachbarn über die Privatstraße Echternfeld. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Reger Baustellenverkehr in einer privaten Anliegerstraße ruft jetzt die Bewohner auf den Plan. Auf dem Grundstück Echternfeld 27 wird in großem Stil gebaut - und der komplette Baustellenverkehr rückt über die private Anliegerstraße an, obwohl es eine weitere Zuwegung über die Straße Am Flachsgraben gibt. „Wir haben vor Jahrzehnten einen Verein gegründet und die Straße Echternfeld erworben“, erklärt eine Anliegerin. Der neue Besitzer aus Nummer 27 habe nicht in den Verein eintreten wollen, nutze die Straße aber dennoch fast ausnahmslos als Anfahrt für die Arbeiten auf seinem Grundstück. Zudem wolle er eine weitere Zufahrt einrichten, die ebenfalls vom Echternfeld befahrbar ist. „Das wollen wir nicht hinnehmen“, so die Vertreterin des Vereins.

Rechtlich bleibt den Anliegern allerdings kaum eine andere Möglichkeit. Denn Abbruch- und Bauarbeiten sind genehmigt, und Zufahrten zu Baustellen müssen - temporär - bleiben. Vor zwei Jahren wurde das Grundstück Echternfeld 27 in Isernhagen-Süd durch eine Bebauungsplanänderung zum „Sondergebiet Wohnen mit Pferdehaltung“. Eine entsprechende Beschlussdrucksache hat die Stadtverwaltung dem Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide vorgestellt und eine Änderung des Bebauungsplans beantragt, die auch genehmigt wurde. Danach sollte das Gebiet der ehemaligen Genossenschaftsakademie künftig als Wohnhaus genutzt werden. Die nördliche Grünfläche wurde zudem in „Hausgarten“ und „Private Sportfläche“ unterteilt.

Die Gebäude und Freiflächen mit insgesamt rund 20 000 Quadratmeter Fläche wurden 52 Jahre vom Genossenschaftsverband als Tagungs- und Fortbildungsstätte genutzt. Nach Aufgabe des Schulungsbetriebs zum 1. Juli 2012 ist das Grundstück an einen privaten Investor verkauft worden, der das Grundstück für eigene Wohnzwecke nutzen und das denkmalgeschützte Haupthaus aus dem Jahre 1938 umbauen wollte. Die angrenzenden Gebäude sollten als Wohnraum für weitere Familienmitglieder und Personal sowie zu Hobbyzwecken dienen. Das bisherige Gästehaus im Norden soll zu einem Stall umgenutzt werden, in dem familieneigene Pferde stehen.

Um diese Nutzung zu ermöglichen, musste der Bebauungsplan in ein Sondergebiet „Wohnen mit Pferdehaltung“ umgewandelt werden. In diesem Sondergebiet kann in der Nähe zur Natur und Landschaft mit eigenen Pferden gewohnt werden, eine gewerbliche Nutztierhaltung ist ausgeschlossen.

Die Erschließung des Geländes führte früher ausschließlich über die Privatstraße Echternfeld - sehr zum Unmut vieler Anlieger, die sich vom regen An- und Abreiseverkehr der Tagungsteilnehmer gestört fühlten. Der neue Eigentümer hat das Grundstück nach Osten entlang des Teiches über die Straße Flachsgraben an das öffentliche Straßennetz, das heißt an die Prüßentrift, anschließen lassen. Dennoch beklagen die Bewohner des Echternfelds die regelmäßige Nutzung ihrer Straße durch schwere Baufahrzeuge. „Der Bebauungsplan wurde rechtmäßig geändert“, erklärt Stadtplaner Uwe Holland. „Und wenn auf einem privaten Grundstück gebaut wird, dürfen auch die Zuwegungen genutzt werden.“ Zumal die Bautätigkeiten ja auch mittelfristig abgeschlossen sein würden.

Das wiederum bezweifeln die Anlieger. Denn auf dem Grundstück dürfen theoretisch drei bis zu zweigeschossige Wohnhäuser errichtet und verkauft werden. Mehr der Fläche darf aus Gründen der Bauverbotszone des Flughafens allerdings nicht bebaut werden. Ein Bauunternehmer hatte vor geraumer Zeit bereits fast den Zuschlag erhalten. „Rund 3500 Quadratmeter wollten wir bebauen, aber daraus ist kurz vor dem Notartermin leider nichts geworden“, so der Unternehmer. Was sich derzeit auf dem Grundstück Echternfeld 27 abspielt, ist offiziell auch nicht zu erfahren. Da sind nicht nur im übertragenden Sinn hohe Zäune vor - aber schließlich handelt es sich ja auch um ein Privatgrundstück.

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