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Ost Brandschutz setzt sich gegen Denkmalschutz durch
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Brandschutz setzt sich gegen Denkmalschutz durch
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12:00 01.05.2013
Markante Architektur: Die Kita Sylter Weg nach den Plänen von Prof. Rolf-Dieter Ramcke. Quelle: Marcel Schwarzenberger
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Eltern und Leitung der Kindertagesstätte Sylter Weg können aufatmen: Nachdem zuletzt der Denkmalschutz den dringend erforderlichen Umbaus der bei ihrer Eröffnung 1967 preisgekrönten Kita ausgebremst hatte, scheint nun eine Lösung gefunden zu sein. Die Stadt hat nach Auskunft von Sprecher Dennis Dix seit Kurzem die Genehmigung der Denkmalschutzbehörde, Bauarbeiten durchzuführen, die für eine Verbesserung des Brandschutzes zwingend nötig sind. Man habe sich darauf geeinigt, dass dabei „Rücksicht auf den Erhalt des originären Zustands“ des von Architekt Prof. Rolf-Dieter Ramcke entworfenen Gebäudes genommen werde, sagt Dix. Nur noch Details wie die Materialauswahl müssten abgestimmt werden, sagt Dix. Ende Juni, also noch vor den Sommerferien, sollen die Arbeiten beginnen.

Der Fall der Lister Kita ist einmal mehr ein Beispiel dafür, welche Konflikte sich zwischen den Interessen des Denkmalschutzes und den heutigen Nutzungsansprüchen an Gebäude ergeben können. Im Oktober 2011 hatte Architekt Ramcke, der von den Umbauplänen erfahren hatte, die Denkmalschutzbehörde eingeschaltet. Dort legte man großen Wert darauf, das Gebäude im Originalzustand zu erhalten. „Herr Prof. Ramcke hat einen Antrag auf Ausweisung als Kulturdenkmal gestellt“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Die Umbauten lagen danach auf Eis, im August 2012 wurde die Kita unter Denkmalschutz gestellt. Die Eltern wurden nervös, weil durch den mangelhaften Brandschutz die Betriebsgröße eingeschränkt zu werden drohte. So hatte die Aufsichtsbehörde des Landes angekündigt, die Hortgruppe drastisch zu verkleinern, falls es bis zum Sommer keine Lösung geben sollte.

Feuerwehr bescheinigte fehlenden Fluchtweg

Hintergrund dieser Drohung war, dass der im Lauf der Jahre knapp gewordene Platz die Kita schon länger gezwungen hatte, auch Räume zu nutzen, die ursprünglich unter anderem als Lager dienten. So aber waren die Anforderungen des Brandschutzes nicht mehr zu erfüllen. 101 Kinder betreut die Arbeiterwohlfahrt (AWO) als Betreiberin heute in den Räumen. „Die Kita ist aber für viel weniger Plätze angelegt“, sagt Leiter Sven Bressau-Dunkmann. Die Einrichtung wird unter anderem von Schülern der Grundschule Mengendamm besucht. 28 Plätze zählt die Hortgruppe. Vor zehn Jahren hatte die AWO diese Gruppe von damals noch 20 Plätzen um acht weitere aufgestockt. Weil gemäß Brandschutzauflagen rechnerisch ein paar Quadratmeter fehlten, sollten die acht Plätze nun wieder gestrichen werden.

Zudem hatte die Feuerwehr 2010 dem Computerraum und einem Rückzugsraum einen fehlenden Fluchtweg bescheinigt und die Räume sperren lassen. Auch die Cafeteria und die Küche wiesen Brandschutzmängel auf, die Nutzung ist nur geduldet. Die Stadt wollte daher im Jahr 2011 für 10.000 Euro zumindest die Auflagen des Brandschutzes erfüllen - Pläne für eine umfassende Modernisierung hatten sich nicht umsetzen lassen. In den Computerraum soll nun ein als Fluchtweg nutzbares Fenster eingebaut werden, Licht bekommt der Raum bisher durch eine nicht zu öffnende Scheibe. Auch die Küche soll ein Fenster, die Cafeteria einen breiteren Eingang erhalten.

Kita-Leitung und Eltern warteten zuletzt händeringend darauf, dass es weitergeht. Doch nichts tat sich. Jetzt verspüren sie Erleichterung. Denise Koren, deren Tochter im Sommer in die Schule kommt, ist eine der betroffenen Mütter. Eine Alternative zu dem Hortplatz am Sylter Weg habe sie nicht, sagt sie. „Jeder Platz wird gebraucht“, betont Dirk Seebaum vom Elternbeirat der Kita.

Marcel Schwarzenberger

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