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Braucht Kleefeld ein Freizeitheim?

Buchholz-Kleefeld Braucht Kleefeld ein Freizeitheim?

Vereine und Bezirksrat bemängeln das große Defizit an Veranstaltungsräumen im Stadtteil

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Auf der Suche nach freien Räumen: Die Werkstatt Süd ist ein wichtiger Kooperationspartner für den Bürgerverein Kleefeld. Auch im städtischen Gebäude des ABM-Stützpunktes Hölderlinstraße sehen die Verantwortlichen noch Kapazitäten zur besseren Nutzung.Schwarzenberger (3)

Hannover. Das Beispiel der Kleefelder Chorgemeinschaft zeigt eines deutlich: Im Stadtteil mangelt es an Räumen, die ohne Probleme für Veranstaltungen genutzt werden können. Die Begegnungsstätte an der Rodewaldstraße müssen die vier Chöre spätestens Anfang 2014 verlassen, nachdem sich Nachbarn über die Gesangsproben beschwert hatten. Seit Wochen sucht der Verein nach Ersatz. Die Stadt soll sich jetzt Gedanken darüber machen, wie sich die Situation für Vereine und Kulturschaffende verbessern lässt. Ein solches Kulturkonzept forderte der Bezirksrat Buchholz-Kleefeld in seiner jüngsten Sitzung einmütig in einem interfraktionellen Antrag. Den Schwerpunkt soll die Verwaltung auf Kleefeld legen. „Es gibt im Stadtteil ein großes Defizit“, sagte Grünen-Fraktionschef Dierk Schneider. Das zeige der Fall der Chorgemeinschaft deutlich.

Die Chorgemeinschaft verhandelt inzwischen mit der Alice-Salomon-Schule und dem Altenpflegeheim „Marianne-Werner-Haus“ des Stephansstifts. Die Schule habe eine Aula, das Pflegeheim einen Andachtsraum, berichtete Wolfgang Fernekohl vom Vorstandsbeirat. Allerdings seien noch Mietkosten und Akustik zu prüfen. Aus Sicht von Bezirksratsherr Karsten Plotzki ist der Verein damit auf dem richtigen Weg. Nicht ein kompaktes Freizeitheim, sondern eher Angebote wie Schulaulen oder Kirchengemeinderäume seien für Vereine wichtig, sagte Plotzki. „Dabei sollte die Stadt auch das Heideviertel und Groß-Buchholz mit einbinden.“

Die SPD sieht das etwas anders: „Wir wollen ein soziokulturelles Zentrum“, sagte Sozialdemokratin Irma Tinnefeld. Eindeutig gefordert hat der Bezirksrat eine solche Einrichtung in seinem Antrag allerdings nicht. „Die Stadt soll sich nun Gedanken machen“, sagte Tinnefeld.

Bereits vor zehn Jahren gab es eine Debatte über den Mangel an Veranstaltungsräumen in Buchholz-Kleefeld. Damals galt der Kulturtreff Roderbruch als einzige größere Einrichtung für den gesamten Stadtbezirk. Und als eines mit Mängeln, weil das Dach undicht war. Ein Umzug kam mangels Alternativen nicht in Frage. Die Bürgergemeinschaft Roderbruch trägt den Kulturtreff. Bezirksratsfrau Tinnefeld arbeitet dort im Vorstand mit.

Inzwischen habe es einige Verbesserungen gegeben, berichtete sie. „Es wurde viel renoviert, und wir haben neue Räumlichkeiten an der Rotekreuzstraße bekommen.“ Vom benachbarten Jugendzentrum „Friedrich Lohmeyer“ übernahm der Kulturtreff einen Raum, der früher als Disko genutzt wurde. Mehr Platz könnte der Kulturtreff dennoch gebrauchen. „Wir haben aus Platzgründen eine Warteliste für unsere Musikkurse“, sagte Irma Tinnefeld. Mit dem im September dieses Jahres eröffneten Bürgerhaus des Pinkenburger Kreises gebe es zwar eine weitere Alternative im Stadtbezirk. „Aber das ist ein großer Raum, der nicht für alles geeignet ist“, sagte Tinnefeld. „Außerdem wollen wir lokal im Roderbruch auch einmal etwas anbieten.“

Lokal arbeiten will auch der Bürgerverein Kleefeld. Seit einigen Jahren macht er mit vielen Konzerten, Kinoangeboten und Lesungen von sich reden. Oder mit der Kunstausstellung im Gebäude der Werkstatt Süd an der Hölderlinstraße. Die fand am ersten NovemberWochenende zum zweiten Mal statt. Rund 30 Künstler, die meisten aus Kleefeld, zeigten ihre Werke. „Wir wollen Kleefeld ein neues Gesicht geben und Leute zusammenbringen“, sagte Ausstellungskurator Wolfgang Kartscher. Kunst aus dem Stadtteil solle auch in Kleefeld gezeigt werden. Die Werkstatt Süd ist für den Bürgerverein deshalb ein wichtiger Kooperationspartner. Auch für das Kinoprogramm. Darüber hinaus mietet sich der Verein bei mehreren Schulen ein. „Wir müssen mit dem, was wir in Kleefeld haben, experimentieren. Das ist oft anstrengend“, sagte Fernekohl, der sich auch im Vorstand des Bürgervereins engagiert. Den Bezirksratsantrag findet er richtig. „Wir haben nichts Vergleichbares hier zum Kulturtreff Roderbruch.“

Aber vielleicht ließe sich so etwas schaffen - ganz ohne Neubau. Die Stadt könne doch die Hölderlinstraße als Ganzes untersuchen, schlug Fernekohl vor. Neben dem Gebäude der Werkstatt Süd, das dem Stadtkirchenverband gehört, gibt es dort auch das städtische Gebäude des ABM-Stützpunktes Hölderlinstraße 6. Dort geht es um Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. „Die nutzen nicht alle Räume“, berichtete Fernekohl. Vielleicht ließe sich mit wenig Aufwand ein neues Nutzungskonzept für die Hölderlinstraße aufsetzen, das vielen Vereinen nütze.

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