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Bürger stören sich an Bäumen

List Bürger stören sich an Bäumen

Anlieger wollen anlässlich der Sanierung der Klopstockstraßeweniger Bäume und keine Durchjfahrt Richtung Güunther-Wagner-Allee.

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Das viele Grün vor den Fenstern macht manchen Anwohnern schwer zu schaffen.

Quelle: Uwe Dillenberg

Hannover. Die Umgestaltung der Klopstockstraße in der List erhitzt weiter die Gemüter. Anlässlich der jüngsten Sitzung des Bezirksrates Vahrenwald-List meldeten sich in der Einwohnerfragestunde etliche Anwohner zu Wort, um gewissermaßen ein Veto gegen die Pläne für den Straßenzug einzulegen. Ein Anlieger überreichte Bezirksbürgermeisterin Irma Walkling-Stehmann eine Liste mit 55 Unterschriften - unzufriedene Anlieger aus der Klopstockstraße, die eine Bürgerbeteiligung für die Neuplanung der Straße fordern.

Wie berichtet, soll der Straßenzug in mehreren Bauabschnitten modernisiert werden. Dabei geht es um Sanierung, Baumpflanzungen, Beleuchtung, Parkplätze und das Öffnen der Straße in ein geplantes Neubaugebiet Richtung Günther-Wagner-Allee. Ungewöhnlicherweise erregen vor allem die Baumpflanzungen die Gemüter der Bewohner. „Ich wohne im zweiten Stock“, erklärt eine Anwohnerin. Die Linden vor ihrem Haus würden ihre Wohnung komplett verschatteten. Die Beschwerden der Bewohner hinsichtlich des Baumbestandes und der Neupflanzungen hatten auch die Grünen im Bezirksrat zum Anlass genommen, eine entsprechende Anfrage an die Verwaltung zu formulieren. Sie wollte wissen, ob die Stadt den Unmut der Anlieger teilt und ob die Art der Bepflanzung für den Standort geeignet sei. Zudem erkundigten sich die grünen Stadtteilpolitiker, ob eine intensivere Pflege wie regelmäßiger Baumbeschnitt das Problem entschärfen könnte.

Die Antwort der Verwaltung fällt eindeutig aus: Weder seien Probleme mit Verschattungen nachvollziehbar, noch seien Linden an dieser Stelle die falschen Bäume. „In zahlreichen Straßen der Stadt sind Bepflanzungen mit Linden üblich“, betont Bezirksratsbetreuer Peter Meyer. Und ein regelmäßiger Rückschnitt würde zu erheblichen Kosten führen, die nicht leistbar seien.

Aus Sicht der Anwohner passt gar nichts zusammen bei den Plänen zur Umgestaltung ihrer Straße. Parkplätze würden wegfallen, und durch das Öffnen der Straße Richtung Günther-Wagner-Allee würde dem Durchgangsverkehr Vorschub geleistet. Dass dieser Punkt aber nicht mehr zu diskutieren ist, stellte Stadtplaner Karl Schuchert unmissverständlich klar. „Diese Straßenverlängerung ist Teil des bereits abgesegneten Bauvorhabens an der Günther-Wagner-Allee und daher nicht rückgängig zu machen.“ Zudem sei die gesamte Klopstockstraße eine Tempo-30-Zone mit Rechts- vor Links-Verkehr, „da ist reger Durchgangsverkehr nicht zu erwarten“. Man werde den Bereich aber seitens der Stadt im Auge behalten, und gegebenenfalls nachbessern, sollte es später einmal zu Problemen kommen.

Mit einer Bürgerbeteiligung indes können die Anlieger der Klopstockstraße nicht rechnen. Daran ändert auch ein entsprechender Antrag der CDU-Fraktion nichts, die die Anlieger miteinbeziehen möchte, „zumal sie rund eine Millionen Euro mitbezahlen müssen“, sagte Fraktionsvorsitzender Lars Pohl. „Eine Bürgerbeteiligung ist bei Straßenbaumaßnahmen grundsätzlich nicht vorgesehen“, betonte Peter Meyer. Kleine Details könnten sicherlich vor Ort auf Anregung von Anliegern „nachgebessert“ werden, aber ansonsten würden die Planungen für die Klopstockstraße stehen. Aus formalen Gründen musste über die Baumaßnahme im Bezirksrat denn auch endgültig abgestimmt werden: Die Mehrheit der Bezirksratsmitglieder sprach sich für die Umsetzung der Pläne der Stadtverwaltung aus.

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