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Bunker-Abriss wird gestoppt

Zooviertel Bunker-Abriss wird gestoppt

Die Region Hannover setzt das Urteil zum Lärmschutz am Bunker um – und zwar wörtlich. Deshalb darf am Mittwochnachmittag noch einmal gelärmt werden.

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Kläger Ludwig Meyer informierte abends die Nachbarn.

Quelle: Anastassakis

Hannover. Bewohnern im Zooviertel war am Dienstag eine Ruhepause vergönnt. Nach der sehr deutlichen Entscheidung des Verwaltungsgerichts, das die Region an ihre Pflicht zum Schutz der Bürger erinnern musste, hat die Baufirma Hochtief zunächst die Abrissarbeiten am Bunker Lönsstraße gestoppt. Nachmittags aber wurde offenbar eine Übereinkunft zwischen Region und Investor getroffen: Obwohl das Gericht eindeutig auf die Grenzwerte zum Schutz der Bevölkerung hingewiesen hat, soll die Region der Firma erlaubt haben, am Mittwoch nochmal zu lärmen, um möglichst viel Beton wegzuschaffen.

Rund 70 Jahre lang hat der Luftschutzbunker an der Lönsstraße gestanden.

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Tatsächlich hatte das Gericht eine Frist bis spätestens zum heutigen Mittwoch, 18 Uhr, gesetzt für den Fall, dass Anweisungen auf dem Postweg ausgetauscht werden müssen. Die Absprache wurde aber mündlich auf der Baustelle getroffen, also ganz ohne Brieflaufzeiten. „Als Demokrat muss man doch sehr zweifeln, dass die Region der Pflicht zur Durchsetzung von Recht und Gesetz nachkommt“, sagte Kläger Ludwig Meyer gestern in einer Anliegerversammlung. „Ganz offenkundig scheint das Interesse des Investors wichtiger als der Gesundheitsschutz.“

Zu der Versammlung waren am Dienstag mehr als 30 Nachbarn gekommen. „Es war unerträglich, wochenlang bei der Hitze kein Fenster öffnen zu können“, sagte etwa Anwohnerin Natalja Steckel aus der Lönsstraße, die mit ihrer einjährigen Tochter Lisa erschienen war. Andere berichteten, dass die seit zwei Monaten andauernden Vibrationen in allen Teilen ihrer Wohnungen spürbar seien.

Ein Anlieger allerdings kritisierte, dass Hochtief nun wegen des Gerichtsentscheids die weiteren Arbeiten möglicherweise wochenlang strecken müsse. „Der Lärm wäre doch in anderthalb Wochen vorbei gewesen“, sagte der Mann. Zudem sei die Belastung erträglich gewesen: „Am Kröpcke-Center zum Beispiel müssen Anlieger über Jahre tags wie nachts Abrisslärm ertragen.“ Er fand aber wenig Zustimmung. Und Kläger Meyer bezeichnete ein Strecken der Bauzeit als „übliches Mittel zum Einhalten von Lärmgrenzwerten“. Wenn künftig zum Beispiel nur noch 2,5 Stunden in der Mittagszeit gemeißelt werde, könnten die Nachbarn in dieser Zeit spazieren gehen. In einem Brief an Regionspräsident Hauke Jagau wolle er darum bitten, dass Anliegern die Lärmzeiten vorab mitgeteilt werden.

Region und Hochtief gaben sich gestern sehr einsilbig. Man versprach aber, die Gerichtsvorgaben einzuhalten. CDU-Fraktionschef Eberhardt Wicke kritisierte, Aufsichtsbehörden mäßen offenbar „mit zweierlei Maß“, wenn die öffentliche Hand betroffen sei. „Wenn eine Privatperson solch einen Lärm veranstalten würde, hätte sie schnell die Behörde auf dem Hals.“ Der Bunker war als Bundesvermögen verkauft worden.

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