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Ost Bunker ist nur noch Stein und Staub
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Bunker ist nur noch Stein und Staub
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06:15 03.06.2012
Von Margret Jans-Lottmann
Vom Bunker in der Lönsstraße sind nur noch Mauerreste übrig. Quelle: Jans-Lottmann
Zooviertel

Der Luftschutzbunker in der Lönsstraße ist bald Geschichte. Von dem Betonkoloss, der seit 1943 im Zooviertel stand, sind nur noch Gesteinsbrocken und das unterirdische Kellergeschoss übrig. Das auf Bunkerabbrüche spezialisierte Unternehmen Zeller aus Offenbach legt derzeit das Gelände frei. Danach geht es in die Tiefe. Was die Fachleute dort unten erwartet, ist noch nicht umfassend geklärt. „Wir haben einige Stellen freigelegt und deshalb Vermutungen“, sagt Simon Zeller von dem gleichnamigen Abbruchunternehmen. Bis spätestens Ende Juli solle das Gelände aber geräumt sein. Mitte August will die Firma Hochtief Solutions auf dem rund 3300 Quadratmeter großen Bunkergelände den Spatenstich für den Bau von 30 hochwertigen Eigentumswohnungen setzten, wie Sprecherin Gabriele Stegers auf Nachfrage des Stadt-Anzeigers mitteilt. Schon Ende Juni wolle man die Wohnungen zum Kauf anbieten. Es bestehe bereits eine rege Nachfrage, sagt Stegers.

Auch die letzten Bruchstücke des Luftschutzbunkers in der Lönsstraße sind bald verschwunden. Auf dem Gelände sollen Eigentumswohnungen entstehen.

Im Januar hatte das Abbruchunternehmen damit begonnen, den viergeschossigen Bunker nach und nach von innen zu sprengen und abzutragen. Zweieinhalb Meter dicke Stahlbetonwände und drei Meter dicke Zwischendecken und Bodenplatten wurden dem Erdboden gleichgemacht. Wenn die Bauarbeiter in den nächsten Tagen die Reste des fast 70 Jahre alten Betonklotzes entfernt haben, muss außer dem Kellergeschoss auch die sogenannte Zerschellerplatte aus dem Boden geholt werden, die wie ein Ring außen um den Bunker herum liegt. Dabei handelt es sich um eine Betonplatte ohne direkte Verbindung zum Fundament. Bei nahen Bombeneinschlägen wirkte sie wie ein Puffer und verhinderte damit, dass der Bunker kippt oder sich Risse in den Wänden bilden. „Wir wissen noch nicht, wie dick die Zerschellerplatte ist“, sagt Zeller. Diese könne zudem bis zu zwei Meter tief im Boden liegen.

Wenn die letzten Reste des Bunkers aus dem Boden geholt worden sind, sollen die Vorbereitungen für den Neubau beginnen. Wie das neue Gebäude aussehen wird, kann die Sprecherin von Hochtief Solutions noch nicht sagen. „Wir sind noch in den Planungen.“ Dabei sollten, wenn möglich, auch die Wünsche der Käufer berücksichtigt werden. Fest steht bislang nach Auskunft Stegers nur, dass die Eigentumswohnungen zwischen 90 bis 215 Quadratmeter groß sein werden und drei bis fünf Zimmer haben.

Mit dem Bunker ist auch der Spielplatz verschwunden, der daneben lag - ein Verlust für die Kinder im Zooviertel, in dem es ohnehin an Spielflächen mangelt. Der Bezirksrat Mitte hatte die Stadtverwaltung deshalb gebeten, den Bunkerspielplatz zu ersetzen. Dafür soll die heruntergekommene Spielfläche im Wohnviertel zwischen Dickens- und Schackstraße hergerichtet und aufgemöbelt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Stadt die Fläche an den Wohnhäusern, die einst für britische Offiziersfamilien gebaut worden waren, zunächst einmal besitzen muss. Noch gehört diese dem Bund und wird von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) verwaltet. „Wir haben der Bima ein Kaufangebot unterbreitet und warten nun auf eine Nachricht“, sagt Stadtsprecher Klaus Helmer auf Nachfrage. Über die Höhe der angebotenen Kaufsumme hüllt er sich allerdings in Schweigen.

Bevor die Bima auf das Kaufangebot der Stadt eingeht, will sie zunächst den Wert des Grundstücks von einem Gutachter ermitteln lassen, wie Gerd Deyhle, Leiter der Verkaufsabteilung bei der Bima, erläutert. „Dabei muss man bedenken, wie das Grundstück genutzt wird“ sagt er und verweist auf die Bodenrichtwertkarte. Demnach ist eine Spielfläche um einiges günstiger zu haben als Bauland.

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