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Bunkerabriss erschüttert das Zooviertel

Lärmbelästigung Bunkerabriss erschüttert das Zooviertel

Der seit Februar laufende Abriss des Bunkers in der Lönsstraße im Zooviertel ist für die Anwohner mittlerweile zu einer Nervenbelastung geworden. "Wir haben einen Dauerschallpegel von 67 und Spitzenwerte von 100 Dezibel gemessen", sagt Anwohner Ludwig Meyer. Der erste Wert entspricht der Lautstärke eines Gesprächs, der zweite dem bei Rockkonzerten.

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Viel Lärm um den Abriss: Der alte Bunker ist nicht leicht klein zu kriegen.

Quelle: Herzog

Hannover. Nach Angaben der für den Emissionsschutz zuständigen Region Hannover liegt die Belastung an manchen Tagen oberhalb der Richtwerte. „Sie bleibt aber unterhalb der Gefahrenschwelle für die Gesundheit“, betont Sprecherin Christina Kreutz.

Das Betonrelikt aus dem Zweiten Weltkrieg ist von der Firma Hochtief erworben worden, die es abreißen lässt, um auf dem Grundstück 30 luxuriöse Eigentumswohnungen zu errichten. Der Luftschutzbunker ist seinem einstigen Verwendungszweck gemäß so stabil gebaut, wie es damals möglich war und steht außerdem mitten zwischen anderen Wohnhäusern. Was die Sache zusätzlich erschwert: Es gibt keine Baupläne, aus denen mögliche Schwachstellen ersichtlich wären.

Der Baukonzern hat das Spezialunternehmen Zeller mit dem Abbruch betraut. Die Offenbacher haben zunächst mit einer speziellen Sprengtechnik die Wände von innen porös geschossen und sie dann mit einer speziellen Abrisszange bearbeitet. Warum es derzeit so laut ist, kann Stefan Zeller erklären. „Wir arbeiten jetzt an der außen liegenden Zerschellplatte, und die ist zwei Meter dick. Da kommen wir nicht ohne Sprengarbeiten aus“, sagt Zeller.

Die Zerschellplatte diente zu Kriegszeiten dazu, den Bunker zu stabilisieren, wenn in der Nähe Bomben einschlugen. Auf eine genaue Zeitangaben zum Ende der Arbeiten will sich Zeller nicht festlegen. Es könnten aber noch drei bis vier Wochen ins Land gehen, sagt er.

Was die Aktion an Belastungen für die Anwohner mit sich bringt, kann Alexander Hellmold beschreiben. Der Student bereitet sich gerade auf mehr als ein Dutzend Klausuren vor und bräuchte zum Lernen eigentlich Ruhe. „Von 7 Uhr morgens bis 18 Uhr abends herrscht eigentlich dauernd Krach. Und wenn gesprengt wird, vibrieren die umstehenden Häuser“, sagt er. Daran, tagsüber ein Fenster zu öffnen, sei nicht zu denken.

Die Region Hannover hat nach Angaben von Sprecherin Kreutz das Bauvorhaben von Beginn an begleitet und auch Lärmmessungen vorgenommen. Trotz der erhöhten Richtwerte gebe es keinen Anlass, den Abriss zu unterbinden oder weitere Auflagen zu erteilen. „Wir haben das Unternehmen verpflichtet, die Belastung für die Anwohner so gering wie möglich zu halten und nach dem neuesten Stand der Technik zu arbeiten“, sagt sie.

Von Hochtief als dem Bauherrn waren am Dienstag keine Auskünfte zu erhalten - etwa zu der von den Anwohnern aufgeworfenen Frage, ob die Arbeiten zu bestimmten Zeiten ruhen könnten.


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