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Container werden zur Dauerlösung

Bothfeld Container werden zur Dauerlösung

An der Grundschule Grimsehlweg reicht der Platz nicht mehr aus. Musikunterricht und Gruppenarbeit sollen im neuen Schuljahr im Container laufen. Wenn die Schülerzahl weiter wächst, muss vielleicht auch wieder eine Klasse in die mobilen Raumeinheiten ziehen.

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Für Arbeitsgruppen sind die Containerräume an der Grundschule Grimsehlweg bereits vorbereitet. Eventuell muss eine Klasse dort einziehen.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Bisher hofft Schulleiterin Katja Adelt noch, dass sie im neuen Schuljahr keine Klasse in einen Container schicken muss. Doch die eigentlich dreizügige Grundschule Grimsehlweg ist innerhalb von drei Jahren stark angewachsen. 2011 gab es noch, wie von der Schulverwaltung vorgesehen, drei Klassen in jedem Jahrgang. Im September beginnen in jedem Jahrgang vier Klassen das neue Schuljahr. Bis jetzt kann Adelt alle Schüler knapp im Schulgebäude unterbringen - weil der Hort Grimsehlbär, der dort einen Raum belegte, umgezogen ist. „Aber es kommen meist im laufenden Schuljahr noch Kinder dazu. Einige Familien haben sich bereits für den Herbst angekündigt“, sagt die Schulleiterin. Dann müssten vielleicht Klassen geteilt werden und Kinder im Container lernen.

Zwei dieser mobilen Raumeinheiten stehen bereits seit sechs Jahren auf dem Schulhof. Ihre Lebensdauer haben sie überschritten, die Stadt hatte deshalb Anfang des Jahres angekündigt, sie abzubauen. Das steht nun infrage, da im Schulgebäude jeder Raum belegt ist. Der Musikunterricht läuft deshalb in der Aula. „Uns fehlt auch Platz für Gruppenarbeit. Und behinderte Schüler brauchen phasenweise Einzelunterricht oder auch Ruhepausen“, sagt Adelt. Nach ihrer Information soll die Schule deshalb die mobilen Raumeinheiten weiternutzen. Die Schulleiterin lehnt das ab. „Diese Container sind uralt, kaputt und dünsten aus. Für die Kinder ist das eine Zumutung.“ Zumindest neue Container sollten es sein.

Doch Adelt fragt sich auch, wie es generell mit ihrer Grundschule weitergehen soll. Das Gebäude lässt sich nicht erweitern, reicht aber bereits jetzt nicht mehr aus. Und in den kommenden Jahren wird der Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide durch mehrere Neubaugebiete weiter stark anwachsen.

Für den bisherigen Anstieg der Schülerzahlen im Grimsehlweg reichten bereits zwei andere Faktoren aus. In etlichen Straßen wurden Grundstücke geteilt und neue Häuser darauf gesetzt. Die Grundschule bietet Ganztagsunterricht, sie ist deshalb für berufstätige Eltern besonders attraktiv. „Viele Familien brauchen einfach Ganztagsplätze. Und wir sind dann verpflichtet, diese Schüler aufzunehmen, auch wenn sie nicht in unserem Einzugsgebiet wohnen“, sagt Schulleiterin Adelt. Bisher ist außerdem unklar, wie die Stadt das neue Flüchtlingswohnheim Eichenweg belegen wird. „Wenn dort Familien einziehen, gehen die Kinder auch in die Grundschule Grimsehlweg“, sagt Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg.

Vor Kurzem hatte die SPD-Fraktion im Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide von der Stadtverwaltung Auskunft zur Entwicklung der Schülerzahlen im Stadtbezirk verlangt - auch, weil mehrere Grundschulen ohne Anbauten keine weiteren Schüler mehr aufnehmen könnten. Die Verwaltung rechnet jedoch nur mit einem leichten, nicht dauerhaften Anstieg der Schülerzahlen an drei Standorten: Grimsehlweg, Fridtjof-Nansen-Schule und Hoffmann-von-Fallersleben-Schule und will dafür Übergangslösungen schaffen. Für das neue Schuljahr seien die Gebäude ausreichend.

Den Bezirksratspolitikern erscheint das nicht überzeugend. Claudia Heinrich (SPD) wundert sich, dass in der präsentierten Statistik (vom April 2014) plötzlich rund 530 Sechsjährige auftauchen. Drei Monate zuvor hatten die Statistiker lediglich 460 Sechsjährige gezählt. Auch die Zahl der Vier- und Fünfjährigen war gestiegen. „Das sind mehrere Klassen“, sagt Heinrich. Auch CDU und Grüne reagieren kritisch. „Angesichts der Baugebiete ist damit zu rechnen, dass Kinder herziehen“, sagt Grünen-Fraktionschefin Imke Knoll.

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