Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Deutsche Bahn erneuert drei Brücken

Kleefeld Deutsche Bahn erneuert drei Brücken

Die Bauwerke auf der Güterstrecke sind mehr als 100 Jahre alt und haben ihre Lebensdauer überschritten. Zehn Millionen Euro investiert die Bahn in das Bauprojekt, das von 2014 bis 2017 laufen soll.

Voriger Artikel
Samiis Leibniz-Ring kommt aus Misburg
Nächster Artikel
Bäcker Behnecke macht die besten Brötchen

Baufällige Brücken auf der Güterbahnstrecke in Kirchrode und Kleefeld

Quelle: Marcel Schwarzenberger

Hannover. Die Deutsche Bahn AG (DB) will auf der Güterbahnstrecke im Süden der Stadt drei Brücken erneuern: die Brücken im Hermann-Löns-Park und am Tiergartengraben auf der Grenze zwischen Kleefeld und Kirchrode sowie die Eisenbahnbrücke über die Lage-Feld-Straße in Kirchrode. Die Bahn muss tätig werden, weil die Bauwerke zwischen 104 und 106 Jahre alt sind und damit ihre Lebensdauer überschritten haben. „Alle drei Brücken sind abgängig“, teilte DB-Projektleiter Joachim Engelke im Bezirksrat Buchholz-Kleefeld mit. Gut zehn Millionen Euro investiert das Unternehmen in das Vorhaben. Mit den vorbereitenden Arbeiten will die Bahn im nächsten Jahr beginnen, Abriss und Neubau sind dann für 2016 geplant. Bis in den Oktober 2017 hinein sollen die Arbeiten dauern.

Zu der 1907 erbauten Güterbahnstrecke gehören im Stadtgebiet 16 Brücken. „Davon sind zwölf ausbesserungswürdig“, erläuterte Siegfried Plöger vom städtischen Fachbereich Tiefbau, der die Sanierungsvorhaben der Bahn begleitet. Die Bahn plane derzeit die Erneuerung von acht Brücken, die drei in Kleefeld und Kirchrode zählen dazu. Während für die Brücken am Tiergarten und über die Lange-Feld-Straße Klarheit über Abriss und Neubau besteht, verhandeln Bahn und Stadt noch über die Brücke am Hermann-Löns-Park. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz. Ein Komplettabbruch sei aus Sicht der Stadt deshalb nicht erwünscht, betonte Plöger. Möglicherweise könnten zumindest Teile der Grundmauern erhalten bleiben. „Hier werden die Details noch geprüft“, sagte er. Die Bahn dagegen plant den vollständigen Abriss. Allerdings sollen möglichst viele Teile der historischen Natursteinfassade in den Neubau eingefügt werden.

Noch bis zum nächsten Frühjahr läuft ein Planfeststellungsverfahren, in dem die Richtlinien für das Bauvorhaben geklärt werden sollen. Bestandteil des Prüfverfahrens sind auch Umweltaspekte. Um die Baustellen von beiden Seiten mit Gerät und Material anfahren zu können, werden vor allem im Bereich der Brückenstandorte Hermann-Löns-Park und Tiergartengraben größere Eingriffe in den Bewuchs nötig sein. Etliche Bäume müssen fallen, Büsche werden zurückgeschnitten und Baustellenzufahrten angelegt. An der Tiergartenbrücke muss zudem ein rund 200 Quadratmeter großes Pappelwäldchen weichen.

„Als Ersatz werden dort Eschen gepflanzt“, kündigte im Bezirksrat Sonja Schubert vom Beratungsbüro Lacon an, das die Umweltaspekte des Projekts untersucht hat. Insgesamt sind es an den drei Baustellen 6000 Quadratmeter Grünfläche, auf denen Büsche und Bäume verschwinden müssen. Als Ersatz sollen unter anderem in Wülferode Neupflanzungen angelegt werden. Im kommenden Jahr werden zunächst die vorbereitenden Kabelarbeiten erledigt. 2015 werden die Baustellen vom Bewuchs befreit. Die eigentlichen Brückenarbeiten dauern von Januar 2016 bis Oktober 2017. „Die Arbeiten werden so organisiert, dass Zug- und Autoverkehr weiter möglich sind“, erläuterte Lutz Friedrich vom Ingenieurbüro Wallerich, das den Bau plant. Hilfsbrücken werden eingebaut, um die Züge umzulenken.

Die Lange-Feld-Straße muss während bestimmter Bauphasen jeweils für mehrere Wochen voll gesperrt werden, ansonsten soll die Brücke passierbar bleiben. Im Bereich der Brücken im Hermann-Löns-Park und über den Tiergartengraben sollen Passagen für Radfahrer und Fußgänger eingerichtet werden. Ein Großteil des Baustellenverkehrs wird über Anderten abgewickelt. Die Route führt über die Höversche Straße, die Gollstraße, den Wipperweg und den Eisteichweg und führt damit sowohl an der Kurt-Schumacher-Schule als auch an der Pestalozzischule vorbei. Sperrzeiten sollen dafür sorgen, dass vor Schulbeginn und nach Unterrichtsende keine Großfahrzeuge den Schulweg kreuzen.

Von Marcel Schwarzenberger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Östliche Stadtteile
Historisches Bauwerk mit Konfliktpotential: Wenn es nach der Stadt und der Denkmalpflege geht, wird die Brücke im Hermann-Löns-Park nicht abgerissen.

Die Denkmalbehörde zieht gegen die Pläne der Deutschen Bahn vor Gericht. Neben der Brücke im Hermann-Löns-Park will die DB auch die Erneuerung von der Brücke am Tiergartengraben und über die Lange-Feld-Straße in Angriff nehmen.

mehr
Mehr aus Ost
Region Hannover