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Ost Die MHH schließt Gefahren für Menschen und Umwelt aus
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Die MHH schließt Gefahren für Menschen und Umwelt aus
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18:15 19.05.2009
Von Jutta Oerding
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Rund zwei Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm des Bundes fließen in die Medizinische Hochschule (MHH), damit die Virologen dort ein neues Forschungslabor der Sicherheitsstufe 3 in Betrieb nehmen können. Eine Gefährdung der Bevölkerung sei mit solchen Einrichtungen nicht verbunden, unterstreicht der Beauftragte für biologische Sicherheit der MHH, Jürgen Mertsching. „Das gilt für uns, und das gilt auch für Boehringer.“

Die Absicht der MHH, ein neues Labor einzurichten, war Thema in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Buchholz-Kleefeld. Auf eine Anfrage der Grünen erläuterte Stadtplanerin Constanze Baron, nach Mitteilung der MHH werde schon seit 1999 ein Labor der Sicherheitsstufe 3 auf dem Klinikgelände betrieben. In dieser Zeit sei es niemals zu einer Gefährdung der Mitarbeiter, der Anlieger oder der Umwelt gekommen. Inzwischen sei das Labor zu klein geworden. In Bezug auf Energiesparmöglichkeiten entspreche es auch nicht mehr dem neuesten Stand der Technik.

Wie Sicherheitsexperte Mertsching erläutert, beschäftigt sich die MHH unter anderem mit der Bekämpfung von Tuberkulose, Aids und Hepatitis C. Die europaweit geforderten Sicherheitsmaßnahmen seien in deutschen Vorschriften streng geregelt, etwa im Gentechnikgesetz, in der Biostoffverordnung oder in Arbeitsschutzrichtlinien. Insgesamt sind die biologischen Stoffe in vier Risikogruppen eingeteilt, dementsprechend gibt es für die Labors vier Sicherheitsstufen. Mit Organismen, von denen nach dem Gesetz ein „hohes“ Risiko ausgehe, arbeite die Hochschule gar nicht, betont Mertsching. Labors mit der Sicherheitsstufe 4 gebe es bisher nur beim Tropeninstitut in Hamburg und an der Universität Marburg, weitere seien aber geplant.

Als Beispiel für die höchste Risikogruppe nennt Mertsching die Maul- und Klauenseuche, die für den Menschen sogar ungefährlich ist, und die oft tödlich verlaufenden Viruserkrankungen Ebola oder Lassa. Die Erreger der sogenannten Schweine-Grippe werden als vergleichsweise harmlos angesehen. Wie bei anderen Grippeviren reiche grundsätzlich die Sicherheitsstufe 2 aus, bei groß angelegten Versuchen die Stufe 3, erläutert Mertsching.

Das Labor mit der Sicherheitsstufe 3 benötigt die MHH in erster Linie für die Entwicklung eines Tuberkulose-Impfstoffs. In den Räumen ist Unterdruck erforderlich. Denn die Tuberkulosebakterien werden über die Luft übertragen, während beispielsweise die für die Immunschwäche Aids verantwortlichen HI-Viren nur bei Kontakt mit Körperflüssigkeit krank machen. Für Experimente mit HI-Viren oder den Erregern von Hepatitis C liegen die Sicherheitsanforderungen zwischen den Stufen 2 und 3. „Wichtig ist die organisatorische Sicherheit“, meint Experte Mertsching: Die Mitarbeiter in den Labors seien hervorragend ausgebildet und wüssten genau, wie sie sich verhalten müssten.

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