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Ost Discgolfer planen Parcours am Märchensee
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Discgolfer planen Parcours am Märchensee
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00:15 02.02.2013
Von Stefanie Kaune
Discgolfer Peter Franz wirft eine Frisbee am Märchensee. Quelle: Ole Spata
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Hannover

Ein Discgolf-Parcours besteht wie beim Golf aus unterschiedlichen Bahnen, im Verlauf der Strecke befinden sich aber Körbe statt Löcher, in die mit den Frisbeescheiben gezielt wird. „So eine Anlage passt perfekt in den Sahlkamp“, sagt Peter Franz. Der 38-Jährige, der den Parcours installieren möchte, ist allerdings kein städtischer Freiraumplaner oder Sportfunktionär. Er ist einfach ein Familienvater aus dem Stadtteil, der sich seit rund einem Jahr für den Trendsport begeistert.

Seitdem spielt der gebürtige Sahlkämper mindestens einmal pro Woche mit Freunden Discgolf - auf dem einzigen bisher bestehenden Parcours in Hannover, der im Sommer 2011 von der Stadt im Roderbruch eingerichtet wurde. Er habe in dieser Zeit beobachtet, dass sich immer mehr Fans für den neuen Breitensport gefunden hätten, der sich für alle Altersgruppen vom Kind bis zum Senior eigne, sagt Franz. „Hannover kann auf jeden Fall einen zweiten Discgolf-Parcours vertragen“, meint der überzeugte Frisbee-Werfer, der die von ihm entwickelten Pläne samt Finanzierungskonzept jetzt dem Bezirksrat Bothfeld-Vahrenheide präsentieren durfte. Vorgesehen sind 15 Abwurfpunkte (engl. Tees) auf einer Strecke von etwa 2,5 Kilometern. Startpunkt ist am Pinocchioweg, der sich östlich der Straße Holzwiesen entlang des Märchensees zieht. Dann geht es in einer Art Rundkurs zurück nach Holzwiesen. Auf der anderen Seite der Straße sind weitere Körbe und Abwurfpunkte entlang der Wege im Grünen vorgesehen, der westlichste Punkt befindet sich etwa in Höhe der Fridtjof Nansen Schule.

Discgolf sei ein kostengünstiger Breitensport für alle, sagt Franz. Gerade in den Stadtteilen Sahlkamp und Vahrenheide, in denen viele ausländische Jugendliche leben, könne es ein attraktives Angebot für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung sein. Er wolle mit den bestehenden Einrichtungen im Stadtteil wie dem Spielpark Holzwiesen, Schulen, Jugendtreffs und Senioreneinrichtungen zusammenarbeiten, kündigt Franz an. Dort könnten auch mögliche Verleihstationen für Frisbees eingerichtet werden. Vandalismus oder Nutzungskonflikte mit Spaziergängern sind nach seiner Ansicht kein Problem. „Es besteht der Verhaltenskodex, dass nicht geworfen wird, wenn Fußgänger oder Radfahrer in der Nähe gefährdet wären.“ Zudem seien sowohl die Picknick- wie auch die Naturschutzflächen um den See ausgespart.

Rund 30 Minuten Redezeit hatte der Bezirksrat dem Discgolfer eingeräumt, um seine Ideen zu schildern. „Das fand ich schon toll“, sagt Franz, der für sein Anliegen mittlerweile mit dem Frisbee-Verein „Funatics“ kooperiert. Er setzt in seinem Finanzierungskonzept auch auf einen Zuschuss des Bezirksrats. Insgesamt veranschlagt Franz eine Summe von rund 18000 Euro für den Parcours - von der Anschaffung von Körben und Schildern über die Installationskosten bis hin zu Informationsmaterial und Frisbeescheiben zum Ausleihen. 5000 Euro hätte der Initiator gern vom Bezirksrat, der Fachbereich Umwelt und Grünflächen hat 2500 Euro für eine Beschilderung und Informationsbroschüren in Aussicht gestellt. Weitere Förderung erhofft sich Franz unter anderem von der Lotto-Sport-Stiftung. Wenn die Finanzierung gesichert ist, müsste die Stadt die Arbeiten für die Installation des Parcours ausschreiben. Franz wünscht sich, dass er in diesem September noch die Eröffnungsfeier organisieren kann.

Die Politiker zeigten sich in ihrer Sitzung aufgeschlossen für die Pläne, einige hatten aber Bedenken hinsichtlich möglicher Nutzungskonflikte. „Das ist eine tolle Idee und ein schöner Einsatz für die Gemeinschaft“, lobte etwa Claudia Heinrich (SPD). „Doch was ist, wenn trotz aller Vorsicht mal ein Radfahrer getroffen wird?“ Es reiche nicht, auf einen Verhaltenskodex zu vertrauen, meinte CDU-Fraktionschef Felix Blaschzyk, der eine Satzung wie für Spielplätze anregte. Auch Fraktionskollegin Sabine Kapitza (CDU) sorgte sich um die Sicherheit. Sie und SPD-Mann Klaus Hedrich schlugen vor, mit einem kleineren Parcours anzufangen und abzuwarten, wie er angenommen wird und ob es Probleme gibt.

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