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Kabeldieb stirbt durch Stromschlag
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Zwei Männer schwer verletzt Kabeldieb stirbt durch Stromschlag

Drei Kabeldiebe haben in der Nacht zu Freitag bei ihrem Beutezug durch die List Stromschläge erlitten. Einer der Männer ist an den Folgen des Unfalls gestorben. Der Zustand seiner Komplizen ist kritisch.

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Ein 36-Jähriger wurde bei einem Stromschlag in einer Tiefgarage getötet, zwei weitere Männer wurden dabei schwer verletzt.

Quelle: Uwe Dillenberg

List. Die Männer im Alter von 36, 40 und 48 Jahren hatten sich gewaltsam Zutritt zu dem derzeit leer stehenden Gebäude in der Hamburger Allee verschafft, in dem lange Jahre die Firma IBM ihren Sitz hatte. Der Komplex wird derzeit für den Abriss vorbereitet. Nach Angaben der Polizei handelte es sich bei den Einbrechern um sogenannte Metall- beziehungsweise Kabeldiebe. Sie suchen nach Material, das Kupfer oder Eisen enthält, um es für gutes Geld an Schrotthändler zu verkaufen. In der Tiefgarage des IBM-Komplexes stießen die Täter auf eine sogenannte Mittelspannungsstation des Energieversorgers enercity. Gewaltsam brachen sie die Tür zu dem Traforaum auf. Anschließend rissen sie offenbar ein Starkstromkabel heraus und verursachten so einen Kurzschluss, der wiederum einen Kabelbrand in der Station auslöste. Die drei Diebe erlitten Stromschläge, die schwere Verbrennungen der Haut verursachten.

Eine Anwohnerin war gegen 2.25 Uhr durch laute Geräusche aus dem leer stehenden Gebäude auf den Vorfall aufmerksam geworden. Sie verständigte Polizei und Rettungskräfte. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr versorgten die verletzten Männer, die anschließend in eine Klinik gebracht wurden. Dort starb der 36-Jährige wenig später. Die Feuerwehr, die mit 28 Helfern am Einsatzort war, löschte den Kabelbrand. Anschließend nahm die Polizei die Ermittlungen auf.
Von dem Kurzschluss waren auch einige Kunden des Unternehmens Enercity betroffen. Rund 1880 Gebäude im Bereich Isernhagener Straße, Werder Straße und Celler Straße waren 45 Minuten lang ohne Strom.

Im Stadtgebiet gibt es 2630 solcher Mittelspannungsstationen. „Dort wird die Spannung des Stroms umgewandelt, sodass sie zu den im Haushalt üblichen Elektrogeräten passt“, sagt enercity-Sprecherin Bianca Barthels. Die Station in der Hamburger Allee versorgte früher zudem das Unternehmen IBM mit Strom. „Diese Leitung war bereits gekappt“, erklärt Barthels. Mit großen Warnhinweisen an der verschlossenen Tür der Station sei aber darauf aufmerksam gemacht worden, dass dort nach wie vor Leitungen unter Strom ständen.

Gegen die beiden Komplizen des Verstorbenen ermittelt die Polizei wegen Diebstahls. Geprüft wird auch, ob die Verdächtigen als Täter für weitere Metalldiebstähle in Stadt und Region infrage kommen. In der Regel suchen die Täter an Bahnstrecken nach Beute. Sind sie erfolgreich, dauert es meist Stunden, bis die Schäden behoben sind. Auch sonst schrecken die Täter vor nichts zurück. Vor drei Jahren montierten Unbekannte 20 Bronzeskulpturen von Gräbern auf dem Engesohder Friedhof ab und stellten sie zum Abtransport bereit. Dann wurden sie offenbar gestört und ließen die Beute zurück. Der Fall ist bis heute nicht geklärt.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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