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Ost Erdwärme-Pilotprojekt startet in Lahe
Hannover Aus den Stadtteilen Ost Erdwärme-Pilotprojekt startet in Lahe
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09:12 05.05.2011
Von Juliane Kaune
Arbeiter haben bereits ein 3900 Meter tiefes Loch gebohrt, über das ab 2014 Erdwärme gefördert werden soll. Quelle: Hübner

Die nächste Phase des spektakulären Erdwärme-Pilotprojekts „GeneSys“ läuft an: Am 23. Mai beginnen auf dem Grundstück der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Lahe weitere Arbeiten, die für die Gewinnung der Erdwärme aus 3900 Metern Tiefe erforderlich sind. Vorgesehen ist, mit dem sogenannten Frac-Verfahren Wasser mit so hohem Druck in das Gestein zu pressen, dass dabei haarfeine Risse entstehen. In diesen Verästelungen in den Tiefen der Erde soll sich später wiederum das Wasser erwärmen, das für die Energieversorgung des mehr als 20 Millionen Euro teuren „GeneSys“-Projekts benötigt wird. Ziel ist es, ab 2014 das gesamte Geozentrum in Lahe mit rund 1000 Beschäftigten mit Erdwärme zu beheizen.

Am Mittwochabend informierten BGR-Präsident Hans-Joachim Kümpel, Projektleiter Johannes Peter Gerling und andere Wissenschaftler die Anwohner über das weitere Vorgehen. Demnach werden Fachfirmen über das bereits vorhandene, fast vier Kilometer tiefe Geothermie-Bohrloch mehr als 20.000 Kubikmeter Wasser mit Spezialpumpen und einem Druck von 700 bar in die Erde pressen. Dieses als Fracking bezeichnete Verfahren ist aus der Erdgasgewinnung bekannt – und wegen des mit Chemikalien versetzten Wassers nicht unumstritten. Gerling betont aber, dass für die Erdwärmegewinnung nur reines Wasser eingesetzt werde: „Der Zusatz von chemischen Stoffen oder andern Stützmitteln wie Sand ist bei unserem Projekt nicht erforderlich.“

Die Vorbereitungen für das Fracking starten bereits in der Woche ab dem 16. Mai. Unter anderem muss vorübergehend eine Wasserleitung vom Mittellandkanal entlang des Schnellwegs zum BGR-Gelände geführt werden. Über diese wird das Wasser transportiert, das in der Folgewoche mit den motorbetriebenen Pumpen in die Erde gepresst wird. Um die Anwohner vor der dabei zu erwartenden Geräuschkulisse zu schützen, wird eine Lärmschutzwand errichtet. Gerling geht davon aus, dass das Fracking-Prozedere drei Tage in Anspruch nehmen wird. Zu Erschütterungen der Umgebung werde es nicht kommen, versichert er. Die Gesteinsschichten in 3900 Metern Tiefe seien stabil genug. Gleichwohl werden die unterirdischen Geschehnisse mit Spezialdetektoren und sogenannten Geophonen ganz genau beobachtet.

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